In Richtung Saale (Nº 207/2018)

Stadtbild.

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14 Uhr. In der Stadt absolute Stille. Keine Menschen auf der Straße. Das Bitumen kriecht aus den Dehnungsfugen auf der Suche nach Abkühlung in Richtung Saale. Am Chamäleon-Brunnen sehe ich wenige Insekten, die vom lauwarmen Wasser trinken. Im dritten Stock liegt eine Katze auf dem Fensterbrett; wenn hier nicht die Schattenseite wäre, hätte sich das Tier bestimmt schon einen anderen Platz gesucht. Einen einzigen Vogel sehe ich, der im Halbschatten eines Rosen­busches mit ausgebreitet hängenden Flügeln und offenem Schnabel seinen Wärmehaushalt zu regulieren versucht. Aus dem Grünstreifen ist in den letzten Monaten ein prächtiger Braun­streifen geworden. Als ich an einer Hausecke eine kleine Staubwolke sehe, eile ich dorthin in der Hoffnung, ein wehendes Lüftchen zu erhaschen. Aber da ist auch nur drückende, schwüle Hitze, selbst im Schatten findet niemand Erleichterung. Der Pfefferminztee, den ich vor 30 Minuten zuhause aus dem Kühlschrank nahm und in meinen Rucksack packte, ist nicht mehr kühl.

Ein Traumsommer mit vielen tropischen Nächten und ohne Niederschlag.

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Positiv am 26.07.2018 waren ein gefundener und korrigierter Fehler, nette Leute am Kiosk “Herr Fleischer”, Eis am Stiel.
 
Die Tageskarte für morgen ist die Acht der Schwerter.

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Über Der Emil

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0 Antworten zu In Richtung Saale (Nº 207/2018)

  1. Nati sagt:

    Du meinst ein Albtraumsommer. 😉
    Du bist doch auch eher der Winter Mensch.

  2. frauholle52 sagt:

    Für einige Menschen, die ich kenne, ist es tatsächlich ein Traumsommer. Für mich nicht. Ich befürchte, dass die Extremwetter zur Regel werden. Wir sind vielleicht bald raus aus unserer Komfortzone des gemäßigten Klimas.

  3. petra sagt:

    Unsere Gewohnheiten werden wir massiv umstellen müssen – spätabends leben und es wird die Zeit der Klimaanlagen kommen …

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