Endlich! (Nº 361)

Ist die Weihnachtszeit wirklich vorbei?

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Weihnachten ist vorbei. Vier Adventssonntage. 24 Dezembertage, einer davon der Heilige Abend. Danach zwei Weihnachtsfeiertage. Familienbesuche bei Eltern und Schwiegereltern; die Kinder haben alle alle ihre Omas und Opas (oft von beidem je vier) gesehen und um die Geschenke erleichtert. Und damit ist Weihnachten vorbei.

Nun gut, viele lassen den Weihnachtsbaum wenigstens noch für Silvester und Neujahr stehen. Aber danach muß er weg, denn Weihnachten ist vorbei. Nur die Hardcore-Christen behalten das nadelnde Ding noch bis zum dritten hohen Feiertag in der Stube. Weihnachten, Neujahr, Epiphanias oder Hoch-Neujahr oder Dreikönigstag oder Heilige Drei Könige (die die drei Weisen aus dem Morgenland waren). Ja, ich treib‘ mich schonwieder in Biblischen Gefilden herum, aber sie sind nunmal das, woraus unser heutiges Weihnachtsfest entwickelt wurde.

Nach dem Dreikönigstag hat der Weihnachtsbaum gefälligst zu verschwinden. Denn dann ist Weihnachten vorbei. Nur nicht in Schweden. In Schweden bleibt der Weihnachtsbaum vielleicht noch bis Knud stehen; denn ebenjener König Knut legte im 11. Jahrhundert fest, daß es nicht nur zwölf, sondern 20 Weihnachtstage sind, die Weihnachtszeit also am 13. Januar endet. Das Resultat kennen einige vielleicht aus diesem Fernsehwerbespot, in dem die Weihnachtsbäume aus den Fenstern geworfen werden. Und dann ist Weihnachten aber wirklich vorbei.

Bei den Großeltern in Mecklenburg, glaube ich, wurde der Baum nach dem 6. Januar abgeschmückt. Im Erzgebirge hieß es immer, daß der letzte Christstollen früher erst am Ostersonntag früh angeschnitten wurde. Wahrscheinlich habe ich das so schon nichtmehr erlebt. Der Adventsstern hing aber, wenn ich mich richtig erinnere, bis Mariä Lichtmeß, den 2. Februar. Weihnachtsbaum und alle weihnachtliche Dekoration verschwanden ab dem Wochenende nach dem 6. Januar nach und nach wieder in den Kisten und Kartons und dann auf dem Dachboden. So war es jedenfalls bei den Großeltern …

Seit 2006 bleibt bei mir die Weihnachtszeit bis zum 2. Februar in der Wohnung. Bis dahin brennt der Adventsstern, stehen die Räuchermänneln und -häuser, die Pyramiden und Leuchter. Nur der Weihnachtsbaum (dieses Jahr habe ich keinen, wirklich nicht, aber er fehlt mir nicht, denn es gibt einen Fichtenzweig) wird vorher seines Schmucks entledigt und hier in Halle der Elefantenfütterung im Zoo zugeführt. Als Kind hattte ich meine Freude am Knistern und am Geruch, wenn der Baum im Ofen verbrannt wurde … Dann war bzw. ist die Weihnachtszeit vorbei. Endlich.

Bei mir dauert die Weihnachtszeit ganz schön lang, meint ihr? Vom Tag nach Totensonntag bis zur darauffolgenden Mariä Lichtmeß, das sind etwa zehn Wochen. Eine Woche reine Vorbereitung. Vom ersten Advent bis zum zweiten Weihnachtstag die “richtige” Weihnachtszeit. Und 40 Tage Ausklang (vom 26. Dezember bis zum 2. Februar) – oder wie diese Zeit auch immer genannt werden mag.

Viele von euch werden früher genug haben vom Weihnachtstrubel. Wann endet eure Weihnachtszeit, wann entweihnachtet ihr eure Stuben? Und: Ist Weihnachten wirklich jemals endgültig vorbei?

 

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 26. Dezember 2013 war der Besuch bei der allerallerallerbesten Freundin und das leckerererererere Essen.

© 2013 – Der Emil. Der Text steht unter der Creative Commons 3.0 Unported Lizenz
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Über Der Emil

Not normal. Interested in near everything. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Antworten zu Endlich! (Nº 361)

  1. Bei meinen Eltern blieb er früher bis zum Tag nach Drei König stehen. Das wäre wohl bei mir, wenn ich überhaupt einen hätte, auch noch der Fall. Wir sind aber alles Andere als Hardcore-Christen. Ich schon gar nicht!!! 😀

  2. Anna-Lena sagt:

    Weihnachten ist eine Frage der inneren Einstellung, die eigentlich nie vorbei ist. Unsere Lichterketten bleiben bis zum 6. Januar an den Fenstern, einen Baum haben wir nicht, der Strauß aus Tanne verschwindet, sobald er die Nadeln verliert und die restliche Weihnachtsdeko verschwindet auch demnächst, auf jeden Fall vor dem Jahreswechsel, denn es ist nur Deko.
    Kerzen sind bei uns weihnachtsunabhängig, sie gehören in die dunkle Jahreszeit.

  3. Gabi sagt:

    Ob DEIN Weihnachten zu lange dauert? Nein! Du liebst diese Zeit und Du kostest sie voll aus und warum denn auch nicht? Es ist eben DEIN Weihnachten, Dein Blog, Dein Leben, Deine Gepflogenheiten und Vorlieben. Und da brauchst Du schließlich niemanden dafür Rechenschaft abgeben.
    Ich kann ja nichts „entweihnachten“, weil ich ja nichts „verweihnachtet“ hatte. Aber als das auch bei uns noch so war, so blieb der Christbaum und alles Drum und Dran meist bis 6. Jänner stehen. Nur manchmal, wenn der Baum schon vorher so sehr trocken war und es nur mehr Nadeln rieselte, kam er vorher weg.

  4. castagir sagt:

    Das ist schwer zu beantworten. Es ist weniger ein Datum als mehr ein Bereich, in dem es irgendwann mal beendet wird.

    Damals ™ in der Studentenbude, da endete Weihnachten einmal kurz vor Ostern. Nicht wegen des Stollens – den hatten wir schon vor Heiligabend niedergemacht – sondern mehr wegen des Baums, dessen mittlerweile nadelloses Gerippe wir Gründonnerstag über die Brüstung in den Garten geworfen haben.

    Ein anderes Jahr endete Weihnachten bereits um den 20.12., weil ab da fieberhaft umgezogen werden musste.

    Heute würde ich sagen: Weihnachten endet, wenn ich den Kühlschrank leergefressen habe, den ich wie jedes Jahr in Erwartung zweier Kompanien gefrässiger Gäste zum Bersten gefüllt hatte. Und dann kam nur eine Kompanie. Vermutlich irgendwann nächste oder übernächste Woche wird Weihnachten daher rum sein.

  5. Frau Momo sagt:

    Bei uns bleibt der Baum bis zum 6. stehen, allerdings haben wir dieses Jahr keinen. Weihnachtstrubel haben wir schon lange keinen mehr. Kein Streß, einfach nur Ruhe, Gottesdienst, Essen mit Freunden…. das war unser Weihnachten. So wenig Advent und Weihnachten wie jetzt hatten wir noch nie, aber das ist meiner berufsbedingten Abwesenheit geschuldet. Hoffentlich wird es nächstes Jahr wieder anders. Ich arbeite dran 🙂

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