Urlaubsbeginn mit Hund.
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Selten war sie so gutgelaunt wie an jenem Tag. Der erste Urlaub mit dem neuen Hund, irgendwo weitab von allen Städten, oben in den Wäldern. Noch etwas weiter nördlich würde es nachts hellbleiben, doch sie war sich nicht sicher, ob ihr das wirklich gefallen könnte. Hier jedenfalls war sie Nachtmensch, eine jener flatterhaften Gestalten, die sich in Cafés aufhalten und sehr lange für eine Tasse Kaffee brauchen. An diesem Abend aber packte sie ihre Reisetasche ins Auto. Noch ein Kontrollgang: Alle Geräte waren ausgeschaltet, die Stecker gezogen, das Wasser an Spül- und Waschmaschine abgedreht. Beinahe hätte sie das Hundefutter vergessen, doch sie sah es in dem Moment, da sie mit den Hund an der Leine die Wohnung verließ, noch im Flur stehen. Also war letztlich auch dafür gesorgt. Jetzt war alles bereit für die Abfahrt.
Fröhlich pfeifend fuhr sie los. Der Hund saß auf dem Rücksitz und sah ihr über die Schulter. Sie rammte den Kleintransporter, der ihr auf der Bundesstraße die Vorfahrt genommen hatte. Ihr Hund, der nicht angeschnallt war und mit der abgebrochenen Kopfstütze durch die Frontscheibe geschleudert wurde, überlebte so schwer verletzt, daß ein Polizist ihn erlöste.
Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.
P.S.: Am 04.01.2019 waren positiv: eine geschaffte Schicht Sendedienst, die während des Buchfinks nicht versagende Stimme, grusinischer Tee mit Kirschkonfitüre zur Nacht.
Die Tageskarte für morgen ist der Bube der Kelche.
© 2019 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


Woah! Das war plötzlich – und eine tolle Stimmung vorab.
Danke.
Autsch.
Sehr dramatisches Ende einer fein gesponnenen Urlaubsgeschichte. 👍🏻
Ihr habt echt viel Phantasie (genau dafür habe ich so vieles offengelassen).
Danke.
Ähm? Das verstehe ich jetzt nicht? Offengelassen ist da eigentlich nichts. Eine plötzliche dramatische Wende auf dem fröhlichen Weg in den Urlaub.
Oder habe ich etwas übersehen?
Der Unfall selbst ist wenig detailreich. Steckt da etwas Doppelsinniges?
(Manchmal bin ich vielleicht betriebsblind beim Lesen?)
Hm. Keine Andeutung, was mit der Frau ist. Nach der fragt einfach niemand …
Oh, ach so. Was ist den. mit ihr?
(Ich glaube, ich als Frau identifiziere mich spontan mit fiktiven Frauen solange sie nur wenig Profil haben.)
Wollte sie sich das Leben nehmen?
Sie wollte sich natürlich NICHT das Leben nehmen. Aber was geschah mit ihr beim Unfall? (Ich nämlich weiß es nicht!)
Aha, jetzt habe ich dich durchschaut: Du hoffst, dass wir Leser*innen dir deine Geschichten fertig erzählen … 😉
Ist das ausgedacht? Ich wünschte es mir.
Ja, es ist ausgedacht, Nichterlebt.
Oh menno, als Hundebesitzer schnürt es mir das Herz zu ….
Oh. (Das hab ich nicht bedacht.)
Oh man, du schaffst es immer wieder einen plötzlichen Gefühlswechsel hinzubekommen. Erst versinkt man seelig in der Geschichte und dann *Knall*.
Danke.
Sommerferienaufbruchstimmung und ein jähes Ende
Plötzlich war sie in meinem Kopf, diese kurze Strecke …
Ich hatte blitzartig nach dem Halbsatz eine unbestimmte Ahnung, als ich von der Rückbank las. Vielleicht weil das für mich als Haustierhalter keine Option ist.
Mein Riesenschnauzer lag immer im Kofferraum, die wollte dort drin sein. Die ging nie auf die Rückbank oder den Beifahrerplatz.
Bei uns sind es Katzen, und die sind grundsätzlich in einer Box, die ihrerseits angeschnallt ist.
…was aus der Frau geworden ist?
Entweder hatte sie Glück und ist gleich tot oder sie siecht dahin…