Freiwilliges Stillsitzen.
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Es war fast zwölf, als ich nach der durchwachten Nacht wieder aufstand. An diesem “Morgen” war das Aufsetzen des Kaffees erst die zweite Handlung, die ich tun konnte. Aber als der endlich aufgebrüht war, saß ich mit Keksen wieder draußen vor dem Holzhaus. Die Sonne wärmte mich spürbar, wurde nach kurzer Zeit sogar zu warm, so daß ich mich unter das Vordach in den Schatten zurückzog. An diesem Tag hörte ich Vögel, viele Vögel. Eine erkleckliche Anzahl davon, ich denke, es waren Meisen, hüpften und flatterten durch die jungen Birken, die am See standen. Ich hatte Muße, dem bunten Treiben zuzusehen und ihren Gesängen zu lauschen.
Es bewegte ich aber auch unter den Birken etwas. Etwas Felliges. Es war nicht die befürchtete Katze, denn das Tier hatte lange Löffelohren. Ein Hase – oder ein Kaninchen? – hoppelte nach einigen Minuten auf das Gras, das die offene Fläche zwischen dem Holzhaus und dem Ufer des Sees bedeckte. War das Tier besonders groß? Oder erinnere ich mich nur wesentlich besser daran, weil ich wirklich Zeit hatte, den Mümmelmann zu beobachten? Das Tier hopste gemächlich von hier nach da. Knabberte diesen Halm, dann jenen, drehte sich einfach um, so daß ich den Hasenschwanz wackeln sah. Das Gesicht des Tieres war ständig in Bewegung. Entweder es kaute, oder seine Nase bewegte sich ständig, die Gerüche in der Luft prüfend. Ich konnte das Kaninchen mit seinem graubraunen Fell im grünen Gras sehr gut ausmachen. Wieso versteckte sich das Tier nicht? Gab es keine Feinde, keine Jäger? Raubvögel hatte ich hier auch schon gesehen. Beobachtete ich Routine oder Sorglosigkeit, Unvorsichtigkeit? Hm. Wahrscheinlich schrieb ich einem Tier wieder viel zu viel Menschlichkeit zu. Ich wußte bis dahin allerdings nicht, daß so ein Kaninchen sich fast eine Stunde an einer Stelle aufhalten konnte. Fressend. Wohl ausgewählt fressend, nicht alles Gras, sondern nur besonders schmackhaftes sich aussuchend. Das waren keine zehn Meter, die sich das Tier bis dahin bewegt hatte. Und ich sah es an diesem Tag zum ersten Mal. Graubraun. Mit sehr beweglichen Ohren und einem niedlichen, weißen Stummelschwänzchen. Bis es sich kurz aufrichtete, witterte und wie der geölte Blitz im Zickzack davonsprang, unter den Birken voller Meisen wieder verschwand.
Als ich aufstehen wollte, um mir eine weitere Tasse Kaffee zu holen, begann ich meine eingeschlafenen Beine wieder zu spüren.
Erst gestern erschien der vierte Teil dieses Projekts.
Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.
P.S.: Am 10.01.2019 waren positiv der abgegebene WBA, das “Outen” als Follower beim Hausarzt, eine angenommene Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung.
Die Tageskarte für morgen ist die Fünf der Münzen.
© 2019 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


Fein …
(Was kannst du mit der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung anfangen? Bringt sie dich in eine bessere Lage?)
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