Mehr als eine Leseempfehlung.
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» Es sind irgendwie ganz schön viele Baustellen. Die Gefühle. Das Aufstehen. Die Körperpflege. Das Vergessen. Die sozialen Kontakte. Die Bewegung. Das Arbeiten. Das Handeln. Der Selbstwert. Der Mut. Die Kraft. Ehrlich? Es kotzt mich an. Wirklich. Ich will nicht vergessen, weil der Kopf auf Hochtouren mit anderen Dingen beschäftigt ist. Alles ist so zermürbend. Immer wieder. Jeden verschissenen Tag. Das macht keinen Spaß so! «
Mit vorzüglichem Dank an Herr Bock (@verbockt bei Twitter).
Ja. “Ich habe es vergessen.” Ich auch. Vieles. Das meiste davon unwichtig. Es ärgert mich ungemein, daß auch ich es immer wieder verbocke. Auch ich versuchte, mich von Personen aus meiner Kinderzeit zu distanzieren, besser von Personen meines jungen Erwachsenenlebens. Verdrängt. Verschüttet. Vergessen. Und wie Herr Bock möchte auch ich das bewußt Vergessene in meiner Erinnerung wiederherstellen. Dann sind da aber noch die Dinge, die ich … aus anderen Gründen vergaß, vertrank. Und auch heute noch vergesse ich zuviel. Selbst Aufschreiben nützt mir da nichts, weil ich eben auch das Aufschreiben vergesse. Weil im Kopf genug bearbeitet wird oder einfach nur gähnende Leere herrscht. Was nützen mir PIM (mit dem Telefon synchronisiert) und Papierkalender (am Arbeitsplatz und sonst überall dabei), wenn ich ihre Benutzung immer wieder vergesse? Gesprächsnotizen fertige ich an, Stichwortlisten für Gespräche auch; beides aber verschwindet auf geheimnisvolle Weise (ich vergesse sie einfach, irgendwo, irgendwann, jedenfalls aber immer, bevor ich sie benutzen kann). Und zu manchen Erinnerungsstücken, die bei mir im Schrank liegen, habe ich die Erinnerungen verloren und vergessen, die an ihnen hing, an ihnen festgemacht war, die sie wieder hervorholen können sollten. Es ist so vieles einfach weg …
Herr Bock schreibt seit fünf Jahren. Über sich. Über seine Krankeit(en). Über sein Leben. Über seine Erfolge. Er schrieb ein Buch. Er zeigt sich und seine Depression weit offener als ich. Ich vergesse es zu oft, dieses Mich-Zeigen.
Geht hin und lest selbst, was er zu sagen hat. Lest nicht nur diesen Text, aus dem das Zitat stammt. Seht genauer hin, lest mehr. Und wenn euch das Thema Depression und/oder psychische Erkrankung (noch) nicht (mehr) interessieren, so wird das Lesen doch nicht schaden. Vielleicht aber, hoffentlich sogar wird es das Verständnis der Menschen fördern dafür …
Danke, Herr Bock. Und nun sind es doch wieder mehr Worte von mir geworden.
Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 09.05.2018 waren das unauffällige Belastungs-EKG, viel Gelesenes, ein Malzbier.
Die Tageskarte für morgen ist XIX – Die Sonne.
© 2018 – Der Emil. Eigener Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


Dazu gehört für mich dieses Gefühl, beide Füße in Beton stecken zu haben. Habe Zeichnungen davon angefertigt, da hat sie etwas nachgelassen, die Deprimafia, die von irgendwo kommt, ohne mir vorher Bescheid zu geben. Zum Glück kenne ich Mittel und Wege…Du auch!
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Bei mir ist manchmal genau das Gegenteil: Dass ich geflutet werde von Erinnerungen. Aber nicht unbedingt jener Dinge, an die ich mich erinnern, die ich nicht vergessen will.
Dann stell ich mir zuweilen das Hirn als eine Art Schutzinstanz vor, die weiß, was ich brauche. Mich nervt daran, dass ich es nicht kontrollieren kann.
Das Verbockt-Blog mag ich auch.