Ohne Verpflichtung im Radio, Tag 5
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Ich nehme an, ich setze voraus, ich befürchte, ich ahne, ich erwarte, ich hoffe …
Vieles davon ist durch nichts zu begründen. Die Ausrede, daß das aus der Erfahrung heraus so sein muß/müßte/sollte/wird, gilt nicht. Denn welche Erfahrung lege ich meinen Spekulationen zugrunde? Doch nur die, derer ich mich erinnere. Die drögen, mir unpassend erscheinenden, teilweise unangenehmen, “überflüssigen” Erfahrungen – an die kann ich mich nicht (zumindest nicht bewußt, aktiv) erinnern! Vielleicht stimmt es doch: «Jeder Mensch erfindet sich eine Geschichte, die er für sein Leben hält.» Zumindest sortiert mein Gehirn sehr, sehr deutlich merkbar aus, wenn es um Erinnerungen geht. Und aus denen rekonstruiere ich mein Leben …
Annahmen, Voraussetzungen, Befürchtungen, Ahnungen, Erwartungen, Hoffnungen. Bestimmen sie nicht zu einem Gutteil meine Entscheidungen, mein Leben? Doch, das tun sie. Aber sind sie Hilfen, Helfer? — Ganz gleich, wie absichtslos ich lebe, ganz gleich, wieviel vom Geschehen ich annehme (akzeptiere) – diesen sechs bin ich ausgeliefert. Vorurteile kann ich vermeiden. Aber wer schafft es schon, ohne Annahmen, Voraussetzungen, Befürchtungen, Ahnungen, Erwartungen und/oder Hoffnungen zu leben? Ich nicht …
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 26. August 2014 war geschaffte Hausarbeit.
Tageskarte 2014-08-27: Die Zwei der Kelche.
© 2014 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 3.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


ich muss an diese siebe aus der geschichte denken, die jürgen mal gepostet hat. das erste sieb: wahrheit, das zweite: tut das ding gut, was du denkst/erzählen/machen willst und das dritte? weiss ich nicht mehr … gut, das ist dann was anderes. aber es ist mir grad so eingefallen.
denn wie auch immer: wir sieben und wir werten so automatisch alles, dass wir es gar nicht mehr merken. ich lese und schon habe ich eine meinung. sie beruht auf einem dieser sechs dinge, die du da aufzählst. und ja, auch ich habe eine selektive erinnerung. und doch: auch das, woran ich mich nicht mehr erinnern kann, hat mich geprägt. manchmal mehr als das erinnerbare.
spannendes bettmümpfeli, danke!
Tu ich das, das Sieben? Oder macht das mein Hirn ohne mein Zutun?
Klar bin ich auch vom Nicht-Erinnerbaren geprägt. Aber mein Leben rekonstruiere ich aus dem, das ich erinnern kann. Mein Gedächtnis ist das größte aller Rätsel fur mich.
wem sagst du das! 😉