Hierbleiben

Die Gegenwärtigkeit und ihre Schwierigkeiten

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Im Hier bleiben, im Jetzt bleiben;
gegenwärtig sein in Zeit und Raum:
Für einen Träumer manchmal sehr, sehr schwierig.

Die wahrscheinlich größte Gefahr dabei:
Die Angst vor der Vergangenheit.

Ein Janka nach Helmut Maier.

 

 

Jaja, die Vergangenheit. Packt mich sowieso öfter, als es mir lieb ist und lieb sein kann. Da sind Gerüche, Laute, Sätze, Gesten und kleine Bewgungen, die mich meist an die weniger schönen Zeiten erinnern. Alles Trigger, die zu Flashbacks (gut, in sehr milder Form) führen. Z. B. dieses strafende Schweigen. Oder der Geruch von trocknendem Sellerie, faulenden Kartoffeln … Immer dann ist es schwierig, gegenwärtig zu bleiben.

Auch wenn ich in einem Buch versinke, ist es mit der Gegenwärtigkeit vorbei. Nicht umsonst habe ich das Aussteigen aus der Straßenbahn oder aus dem Bus schon viel zu oft überlesen, also vergessen, verpaßt. Beim Schreiben, wenn ich in meine Phantasiewelten abtauche, bin ich auch nicht im Hier und Jetzt.

Aber muß ich das denn sein? Klar, Achtsamkeit ist nur mit Gegenwärtigkeit möglich. Aber wer, bitteschön, ist immer achtsam, immer?!

Also kultiviere ich meine kleinen Fluchten, gönne und genieße sie. Und vielleicht, vielleicht trainiere ich damit ja auch heimlich für meine lange Wanderschaft, die ich ganz, ganz sicher irgendwann noch in Angriff nehmen werde.

 

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 5. August 2014 waren Nachrichten, die ich erhielt, freundliche Menschen, die mir viel Wartezeit ersparten, reiche “Beute”.
 
Tageskarte 2014-08-06: Das As der Kelche. (Meine Seele ist auf der Suche nach Erfüllung, körperliche Heilung steht an.)

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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Kommentare zu Hierbleiben

  1. minibares sagt:

    prima, dass du so gut abschalten kannst, lieber Emil.
    Dann bist du einfach in einer anderen Welt, wunderbar.
    Das gelingt mir nur selten. aber eben doch so ab und an.

  2. Gudrun sagt:

    Eigentlich sind es zwei Wanderschaften, gell? Eine über viele Kilometer und eine in der Zeit zurück. Beide sind irgendwann ergangen.

  3. Frau Momo sagt:

    Ich lese gerade die Unglaubliche Pilgerreise des Harold Fry… der ist einfach los marschiert, obwohl er nur zum Briefkasten wollte. Das Buch fesselt mich gerade und ich glaube, irgendwann gab es diesen Punkt bei mir auch… ich bin einfach losmarschiert, habe nach und nach das Alte und das Triggernde hinter mir gelassen und es holt mich heute nur noch selten ein. Meine Vergangenheit gehört zu mir, aber ich konnte ihr die Macht nehmen und das ist gut so.

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