Nächtlicher Wildwasserritt, teilweise elektrifiziert
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Buch gelesen. Drei Frauen, drei Geschichten. Irgendwie miteinander verwoben. Zwei von drei Schwestern und Bo in der Tanne. Tod als ständiger Begleiter, trotzdem faszinierend. Die dritte Schwester und die Kinder der einen. Diffuse unentwirrbare Beziehungen und der künstlerische Schaffensprozeß. Onkel Heinz und die Großeltern. Chaotisches, unerwartetes, unerfreuliches hektisches Ende. Und zusätzlich noch “die Stunde der toten Augen”.
Im Traum kamen die Forstarbeiter zurück, die im Buch die Bäume, die falschen Bäume schlugen. Standen plötzlich vor den Riesenberger Häusern und fällten den allerbesten Weihnachtsbaum. Und ich lag im alten Bett, Stahlrohrgestell, Seegrasmatratzen. Ringsum Wald, nur eine Forststraße bis ins 3 km entfernte Dorf. Und die Schneise, die der MiG-23-Pilot im Juli 1984 in den Wald pflügte. Die gefällten Bäume stürzten direkt in die Talsperre des Friedens. Auf einem der Stämme ritt ich talwärts den Fluß hinab. An den Ufern stand meine gesamte Familie: alle Schwiegereltern, alle Kinder, alle Frauen, alle Schwager und Schwägerinnen und Nichten und Neffen, alle Cousinen und Cousins, die Onkel und Tanten.
Mein Stamm war schnell. Doch nach jeder Flußbiegung standen sie wieder da und winkten mir zum Abschied zu. Immer wieder. Immer alle. Und jedesmal schwenkte ich den geschmückten Weihnachtsbaum in meiner Hand. Die Kreisstadt. Die Mündung in den nächstgrößeren Fluß und in den nächsten und nächsten. Dann fehlte der Cousin, von dessen Tod ich vergangene Woche tatsächlich erfuhr. Und genau an diesem Punkt meines Ritts auf dem Baumstamm im Fluß war auch die Verlängerungsschnur zu kurz, an der die Weihnachtsbaumbeleuchtung angesteckt war. Um mich wurde es dunkel.
An dieser Stelle wurde ich wach. Die Abschaltautomatik des Fernsehers hatte zugeschlagen. Ich ging vorsichtshalber nochmal ins Bad, notierte das, was ich vom Traum noch wußte und legte mich dann wieder hin.
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 17. November 2013 war die erledigte Hausarbeit, das Bad in der Wanne.
© 2013 – Der Emil. Der Text steht unter der Creative Commons 3.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).
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Verwirrend, aber es muss so sein, damit es für Dich den richtigen „Traumsinn“ bekommt.
Verwirend, ja, und verwirrt. Das Buch hat was angestoßen, das eine. Was für ein Glück, daß Harry Thürks „Die Stunde der toten Augen“ nur wenig beitrug.
die elektrizität hat den traum, den ich sehr faszinierend finde, beendet:
das licht ist aus und du erwachst.
danke fürs teilen und einem guten wochenstart!
Das paßt mit der Zeit. Aber: Das heißt auch, daß ich schon weniger als eine Stunde nach dem Einschlafen heftig träumte. Das allerdings ist doch ungewöhnlich.
Diese Verlängerungsschnur kann niemand endlos verlängern. Nach jeder Biegung könnte sonst wieder jemand fehlen, vielleicht sähe der Träumer irgendwann einen Baumstamm ohne Reiter den Fluss durchflügen. Aber nur der Träumer kann seinen eigenen Traum deuten, jeder andere analysiert ihn für sich selber. Das fand ich ungeheuer spannend in der Traumanalyse.
Es standen auch die am Ufer, die schon längst tot sind. Deshalb war das Verschwinden des Einen so sonderbar.
Träume versuche ich nicht zu „deuten“, und auch beim „Analysieren“ fehlt es mir am Wollen …
Deuten nach den Traumdeutungsbüchern sollte man auch vermeiden. Und das Analysieren ist mir in Fleisch und Blut übergegangen.
klingt aber sehr düster…
Nachdem der Strom wegwar, sicher 😉
Traum eben. Buch und Wrilichkeit und Wünsche und Ängste drucheinandergemixt.
Traumgemälde komplett, in seiner Tiefe konkret- und in Verbindung mit Wasser gar ungeheuer symbolträchtig! Erinnert mich an ein Buch von John Irving, etwas mit Sägewerksarbeitern und Flößen von enormen Baumstammmengen…(„Letzte Nacht in Twisted River“)
Das Buch mit den Holzfällern: Die Waldgängerinnen“ von Christine Hoba.
Ein sehr lebendiger Traum.
Schade, ich träume nie. Ja ich weiß, jeder Mensch träumt. Nur ich weiß nie was davon. Nur ganz, ganz selten. Und nicht nur dass ich nicht weiß, WAS ich geträumt habe, ich weiß ja nichtmal, DASS ich überhaupt geträumt habe. Seit vielen Jahren schon.
LG Gabi
Ich kann mich auch nur dann erinnern, wenn ich direkt aus sem Traum heraus wachwerde. Und dann versuch ich ihn festzuhalten, aufzuschreiben.
Manchen Traum hätte ich gern auch vergessen – gut, dieser hier gehört nicht dazu. Aber die Fallträume …