Asymmetrisch (Nº 092/2018)

Ich laß mir mal wieder beim Denken zusehen.

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Es gibt da diese Welt, in der ich manchmal verständnislos dastehe und mich frage, viele Dinge frage. Unter anderem beschäftigt mich immer wieder diese Asymmetrie.

Viel zu oft nämlich habe ich zum Beispiel diese Asymmetrie schon erlebt. Aber ich kann mich dem Geschehen nicht einfach verweigern: Wenn ich gebeten werde, dann sage ich oft ja. Nicht bei den kleinen Dingen, bei den alltäglichen. Sondern schon bei Größerem. Nicht für Geld helfe ich. Sondern nach dem Motto “eine Hand wäscht die andere”, also für Energieausgleich (blödes Wort, trifft es aber am besten). Nun, was ich dann viel zu oft erlebte? Der Emil hat seine Schuldigkeit getan, der Emil kann gehen (vergessen/ignoriert werden). Bis mal wieder die Kacke am dampfen ist und er dringend gebraucht wird. Dann, ja dann wird sich plötzlich an mich erinnert.

Aber bis dahin ist die Stille oft sehr lang, oft unverständlich und teilweise unerträglich. Da geht es manchmal von Hundert schlagartig runter auf Null. Eben habe ich noch geschwitzt und getan und meins dafür bekommen und es war auch Kommunikation, gute, intensive Kommunikation – und dann ist Stille, weitestgehend Stille. Ein An-Aus-An-Aus-“Ver­hält­nis”. Nein, das gefällt mir nicht und ich ertrage es auch nur schwer. Eigentlich ertrage ich es gar nicht: Immer, wenn so eine Stille eintritt, habe ich heftig zu kämpfen mit meinem Gemüt. Ja, ich habe Ablenkung, Aufgaben auch hier, im Radio zum Beispiel. Doch die sind kein wirklichere Ersatz für das, was mir in diesen Zeiten fehlt.

Natürlich geht es hier um ein Weib. Oder um mehrere sogar. Sie verhalten sich eben so, mir gegenüber. Ich hab das auch schon krasser erlebt, viel krasser. Nachdem die Unter­stützung von Erfolg gekrönt war, wurde ich zum Arschloch degradiert, das sich zum Beispiel immer nur durchgefressen hat bei ihr. War toll. Erfuhren auch alle meine Freunde, die erst meine, dann eine Weile unsere und danach keine Freunde mehr waren. Großartig war das. Sehr.

Was ist es, das mir das Verhalten so sehr ausnutzend erscheinen läßt? Warum tut mir meine Überflüssigkeit in “guten Zeiten” so weh? Warum ist dann, wenn ich mal … Dann ist niemand da. Sehr asymmetrisch, das alles, sehr asymmetrisch. Aber aufhören damit kann und will ich auch nicht.

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Positiv am 02.04.2018 waren das geglückte sehr frühe Aufstehen, Kekse, ein langes Gespräch.
 
Die Tageskarte für morgen ist XVII – Der Stern.

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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Kommentare zu Asymmetrisch (Nº 092/2018)

  1. Hallo Emil.
    Ich denke ich weiß was du meinst. Du ‚leidest‘ wahrscheinlich auch unter diese Art von Helfersyndrom.
    Ich kenne es nur zu gut.
    Nur bei mir ist es anders, wenn andere meinen nur zu nehmen und bei meiner Bitte mal nichts, aber auch gar nichts zurück kommt dann ist der Ofen bei mir schnell aus. Und da gibt es bei mir auch kein zurück mehr.
    Vielleicht solltest du dies auch lernen.
    Trotzdem hält es mich nicht davon ab weiterhin zu helfen.
    LG, Nati

  2. Arabella sagt:

    Stille ist ein Weg des Pilgerns…
    Alle Wege führen nach Rom.
    Nacht Herzschatz.

  3. piri ulbrich sagt:

    Jeder möchte gerne gebraucht werden, möchte Anerkennung und sobald es still wird, kommt keine Resonanz oder neudeutsch Feedback und nicht gesehen zu werden, wenn man einfach nur selbst ist, tut weh.

  4. Sofasophia sagt:

    Oooh, ich kenne das auch und stelle mir ähnliche Fragen. Ist es die Gutmütigkeit gepaart mit der Unfähigkeit Nein sagen zu können?
    Eine Lösung kenne ich keine, weil ich bin wie ich bin.

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