Trauer und Freude

Gefühlserinnerung

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Manchmal werde ich durch fremde Trauer wieder an meine eigene Trauer erinnert. Das ist ein hilfreicher Hinweis an mich, meine Gefühle nicht zu mißachten. Mich verwundert allerdings, daß fremde Freude nicht etwas ähnliches bei mir bewirkt.

 

 

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 5. Januar 2014 war leckeres Mittagessen nicht allein.
 
Tageskarte 2014-01-06: XIII – Der Tod

© 2014 – Der Emil. Text unter Creative Commons 3.0 Unported Lizenz
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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Kommentare zu Trauer und Freude

  1. Karl sagt:

    Nicht immer löst die Freude anderer auch bei mir Freude aus. Aber oft kann ich mich doch auch mit anderen freuen, auch schon mal einfach so, ohne dass ich mit dem Grund für die Freude etwas zu tun habe.

  2. Gabi sagt:

    Oh, ich hoffe mein Beitrag zu „Helmut“ hat Dich nicht in diese Stimmung gebracht.
    Mir geht es ähnlich. Natürlich freue ich mich, wenn jemand anderer Freude empfindet. Aber es löst nicht unbedingt nachhaltig „glücklich sein“ bei mir aus. Jedoch bei traurigen Nachrichten, hängt mir das unter Umständen den ganzen Tag, oder vielleicht auch länger, nach. Es verändert tatsächlich meine Gedanken und meine Grundstimmung.
    Ich frag mich, warum das so ist.

    • Der Emil sagt:

      Der „Helmut“ war schon der Anstoß. Und er löste nicht „nachhaltig traurig“ aus …

      (Fremde) Trauer wirkt eifach umfassender, unmittelbarer, „reaktiviiert“ alle Gefühle. Freude läßt mich zwar mitfreuen, bleibt aber begrenzt auf diede Freude.

  3. Sofasophia sagt:

    genau diese frage hab ich mir auch schon tausend mal gestellt.
    die tageskarte passt ja zum thema.
    habs gut!

  4. Gudrun sagt:

    Doch, ich kann mich mitfreuen, wenn andere Freude erleben. Das ist mir gerade vor Tagen passiert, als ein Freund ( ich sehe ihn wirklich so) anrief und etwas ganz Erfreuliches zu berichten hatte.
    Die Tarotkarte „Der Tod“ steht bei mir für das Ende einer Begebenheit und für irgendeinen Neuanfang. Solche Ereignisse finden viele, viele Male im Leben statt, können das Leben schön und spannend machen.Wenn man sie denn sieht.

    • Der Emil sagt:

      Mitfreuen kann ich mich ja auchh! Nur: Die Freude löst nicht das aus, was Trauer auszulösen vermag. Freude bleibt auf sich selbst beschränkt, während Trauer bei mir eben alle Gefühle wieder ausgräbt …

      Der Tod steht auch bei mir für einen Neuanfang — Abschluß des Alten ist er notwendigerweise auch.

  5. Elvira sagt:

    Ich kann mich ebenso mitfreuen wie mittrauern. Als Gudruns Kalenderprojekt klappte, habe ich beim Lesen laut Juchhu gerufen und mich riesig gefreut. Als die 10jährige Enkeltochter meiner Kollegin nach einem Flug am 18.Dezember mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus zu Weihnachten wieder nach Hause durfte, habe ich vor Freude geweint. An Bahnhöfen kommen mir regelmäßig die Tränen nicht nur bei Abschieds- sondern auch bei Begrüßungsszenen.

    • Der Emil sagt:

      Jaja, es ist ja nicht so, daß mich fremde Freude kaltläßt. Allerdings vergieße ich (in beiden Fällen) eher selten Tränen.

      • Elvira sagt:

        Was mir auffiel, jedenfalls mich betreffend, ist eher das nur zur Kenntnis nehmen von Katastrophen, von Anschlägen u.ä. Es ist, als gäbe es eine Art Inflation solcher Meldungen, die das Mit-Fühlen immer schwerer macht.

        • Der Emil sagt:

          Diese ganze „Katastrophen“-Berichterstattung ist mir sowas von zuwider … Ich bin froh, daß ich kein Privatfernsehen habe. Ich schalte dabei sogar ab, es stößt mich ab … Es gibt diese Inflation, denn scheinbar ist die Aufmerksamkeit vieler Menschn nur noch mit Schockierenden Meldungen zu erregen

  6. nickel sagt:

    Bin froh, den Teil meiner Depression überwunden zu haben, wo ich wegen jedem Scheiß heule. Jemand stirbt im Fernsehen? Heulen!
    Jemand wird verlassen im Fernsehen? Heulen!
    Jemand weint in der Straßenbahn? Mitheulen!
    Oh, ein niedlicher Welpe? Heulen!

    Empathie ist halt doch nicht immer was Gutes.
    Ich hab aber gelernt, Freude immer ausreichend zu zelebrieren. Und ja, manchmal zaubert mir die Freude eines anderen auch ein Lächeln auf die Lippen.

    • Der Emil sagt:

      Das kann natürlich sein, daß diese verstärkte Wirkung der Trauer zu meiner Depression gehört?

      • nickel sagt:

        Das ist schon möglich. Vielleicht ist da noch so viel Trauer in dir, die du gern rauslassen möchtest, aber nicht zulässt, dass sie jedesmal, wenn jemand anderes traurig ist, wieder zum Vorschein kommt um dich zu erinnern: hey, ich bin noch da! Lass mich raus, ich platze sonst!

  7. wildgans sagt:

    Ach, lieber Herr Emil, was bin ich froh, so Menschen wie Dich – wenn auch hier nur virtuell und von der Stimme her – zu „kennen“!!

    • Der Emil sagt:

      Also auch hier: vielen, vielen Dank. (An dieses Kennen von der Stimme her hab ich mich bereits gewöhnt, auch wenn es sehr fremdartig war zu Anfang.)

  8. Der menschliche Geist liebt das Drama, daran kann er sich leichter festhalten als an der Freude ….

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