Die Franckeschen Stiftungen zu Halle als Kulisse
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Gestern feierten viele, wirklich viele Menschen in den Franckeschen Stiftungen zu Halle das sogenannte “Lindenblütenfest”. Ein kleines Spektakel, das in diesem Jahr ganz der Bewerbung dieser Einrichtung als Weltkulturerbe der UNESCO gewidmet war. Bestandteil des Festes war ein “Barock-Markt”, ein Mittelaltermarkt mit vielen Mitmachmöglichkeiten für Groß und Klein. So fand sich im Innenhof vor dem “Langen Haus”, dem mit 110 Metern längsten Fachwerkbau Europas, unter anderem eine Historische Schreibwerkstatt, in der Sütterlin geübt werden konnte. Und ich fand den Stand der Bildhauer Helena & Marian Romanus, die gemeinsam die Funckelstein-Werkstatt in Halle betreiben und wunderbare Ideen in wunderschönen Steinen manifestieren (Beispiele finden sich auf der Seite unter “Werke”).
Ich war begeistert von dem, was sie an ihrem Stand zeigten. Und ich habe natürlich auch Bescheid gegeben, daß ich darüber schreiben werde – die Frau am Stand (Helena? Helena.) hatte nichts dagegen. Ganz besonders interessant war zum Beispiel dieses am Stand angebrachte Fenster (hinter das eigentlich ein Klingelbeutel gehört, meint ihr nicht?):

Hier können Sie ihr Geld zum Fenster reinwerfen!Originelle Idee von Helena & Marian Romanus aus der Funckelstein-Werkstatt zu Halle (Saale).
Auf dem darunterstehenden Stein (einem Muster für das, was möglich ist), auf dem im Bild das Wort “Morgenanfang” zu lesen ist, stand dann:
Morgenanfang
Ich stehe mit dem richtigen Fuß auf, öffne das Fenster meiner Seele, verbeuge mich vor allem, was lebt, wende mein Gesicht der Sonne entgegen, springe ein paarmal über meinen Schatten und lache mich gesund.
Natürlich habe ich Trottel diesen Stein nicht photographiert, ich hatte ja den Text notiert! Das war der erste von mehreren Fehlern, die ich gestern machte. Hach, am Abend, zuhause, hätte ich mir dafür in den Allerwertesten beißen können. Aber: Es gab ja noch einen Spruchstein, der mir gefiel:
Hm. Ich werde wohl irgendwann einmal den Künstlern in der Werkstatt einen Besuch abstatten. Auch wenn ich nicht das Geld und schon garnicht den Platz habe, eines ihrer Werke in meiner Wohnung unterzubringen. Und in den Franckeschen Stiftungen wollte ich sowieso öfter unterwegs sein, noch dazu, da ich heute ein spontanes Schachspiel dort gewann und es im Spielehaus immer wieder die Möglichkeit dazu gibt. Ich habe zu viel vor für meine verbleibende Lebenszeit …
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 20. Juni 2015 waren der Archivfortschritt, nette Begegnungen in den Franckeschen Stiftungen, das trotz grober Fehler gewonnene Schachspiel.
Tageskarte 2015-06-21: Die Zehn der Stäbe.
© 2015 – Der Emil. Eigener Text & Bilder unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).



Zu viel vor für die Lebenszeit – ja, kenn ich. Die Spruchsteine mag ich sehr.
Ich hab sie auf Anhieb „geliebt“ … Wie es wöhl wäre, meine Kurrentklaue in Stein gehauen zu sehen?
Der Morgenanfang hat es mir angetan- gut … hast du ihn notiert! Tolle Ideen aus der Steinwerkstatt.
Meine Lebenszeit reicht auch nicht, aber besser so, als warten, dass man gehen kann, weil nichts interessiert, nichts lockt, nichts neugierig geblieben ist … DAS haben wir hinter uns, oderr?!
herzlichst
Ulli