Leichte Datenparanoia
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Nun kommt doch noch etwas, daß sich beim Thema “Verschwinden der Staatsgrenze der DDR” einordnen läßt, bzw. das aus diesem Thema herübergekommen ist in meine Gedanken. Verursacht oder angeregt wurde es, als ich gestern und heute schon in Lukianenkos “Labyrinth der Spiegel” las und von der virtuellen Realität des “Deep” und den Abenteuern des “Divers” geschockt und fasziniert und verängstigt bin. Kommunikation und Kommunikationskanäle spielen darin eine wichtige Rolle.
Sichere Kommunikation im Internet, Hilfe gegen die Überwachung immer und überall; die Unbedarftheit der Datenpreisgabe vieler, sehr vieler Menschen in sozialen Netzwerken und Einkaufsportalen bzw. mit Hilfe von dienstbaren Apps auf ihrem Handy, bei dem nichteinmal die Ortung per GPS oder Funkzelle abgeschaltet werden kann (manchmal muß der Akku aus dem Gerät genommen werden). All das sind potentielle und in vielen Fällen schon existierende und ausgenutzte Gefahren für unsere personenbezogenen und persönlichen Daten (auch für die geheimsten Geheimnisse) in unserem Leben im hier und jetzt.
In Gesprächen üüber die “friedliche Revolution” wird betont, wie wichtig es war, daß Menschen miteinander kommuniziert haben. Daß sie zueinander gestanden und sich engagiert haben. Wie schade, daß kaum jemand den offensichtlichen Zusammenhang herstellt und darauf hinweist, daß wir die Freiheit unserer Lebensräume und Kommunikationskanäle auch heute mit Solidarität und Engagement verteidigen müssen.
Zitiert von Digitalcourage.de.
Was war denn im Umfeld der Feierei zum 9. November zu hören oder lesen oder sehen, zu erfahren von der heutzutage erlebbaren staatlichen Willkür (Straßenausbaubeiträge, Anschlußgebühren, ALG II, Unterbringung von Flüchtlingen, Überwachung des öffentlichen Raumes, Stduienreglementierung)? Was ist denn noch in den Medien zu sehen und zu hören von Edward Snowden, NSA, Facebook-Backdors für Sicherheitsdienste usw. usf., von den Mitteln und Methoden aller Geheimdienste und großer Unternehmen zur Gewinnung von personenbezogenen Daten und Metadaten (LG und seine Fernseher z.B.)? Wer sorgt sich denn um die Zugriffsmöglichkeiten, die WhatsApp auf (fast) alles andere in seinem Smartphone hat?
Wie weit sind denn die Redefreiheit, die Pressefreiheit, das Post- und Briefgeheimnis, das Fernmeldegeheimnis, das Recht auf Anonymität und die Freizügigkeit usw. noch wirklich vorhanden? Rasterfahndung, Mailfilterung nach Schlagworten, für eine Busfahrt muß sich mit einem Paß oder Personalausweis ausgewiesen werden, Fußballeintrittskarten können nur noch per Überweisung oder mit Kreditkarte bezahlt werden … Überwachung in der DDR war tägliche Realität, doch heute ist sie viel einfacher viel umfangreicher möglich und real. Wir bemerken sie nur wesentlich schwerer! Ein Notebook (mit Windows), das ständig im Internet hängt, kann als wunderbares Mikrofon zur Raumüberwachung genutzt werden …
Was, das ist doch alles nicht so schlimm? Nun, dann empfehle ich wirklich die Lektüre einiger Themen bei Digitalcourage.
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 12. November 2014 war das gefundene nutzbare Programm.
Tageskarte 2014-11-13: Die Sieben der Münzen.
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(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


Ein Thema, das ich zuweilen verdränge, ich weiß. Du hast recht, daran zu erinnern.
Die Onlinebesuche der sogenannten Leitmedien brechen gerade ziemlich ein. Der erste Schritt, sozusagen … 🙂
ja Emil, das ist das wahre Gruselkabinett des Jetzts, in dem Zusammenhang geht mir auch immer wieder durch den Kopf, wenn ich Filme schaue oder Bücher lese über den Widerstand, wo auch immer noch, dass er heute so gar nicht mehr möglich wäre, dass viel zu viel von den damaligen Methoden ans Licht kam und wir über ganz neue nachdenken müssten, aber der wäre dann eben auch nur wiederum möglich, wenn wir Handys und PCs nicht nutzen würden, wäre nicht allein das schon verdächtig? Zudem habe ich auf meiner Fahrt von hier in den Norden „Blackout“ gehört, da wird ein Szenario dargestellt, was möglich erscheint und in aller Klarheit zeigt, wie abhängig wir uns gemacht haben. Ein sehr unbequemes Thema … mich wundert noch immer die Unbedarftheit der meisten!
danke und herzliche Grüsse
Ulli
Das Schlimme ist, daß z. B. ich weiß, was da möglich ist (wahrscheinlich geht sogar noch viel mehr als ich befürchte) und all das trotzdem mitmache. Nun gut, ich trenne sehr deutlich zwischen WP/FB/Whatsapp und auch zwischen meinen alter egos. Vielleicht sind wir deshalb nicht von so vollkommen marktkonformer Transparenz …
das alles war mit ein Grund warum ich immer wieder darüber nachdenke wie persönlich ich mich wirklich öffentlich zeige und was, über ein Smartphone verfüge ich nicht, will ich auch nicht (mehr), bliebe WP und FB- auf FB bin ich ziemlich zurückhaltend, zeige eigentlich nur Bilder, oute mich aber durchaus mit dem einen und anderen like it, dazu kommt, dass es mir in manchen Punkten auch wurscht ist, ich mag meine Meinung sagen und „die“ sollen doch damit machen, was sie wollen. Mein Unbehagen ist grösser und bezieht sich weniger auf mich selbst, als aufs Ganze …