14 Bücher

Ehe sie freigelassen werden, campieren sie noch bei mir

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So ein Freies Radio wie Radio Corax ist schon was Feines. Und erst die dort tätigen Menschen! Einer von denen gab mir gestern vierzehn Bücher, die er freilassen (d. h. deponieren, wo Bücher frei getauscht werden) wollte. Darunter einige wirkliche Klassiker. Und ich? Ich mache daraus einen Blogbeitrag.

 

 
Vierzehn Bücher, vierzehn Anfänge
 

Na, als ich so an die dreißig Jahre tot war, machte ich mir doch so langsam Sorgen. Werner Holt ging die Treppe hinab, eine Betontreppe zwischen getünchten Wänden, ging unsicher, beinahe schwankend, in der zerschlissenen feldgrauen Montur. Mitleid zu fühlen mit den Betrübten ist die Pflicht der Menschen, die jedem geziemt, besonders aber von denen erwartet wird, die selber einmal Trost benötigt und ihn bei anderen gefunden haben. Der Mond, der in der Mitte des Himmels stand, hatte seinen Glanz verloren und das Licht des heraufsteigenden Tages schon alle Teile unserer Erde erhellt, als die Königin aufstand, ihre Gefährten rufen ließ und sich mit ihnen, über taufrisches Gras gemächlich dahinwandelnd, in angeregten Gesprächen ein wenig von dem stolzen Palast entfernte. Der Aufbau eines Partisanenzentrums erfordert Menschen mit eisernem Chrakter, die fähig sind, große Geheimnisse zu hüten und sie, wenn notwendig, mit ins Grab zu nehmen. Das Pflaster glänzte im Aprilregen. Fiametta spricht: Unglücklichen pflegt Lust aus der Klage zu erwachsen, erkennen oder erfühlen sie Mitleid in anderen. Zu allen Zeiten gab es Vorstellungen von der Ehe und von den Eigenschaften, die einen “guten” Ehemann, eine “gute” Ehefrau auszeichnen. Es gibt eine Reihe von Fragen, die sich der Mensch wieder und wieder stellt. Der Automat hinter dem Schreibtisch lächelte. Was ich zu berichten beabsichtige, ist mir vor reichlich einem halben Jahrhundert im Hause meiner Urgroßmutter, der alten Frau Senator Feddersen, kund geworden, während ich, an ihrem Lehnstuhl sitzend, mich mit dem Lesen eines in blaue Pappe eingebundenen Zeitschriftenheftes beschäftigte; ich vermag mich nicht mehr zu entsinnen, ob von den “Leipziger” oder von “Pappes Hamburger Lesefrüchten”. Mit vorliegendem Buch veröffentlichen wir ein Manuskript, das in den nachgelassenen Papieren von Professor Peter E. Hogarth gefunden wurde. Ich weiß nicht, was ich machen soll.

 

 

Da sind nur dreizehn Sätze? Oh, es hat sich jemand die Mühe gemacht und nachgezählt! Aber wer nur dreizehn Sätze fand, hat trotzdem richtig gelesen, denn das vierzehnte Buch ist Das große Tafelwerk (Volk und Wissen 1994). Die anderen Bücher werde ich in einem Kommentar nennen, heute oder morgen. Sie zu lesen wird ein ganzes Weilchen dauern.

 

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 20. Oktober 2014 waren die Ruhe am Morgen, der Nachmittag im Sender, der Abend zuhaus.
 
Tageskarte 2014-10-21: Die Drei der Kelche.

Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Kommentare zu 14 Bücher

  1. Sofasophia sagt:

    tolles patchwork!! 😉

  2. Gudrun sagt:

    Haha, Das große Tafelwerk, mein Retter aus der Abi-Not! 🙂

  3. minibares sagt:

    Was für ein Geschenk, da hast du ja ordentlich was zu lesen.

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