Gestern zwischen 4.30 Uhr und 6.20 Uhr
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Im Traum war ich Bräutigam einer hochmittelalterlichen Hochzeit (mit Kronreif auf meinem Kopf!) und war mir sicher, daß zur Finanzierung des Gelages die Kirche meiner Mutter – die Hallesche Marktkirche, die es zur Zeit des Hochmittelalters noch garnicht gab – beliehen werden muß.
Wieso ist der Kaffee noch nicht fertig? Hätte ich die Maschine vielleicht auch noch einschaltem müssen? Was? Ja?!? Mist! Fünf Minuten warten auf den braunen Lebenssaft …
Die linke Socke hat ein Loch. Wirklich die linke Socke. Ich besitze mehrere Paare, deren Einzelsocken mit “R” und “L” gekennzeichnet sind …
Als ich aus dem Haus und die Stufen hinab flitze und zum Bus eilen möchte, rennt mir eine fette Ratte zwischen die Füße. Im Bemühen, das Tier nicht zu treten, stolpere ich ein paar Schritte, aber ich fange mich ab und die Begegnung bleibt für die Ratte und mich folgenlos …
Die oberen Stockwerke des Gebäudes, in dem das hiesige Jobcenter zu einem großen Teil residiert, verschwinden im Nebel. Sichtbar sind nur die unteren dreizehn oder vierzehn Etagen der Scheibe D, wie das Gebäude in besonderer Bauart heißt. Alles darüber verschwindet in Nebel oder tiefliegenden Wolken …
In der Tram höre ich, daß ein Referent (einer Behörde, nicht einfach nur ein ein Referat haltender Mensch, also nicht nur ein Redner) eine Entscheidung nicht fristgerecht treffen wird. Laut (unbeabsichtigt) mitgehörter Aussage sind daran sowohl der Arbeitskräftemangel in dieser Behörde als auch die Zögerlichkeit des Referenten Schuld …
Nach dem Aussteigen sehe ich, daß die Straßenbahnen wie Tautropfen an den Fahrdrähten hängen. Sie gleiten lautlos und beinahe unsichtbar an mir vorbei durch den Nebel …
Auf der Wiese am Opernhaus streiten sich lautstark zwei Erpel und eine Ente. Weil ich irgendwo am Morgen auch gehört habe, daß gerade der Tag des Baumes ist, sehe ich mir die umstehenden Gehölze an: Ja, sie haben alle Blätter …
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 25. April 2014 war der Kaffee im Radio und der Abend mit der allerallerallerbesten Freundin.
Tageskarte 2014-04-26: Acht der Schwerter.
© 2014 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 3.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


Guter Trip durch Deinen Tag. Ich war dabei. Zum Kaffee fallen mir schlimme Dinge ein: Zwei auf Gasherd zu Tode gekochte Espressokocher. Kein Kaffee eingefüllt, ein andermal kein Wasser und diese Sauerei neulich, als irgendwie keine Kanne unterm Filter stand.
ja, sie haben alle blätter die bäume! köstlich. oder eher traurig? wo lebst du, dass du das wachsen der blätter nicht mitbekommen hast? … oder ist es nur der blick, der das nicht bemerkt hat?
socken mit R und L habe ich auch. ein paar wandersocken, die an den neurallgischen stellen dicker gepolstert sind. aber alltagssocken mit L und R? das finde ich witzig. die würde ich wohl aus lauter trotz oder anarchie verkehrt herum anziehen … *höhö* …
ein feiner text, in dem du die ersten stunden deines tages sehr bildhaft beschreibst. vor allem der nebel ist geradezu fühlbar …
der alltag ist eben der beste geschichtenlieferant! 🙂
Mein Lieblingswort dieses Artikels ist „Arbeitskräftemangel“! Und das im Zusammenhang mit „Jobcenter“
Liebe Grüße von Elvira
Dein Traum hat dich also nicht den ganzen Tag beschäftigt, lach.
Eher die Ratte, oder aber der Referent.
Oder doch die beiden Erpel?
Hier gibt es drei Erpel, die zusammen mit einer Ente immer an den Frühstücks-Cafés sitzen und auf Happen warten.
Wunderbare Beschreibung. Ich sehe die Bilder zwischen Mittelalter und Großstadtdschungel sich fließend verbinden. Dir einen schönen Wochenausklang…
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