Vor allem auf Alt-Dänisch
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Also. Nochmal von vorn. In Leipzig fand am vergangenen Wochenende ein Mittelalterspektakel statt, das “Umschlag” benannt ward. Im Kohlrabizirkus, in der “Alten Messe”, einer ehemaligen Großmarkthalle mit durchaus beeindruckender Architektur. Händlerey und Gaucklerey, Schmaus und Gesöff, Tand und Getöpfertes, Hölzernes und geschmiedet Eisen, Musikanten zuhauf. Sogar ein Stand mit Wolle und Spinnrad und allerlei anderem Gerät war vorhanden. Ich habe nach Gudrun Ausschau gehalten, konnte sie jedoch nirgends entdecken.
Mein Weib (am Wochenende kinderfrei), die allerallerallerbeste Freundin und ich trafen in Leipzig Hallenser, die ich in Halle seit Jahren nichtmehr gesehen hatte. Allerdings kann ich nicht sagen, wie der Met und das Bier schmeckten, die da für verdammt teuer Geld verhökert wurden: Freiwillig hatte ich mich als Fahrer gemeldet. Wir schlichen von Marktstand zu Marktstand, ich suchte nach einem Hemd für mich. Aber entweder waren die noch vorhandenen zu klein, aus dem falschen Stoff, nicht schwarz oder einfach zu teuer. Hach, dabei gab es am Stand von Blaudruck Greiz wirklich wunderschönes Gewand zu kaufen! Ab sofort heißt es sparen, sparen, sparen auf ordentliche Kleidung.
Nun, ganz spät am Abend – also abends um Schlag zehn – stiegen die Spielleut von Corvus Corax (der lateinische Name des Singvogels Kolkrabe) auf die Bühne und begannen, herrlich an den Füßen zupfende Töne zu erzeugen. Viele Titel vom “Sverker”-Album waren zu hören und lauthals auf Alt-Dänisch mitzugrölen, einige ihrer Klassiker durften nicht fehlen. Ja, das macht Laune, selbst nach fünf Stunden latschen durch die Markthalle … Ach, wie habe ich solche Höhepunkte vermißt in den letzten Jahren! Bin ich doch alleine viel zu selten unterwegs gewesen, hab viel zu oft gesagt, daß ich das Geld dafür für andere Dinge viel besser hätte verwenden können.
Nein, ich habe es nicht bereut. Es war wunderbar in Leipzig, im Kohlrabizirkus. Nur eine Kritik habe ich anzubringen: Zehn Minuten nach dem Konzert war Ausschankschluß, wurden die Besucher aus der Halle gekehrt; es gab keine Gelegenheit für einen geruhsamen Abschlußtrunk.
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 9. März 2014 waren das Ausschlafen, der letzte aufgebaute Schrank, der Abend.
Tageskarte 2014-03-10: Neun der Kelche.
© 2014 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 3.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


das klingt nach einem wunderbaren ausflug ins mittelalter, und ich hab sogar mehr als bahnhof verstanden 🙂 danke fürs virtuelle mitnehmen …
emil, mensch, ich war doch auch da! und wir haben uns nicht gesehen 🙂
Oh, die Gudrun war da nicht zu finden. Einmal, weil es wirklich nicht schön ist, alleine herumzulaufen. Im Moment ertrage ich das nicht so gut und zum „Mittelalter“ wollen meine Freunde nicht. Als Akteur wird man mich dort auch nicht finden, denn ich habe kein verkaufendes Gewerbe und ein Stand auf diesen Märkten kostet eben Geld, nicht wenig.
Ich freue mich sehr, dass du in Leipzig unterwegs warst und dass es gutes Erlebnis war.
Gruß von nebenan
Klingt nach einem schönen und aufregenden Tag.
Schön!