Die übersehene Sichtweise (2017: 004)

Fernöstliche Weisheit.

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Ich mag ja die fernöstliche Weisheit, gleich ob chinesischer, japanischer oder sonstwelcher Herkunft.

 

 

Die Möglichkeiten, eine Niederlage abzuwenden, liegen in unseren eigenen Händen. Aber die Möglichkeit, den Gegner zu besiegen, wird uns von unserem Gegenüber geliefert.

Sun Tzu: Die Kunst des Krieges

 

 

Klingt nach Kalenderspruch, ist aber keiner. Und: beschäftigt mich nicht zum ersten Mal.

Was, wenn ich selbst mein Gegner bin?

Was sagt mir diese Weisheit also, wenn ich gegen mich, gegen Teile von mir kämpfen muß und will? Na? Ich. Kämpfe. Gegen. Mich. Selbst. Dann kann ich ja nur verlieren, weil ich es bin, der mir die Gelegenheit bietet, mich zu besiegen. So sagt Sun Tzu. Dann habe ich verloren, immer verloren. Bei jedem Kampf gegen mich bin ich der Verlierer …

So dachte ich schon oft. Bisher immer, glaube ich.

Als ich heute ein Buch auslas, in dem genau dieses Zitat wieder auftauchte, bemerkte ich meine bisherige Interpretation des Geschehens: Ich unterliege, versage, werde besiegt. Dabei habe ich völlig übersehen, daß – im Kampf mit mir selbst – ich mich vor meiner Niederlage schützen kann und aus dem Kampf als Sieger hervorgehe!

 

Nun, dann will ich mir diese Perspektive mal schnell zueigen machen, mich an sie gewöhnen und sie hinfort behalten. Ich als Sieger: eine ungewohnte Sichtweise. Noch. (Und ich weiß, daß das eine verdammt schwierige Veränderung sein wird, deren Ergebnis mir aber auch verdammt lohnend erscheint.)

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 04.01.2017 waren ausgefüllter Papierkram, das ausgelesene Buch (Amy Kathleen Ryan: Sternenfeuer. Gefährliche Lügen), eine Erkenntnis.
 
Die Tageskarte für morgen ist  XV – Der Teufel.

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Über Der Emil

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0 Kommentare zu Die übersehene Sichtweise (2017: 004)

  1. Lieber Emil, hört sich an, als seist Du auf dem richtigen Weg. Bei Sun Tzu heißt es übrigens auch: „Wenn du dich selbst (!) und deinen Gegner kennst, brauchst du tausend Schlachten nicht zu fürchten.“

  2. eckstein sagt:

    Oh, das ist sehr schlau. gefällt mir gut. und wenn du beide seiten bist, bist du auch der, der gewinnt. genau. was für eine erkenntnis. da denke ich mal drauf rum heute.
    hab einen guten tag. grüße aus dem stark verschneiten jerichower land.

    • Der Emil sagt:

      Typisch für die fehler- und versagensorientierte (Selbst-)Schuldzuweisungs-„Kultur“, das zu übersehen …

      Was ist Schnee? Hier jedenfalls ist kaum welcher.

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