Über die Entstehung des Kopfkinos: Spielerei mit Sprache usw. usf.

Ohne Verpflichtung im Radio, Tag 4

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Wiedereinmal sitze ich vor dem weißen Blatt, vor der leeren Seite meiner Kladde. Seit Stunden drehe ich den Stift in meinen Fingern, lege ihn auf den Tisch, mal hierhin, mal dahin. Aufs Papier, direkt daneben, weit weg. Die Flasche Württemberger Trollinger ist geleert, nur im Glas funkelt noch ein hellroter Rest. Eine Flüssigkeit, die «trocken» genannt wird! Wie widersinnig das ist, denke ich, als ich an das Gegenteil von «trocken» denke: «lieblch» oder gar «süß», eben weder «feucht» noch «naß» in dieser Fachsprache. Aber das ist vielleicht der Grund für mein Noch-immer-Hiersitzen: Der Wein ist so trocken, daß er alle meine Ideen aufsog wie ein Schwamm

Und dann: «Im Wein liegt Wahrheit» – in vino veritas. Pah, noch nie habe ich eine Nähmaschine im Wein liegen sehen. Ich kann mir das nichteinmal vorstellen. Vielleicht aber wäre das ein machbares Kunstprojekt? Die Umsetzung von Sprich- und geflügelten Worten in Bilde, Sprachbilder. Ähnlich wie das von den «Inhabitanten transparenter Domizile», die «keine parabolischen Beschleunigungsexperimente» usw. usf. Autsch. Ich sehe meine Reisetasche und die Umsetzung einer anderen Redensart vor mir: «einem nackten Mann in die Tasche greifen». Wen könnte ich mir dazu als Gehilfin, als Gehilfen vorstellen? Ich, von hinten abgebildet, nackt, die Reisetasche in meiner linken Hand. neben mir auf dem Boden vor dem weißen Hintergrund eine sündig rot gekleidete Frau, deren Hand mit feuerwehrrot lackierten Nägeln gerade in meine Reisetasche einzutauchen versucht.

 

Ah. Genau. Dieses bzw. so ein Bild war es, das ich suchte. Jetzt läuft es wieder, mein Kopfkino. Und ich muß mich jetzt konzentrieren, auf das, was in meinem Kopf auftaucht, auf das, was ich jetzt zu Papier bringen kann. Schließlich brauche ich solche Ideen, solche Anfänge, um daraus an einem Stück Texte zu fabrizieren. Nur anfangen, dann den Anfang liegenlassen und irgendwann weiterschreiben, das funktioniert bei mir nicht, noch nicht. Aber das möchte ich lernen, daß ich auch so arbeiten kann. Wenn ich hier fertig bin, dann gehe ich mal wieder in die Bibliothek. Irgendwelche guten Bücher dazu muß es doch geben. «Romane für Dummies» oder so …

 

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 25. August 2014 war die geschaffte Hausarbeit: Der Berg Bügelwäsche ist weg.
 
Tageskarte 2014-08-26: Die Zehn der Münzen.

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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Kommentare zu Über die Entstehung des Kopfkinos: Spielerei mit Sprache usw. usf.

  1. Sofasophia sagt:

    du kannst ja, statt anfangen mal weiterschreiben ausprobieren. bei jürgens und meinem fortzsetzung folgt-projekt! 🙂
    http://sofasophia.wordpress.com/category/fortsetzung-folgt/

  2. Amelie sagt:

    In vino veritas … Ja, warum nicht mal ein Foto basteln, wo eine gute alte Nähmaschine in Rotwein steht.
    Ich habe mir für 2014 das Fotoprojekt „Kaleidoskop der Wörter“ gegeben. Deutsche Wörter, die danach schreien, in abstrakte und humorvolle Fotos umgesetzt zu werden …
    Deinen heutigen Beitrag habe ich zum Anlass genommen, wieder ein Bilderrätsel hochzuladen …

    https://www.flickr.com/photos/-amelie-/14859794288/

    • Der Emil sagt:

      Ich gestehe, daß ich auch flickr vernachlässigt habe in den letzten 6 Monaten …

      • Amelie sagt:

        Es geht eben nicht alles.
        Ich bin seit zwei Wochen aus dem Urlaub zurück und schaffe es nicht, meine Fotos zu sichten und zu zeigen. Obwohl flickr für mich so wichtig ist …

        • Der Emil sagt:

          Es gibt aber noch Wichtigeres als flickr.

          • Amelie sagt:

            Stimmt. Die Fotofreunde persönlich treffen und gemeinsam mit der Kamera losziehen …

            • Der Emil sagt:

              Hab ich früher mit Leuten der fc gemacht, würd ich mal wieder tun (2.9. ab 15 Uhr in MD schau ich mir den Friedhof in der Schönebecker Str. an)

              • Amelie sagt:

                Ich bin ja zugezogen, deshalb darf ich fragen: Wo is’n da ein Friedhof?
                Ich werde am Wochenende beim Laternenfest sein und hoffentlich schaffe ich es, die letzten Atemzüge des Sommergartens in der Neuen Residenz zu erleben.

                • Der Emil sagt:

                  Freitag und Sonntag bin ich bei Corax (am Rive-Ufer, zum Volkspark hin), Sonnabend im Mittelaterbereich. Der Friedhof ist stadtauswärts kurz hinter Buckau Wasserwerk.

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