Eine Bruchbude

Und wieder war ich baff

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Gestern hatte ich ein wirklich schlechtes Gewissen.

Zwei Erwachsene und zwei Kinder waren Essen in einer Gaststätte. Mit Getränken. Zwei sehr leckere Speisen hießen Geflügelleberpfanne mit Äpfeln und Zwiebel und Kartoffelpüree sowie Grillhaxe mit Sauerkraut und Salzkartoffeln. Dazu gab es für mich auch leckeres Schwarzbier.

Die Kinder waren wirklich sehr, sehr lieb. Hielten sie doch über eine Stunde ohne großes Theater am Tisch aus, tranken ihre Apfelschorle und aßen dann “hausgemachte” Fischstäbchen (panierte Filetstreifen, wirklich selbstgemacht) mit Püree. Der Große aß zügig, ohne Kleckern und Trödeln, viel besser und disziplinierter als zuhause. Auch der Kleine schaufelte fröhlich vor sich hin.

Und am Ende, als die leergegessenen Teller abgeräumt waren, gab es auch noch den berühmten “Verteiler”.

Während die Mutter mit den Kindern bereits nach draußen ging, stand ich an der Theke und beglich die Rechnung mit gutem Trinkgeld. Im Hinausgehen wunderte ich mich allerdings schon über die unerwarte niedrige Summe: Ich hatte etwa ein Drittel mehr überschlagen und liege mit meinen Überschlägen oft erstaunlich dicht am tatsächlichen Ergebnis. Doch erst, als es mir gesagt wurde, bemerkte auch ich, daß das Essen der Kinder nicht berechnet wurde! Und: Die kinder hatten nicht den in der Karte zum Preis von 0 € verzeichneten “Piratenteller” (leerer Teller mit Besteeck; das Essen wird bei den Erwachsenen erbeutet).

Wenn ich etwas nicht mag, dann sind das ein schlechtes Gewissen und Schweigen. Ich hatte ein schlechtes Gewissen, ein gewaltiges schlechtes Gewissen. Also: Wieder rein. Die Bedienung sah mir mein schlechtes Gewissen an, lächelte und sagte dann: “Ich weiß, was sie wollen. Sie vermissen die Kinderessen – aber zu jedem Hauptgericht ist bei uns ein Kinderessen gratis. Ist eines unserer Angebote …”

Wieder war ich baff, dankte und ging. Und falls mal jemand nach Halle (Saale) kommt und leckere, echt leckere Hausmannskost mag, dann könnte ich einen Besuch in der Bruchbude in der Zscherbener Landstraße 2a durchaus empfehlen.

 

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 24. Juli 2014 waren der schnell erledigte Weiterbewilligungsantrag und das leckere Abendessen.
 
Tageskarte 2014-07-25: Der König der Kelche.

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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Kommentare zu Eine Bruchbude

  1. arabella50 sagt:

    So ein kinderfreundliches Lokal lob ich mir.Danke für den Tip.

  2. Sofasophia sagt:

    hey toll, diese bude. und ja: ich wäre auch nochmal rein! 😉

  3. Gabi sagt:

    Das ist doch toll! Sowas findet man selten.

  4. Frau Momo sagt:

    Ich glaube, die meisten hätten sich über den vermeintlichen Fehler der Bedienung gefreut und wären nicht zurück gegangen.

  5. Ulli sagt:

    was für eine wunderbare Geschichte aus der WunderBar des Lebens!
    da ist man baff und freut sich dann, oderrr?!

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