Ganz zeitlos
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Am vergangenen Freitag – es ist fast eine Woche her! – las ich im » Buchfink « ein Gedicht vor von Hugo Salus, dem böhmischen Arzt und deutschen Schriftsteller. Irgendwie hatte sich in die Sendung das große Thema “Zeit” hineingeschlichen.
Sogar die Anruferin las eine Geschichte vor, die sich ganz nebenbei mit den Jahreszeiten (also mit der Zeit) befaßte: “Frederick” von Leo Lionni. (Das Buch wurde 2007 von der NEA als eines der “Teachers‘ Top 100 Books for Children” ausgezeichtne.)
Frederick, einer aus der Mäusefamilie, die in der dicken Mauer wohnt. Als alle anderen Mäuse Körner und Nüsse für den Winter zusammentragen, macht Frederick nicht mit. Er liegt scheinbar faul herum. Frederick, die scheinbar faule Maus, sammelt Farben, Sonnenstrahlen, Worte – wie er erklärt. Und tatsächlich: Als die Vorräte fast aufgebraucht sind, kann Frederick die anderen Mäuse wieder aufheitern, ablenken, motivieren mit seinen Erzählungen …
Aber darüber wollte ich ja nicht schreiben … sondern dieses Gedichtchen von Hugo Salus wollt ich hierlassen:
Die Zeit
In immer gleichem Schritt und Tritt
Wallt ihres Wegs die Zeit,
Seit sie des Schöpfers Hand entglitt,
Und wallt in Ewigkeit.Und jeden Schritt umtobt Geschrei:
Heut stürmst Du wie noch nie!
Und jeden Tritt: Eil‘ doch vorbei,
Schleichst heut mit müdem Knie!Du närrisch Menschenvolk! Sie wallt
Und braucht nicht Stab und Trunk,
Dir aber stürmt sie, bist Du alt,
Dir schleicht sie, bist Du jung!Hugo Salus, “Die Zeit”. Quelle: Die Deutsche Gedichte-Bibliothek.
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 22. Mai 2013 war ein erledigter unangenehmer Termin – hinterher hab ich mich erleichtert gefühlt.
P.P.S.: Und wieder ist eine große Lyrikerin gestorben. Auch ich werde Sarah Kirsch vermissen, die ich noch aus meiner Jugend in der DDR kannte.
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Ein bedenkenswertes Gedicht, ja!
die zeit, die zeit. ein schöner text! und frederick mag ich schon lange. 🙂