Und ein wenig Spaß macht es auch
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Na endlich. Darauf habe ich doch nur gewartet. Daß da endlich wiedereinmal ein Abend ist, an dem mir aber auch absolut keine Idee für einen neuen Blogbeitrag einfällt. Und ohne Idee fehlt auch das erste Wort, der erste Satz. Über den Rosenmontaggszug möchte und kann ich nichts schreiben – das Getue nervte mich einfach nur.
Über die Arbeit mag ich auch nichts schreiben, denn es war nichts besonderes dabei. Viel Sortierarbeit in den diversen Laufwerken, Archivierung, Musikdigitalisierung. Vorbereitung auf eine neue Aufgabe: Da ich mich nun schonmal mit dem Musikarchiv beschäftige, sehe (höre) ich mir (als Nebenbei-Musikredakteur) auch viele der eingehenden Bemusterungen an, zumindest der digitalen Bemusterungen. Und von den soeben oder in Kürze erscheinenden Alben habe ich schonmal fünf herausgefiltert, von denen ich (zum ersten Mal) jeweils einen Titel im donnerstäglichen Mittagsmagazin dieser Woche vorstellen werde. Das Procedere nennt sich “Lobpudel-Fleischwolf” und ist die völlig subjektive Bewertung der Titel durch die Moderatorin und mich. Und es gibt nur zwei Möglichkeiten: Lobpudel oder Fleischwolf.
Hm. Nun schreib ich ja doch über die Arbeit. Diese Musiksache war/ist nämlich schon ziemlich umfangreich. Dutzende Mails pro Woche, von denen die, die schon im Betreff “Single” oder “Neuer Song” erwähnen, ignoriert werden. Die restlichen werden nach ganzen Alben (mind. sechs Titel) durchsucht, die dann heruntergeladen, benannt und getaggt und natürlich angehört werden müssen. Oft höre ich nur die Liedanfänge und ab und an mal ein Stückchen aus einer Liedmitte. In der Straßenbahn habe ich jetzt wieder ständig den OGG-Player im Ohr …
Einige der anderen Menschen, die diesen “Lobpudel-Fleischwolf” mit zugeschickten Bemusterungs-Tonträgern bestreiten, geben mir diese mittlerweile unaufgefordert. Gelobpudelte Musik wandert unbesehen ins digitale Musikarchiv, gefleischwolfte höre ich mir nochmal genauer an. Oft landet diese dann wirklich im Schrott, manchmal aber finde ich sie zu interessant dafür. Und dann kommt das Album eben doch noch – na, ihr könnt es euch sicher vorstellen.
So ein klein wenig “Macht” läßt mich schon ab und zu schmunzeln, vor allem, wenn die Fleischwolfer dann die selbst gefeischwolfte Musik in ihre Sendung einbauen …
Ach ja: Ich habe einfach den Stift nicht vom Papier genommen, als mir nichts einfiel. Und siehe: es hat geholft.
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 16. Februar 2015 war die unterschriebene Verlängerung des BFD um sechs Monate.
Tageskarte 2015-02-17: Die Königin der Münzen.
© 2015 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


Über die Verlängerung freue ich mich sehr für dich, lieber Emil.
Ich mich auch. Aber danach is erstmal gut. Dann brauch ich echt Pause 😉
Ein kleiner Bollerwagen, ein paar betont unauffällige Kartons, Feuerlöscher oder abgelaufene Gasflaschen mit einem draufgebundenem Wecker an prominenten Punkten der Wagenstrecke verteilen. Die Wecker dürfen ruhig noch tick-tack machen und dann sollte eigentlich Ruhe sein.
Hat im Moment schwer Konjunktur, sowas 🙂
P.S. Der Ästhet unter den Anschlägern malt noch mit blutroter Farbe »Helau!!!« drauf, wahlweise auch »In schā’a llāh«
„Helau“ wäre in Köln ja wirklich der Gipfel der Bösartigkeit! 😉
Herr Panroufle, Herr Pantoufle: Reicht es nicht, am Bahnhof einen Rucksack voller Knüllpapier stehenzulassen, in dem ein altmodischer Wecker sicher verpackt ist?
