Nº 018 (2016): Das richtige Maß.

Eine Lebensaufgabe?

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Eigentlich wollte ich nicht sprachlos davorsitzen. Doch die Worte fehlten. Also las ich.

 

 

Manchmal sind Worte zuviel, manchmal zu wenig, und nicht immer sind es die richtigen. Herrscht dann ein Mangel an Sprache oder an Schweigen? Vielleicht kommt beides letztlich auf dasselbe heraus. Und wahrscheinlich ist es für jeden von uns eine Lebensaufgabe herauszufinden, was für einen selbst das Beste ist, ohne die Gefühle des anderen allzu sehr zu verletzen. Manchmal aber will man verletzen, um den anderen zu provozieren.

Tina Soliman: Funkstille. Wenn Menschen den Kontakt abbrechen. S. 68
© 2011 J.G. Cotta’sche Buchhandlung Nachfolger GmbH, Stuttgart
ISBN 978-3-608-94562-1

 

 

Provozieren. Das kann ich sogar unbewußt, z. B. durch Schweigen. Und ich bin sehr leicht zu provozieren: Wenn meine Fragen nicht beantwortet werden, das sind für mich beinahe unerträgliche Situationen. Doch ich übe! Übe mich im Aushalten, Warten.

Scheiß-Geduld.

 

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Positiv am 17. Januar 2016 waren mehr Schnee, leckeres selbstgekochtes Essen, Geduld, ein Mittagsschlaf und leckerer Kuchen.
 
Tageskarte 2016-01-18: Das As der Kelche.

© 2016 – Der Emil. Eigener Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Kommentare zu Nº 018 (2016): Das richtige Maß.

  1. Clara HH sagt:

    Wenn mich jemand auf das Thema Geduld anspricht, sage ich oft, dass ich noch nicht mal wüsste, wie dieses Fremdwort geschrieben wird – ob hinten mit d oder mit t.
    Entsprechend bedeppert gucken diese Leute dann immer.

    • Der Emil sagt:

      Wirklich?

      Früher war — nein, ich bin auch noch immer ein ungeduldiger Mensch. Aber: ich fange deshalb nicht mehr an herumzuhibbeln. Ich zeige die Ungeduld nicht mehr, versuche, sie zu beherrschen. Und das wird wohl „sich in Geduld üben“ genannt.

      Sind Deine Kinder auch so ungeduldig? Und warum bist Du es? Meine Angst, etwas zu verpassen, hat sich bei mir (nach dem Klinikaufenthalt wegen der Depression) ziemlich weit verringert; und warum ich die überhaupt habe, frage ich mich auch seit Jahren. Obs was mit der Kommerzialisierung und Beschleunigung der Welt zu tun hatte?

  2. wildgans sagt:

    Was wohl besser ist: lieb tun und/oder schweigen – oder fies böse werden, provozieren, jemandem seine Giftzwergigkeiten spiegeln…?

    • Der Emil sagt:

      Giftzwergigkeit kann ich auch unfies, humorvoll spiegeln — jedenfalls eine Weile. Wie auch die Glitzerprächtigkeit einiger Egomanen.

      Immer eine Weile, bis das Faß überläuft. Warum kann ich dieses verflixte Faß nicht vorher mal leeren?

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