Wegen eines gerade nicht vorhandenen Gegenübers
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Es mag an meiner allgemein nicht so zufriedenen oder befriedigenden Stimmung liegen, daß sich das Fehlende und die Abschiede blitzlichtartig in den Vordergrund drängen. Die Abwesenheit, das Nichtvorhandensein einer Frau an meiner Seite, in meinem Leben, schmerzt gerade sehr. Deshalb wurde aus dem Senryū, das ich twitterte mitten in der Nacht, dieses Tanka (nicht perfekt, da Wortwiederholungen – “du” – zu vermeiden sind):
Als Du gestern gingst
Zogst Du aus meinem Herzen
Dein Messer heraus
Die noch schmerzende Narbe
Flüstert von guten Zeiten
Als ich saß und diese paar Worte zerlegte, tauschte, ersetzte, polierte, feilte, drehte, wendete, schob und schüttelte, preßte und zog, hatte ich niemand Bestimmtes im Sinn. Nur diese melancholische, angenehm schmerzende Sehnsucht nach … nun ja, nach Gemeinsamkeit, Zusammensein, Berührung, die atmete ich tief ein. Ich versuchte, einen Prosatext zu schreiben, an meiner Lebensbeichte zu arbeiten, mich abzulenken durch Scannerei: Es half nichts. Immer wieder landete ich bei Gedichten, die ich nebenher auf Zettel, nichteinmal in eine der Kladden kritzelte. Die gereimten Sachen habe ich gleich wieder vor mir versteckt, ehe ich mich ihrer zu sehr schäme wegen des aus ihnen heraustriefenden Schmalzes. Ürgs. Nur eines blieb nach all den Versuchen, nach vier Stunden scannen und schreiben. Gestern, an meinem Tag der kurzen Lyrik:
Unerfüllte Liebe schmerzt. Denn:
Sie reißt ein Loch in mein Herz hinein,
aus dem Dir was Du brauchst entgegensprudelt.
Ein 28er nach Helmut Maier.
Irgendwann kommt noch mehr davon …
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 19. Juli 2015 war die geschaffte Hausarbeit, die Menge der gescannten Zettel, die Abkühlung.
Tageskarte 2015-07-20: Der König der Schwerter.
© 2015 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


kurz, knackig auf den Punkt gebracht, da musst Du nicht mehr schreiben…. es tut gleichmässig weh…. Dir alles Gute!!!!
Es ist ja ein bisschen fatal mit dem DU- mensch sehnt sich, weil er nicht gerne allein durch Leben geht, aber kaum hat sich ein Du an seiner Seite eingestellt und sind die Schmetterlinge weitergeflogen beginnt das Ringen- auch dem muss man gewachsen sein …
Schmalztriefend? Never!
Ich finde, echte Gefühle nie kitschig.
Ein Gegenüber, das deiner würdig ist, ist vermutlich rar. Ich wünsche sie dir sehr!
Huch! *schluck*