Klasse Einblick!
Aber wieso kommen die korrekt angeschriebenen Mails chancenlos in den Müll? Was müsste im Betreff stehen, um eure Aufmerksamkeit zu bekommen?
(Ist vielleicht auch mal für Verlage relevant? 😉)
Viel Spaß beim Hören!
(Das wäre mir zuuu anstrengend. Ich kann ja kein Radio nebenher hören und auch nicht mit Berieselung arbeiten. Nur Autofahren geht als Zweitbeschäftigung zu Musik oder malen, dösen etc.)
Singles oder einzelne Songs erfordern beinahe so viel Arbeit wie ein ganzes Album, liefern aber nur ein Zehntel Album Material für den Musikpool. Noch dazu tauchen die Titel ja dann üblicherweise auch auf einem Album auf und müssen im Fall des Falles ein zweites Mal bearbeitet werden. Da all das im Gegensatz zu großen, kommerziellen Sendern unbezahlt und nicht automatisiert erfolgt …
Eine Single oder einen einzelnen Song zu bearbeiten sind für das Radio wie Rezension eines Romans anhand von 10 oder 20 (zusammenhängenden) beliebigen Seiten des Buches für eine Bibliothek oder einen echten Buchhändler …
Ach soooo!
Daaanke. 👍
Von Lobhudelei habe ich ja schon gehört. Aber Lobpudel? Wie seid ihr nur auf diese Wortschöpfung gekommen? Mir geht das Bild eines Königspudels nicht mehr aus den Kopf. Sofort sah ich auch einen Fleischwolf. Dieses Gerät, das meine Großmutter mittels eines Schraubverschlusses an der Tischkante befestigte. Oben hinein wurde ein Stück Fleisch gesteckt und ,während kräftig an einer Kurbel gedreht wurde, kam am unteren Ende das Fleisch in wurmartigen langen Fäden wieder heraus. Ich stelle mir vor, wie so ein digitaler Musikfleischwolf aussehen könnte. Du bist auf alle Fälle phantasieanregender als jeder Rosenmontags- oder was auch immer für ein Umzug sein könnte.
Liebe Grüße,
Elvira
Ah, auf diese Idee kamen zwei Mädels aus der Tagesaktuellen Redaktion schon 2011 oder 2012, und es bellt ein Zwergpudel bei für gut befundener Musik — ansonsten heult ein Wolf. Ich werde im Freitagsbeitrag ein Hörbeispiel verlinken.
Werde ich mir anhören!
Lieber Emil,
wenn du schreiben möchtest, dir aber manchmal die Themen und somit die Anfänge fehlen, dann mach doch beim Blogideekasten mit:
https://blogideekasten.wordpress.com/die-idee/
Wir freuen uns immer über Zuwachs!
Es hat dann ja doch funktioniert 😉
Manchmal jammere ich auf hohem Niveau über die Ideenlosigkeit nur aus dramaturgisch-stilistischem Grund.
Ach: Danke für den Tip! (Jetzt geh ich ihn mir ansehen.)
Ein wenig Spaß hat es offenbar auch gemacht ….
Schön!
Herzliche Grüße
Helmut
Na klar macht es Spaß, sich mit Musik zu beschäftigen (/insbesondere, da die meiste dieses Radio erreichende eben nicht mainstream ist). Konkret: Es ist eine umfangreiche Arbeit, die Spaß macht.
Endlich bin ich mal wieder zum Bloglesen gekommen. Feststellung: Man kann, aber muß nicht. Gleiches gilt fürs Schreiben. Es gibt tatsächlich noch ein anderes Leben!
Du weißt, daß das bei mir ein wenig anders ist. Ich muß, aus therapeutischen Gründen 😉
Bei wem sind das denn keine therapeutischen Gründe? Ich werde in diesem Jahr aus therapeutischen Gründen zum Matala Festival….