Schiffchen und Sandkasten
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Ich mache mir schonmal Gedanken, wie weit dieses Internet zu meiner Heimat geworden ist. Und was mit mir geschieht, wenn ich es nicht mehr habe oder nur noch gegen vielmehr Geld haben kann. Wie kann ich das mir erklären?
Es fällt mir schon echt schwer, ein passendes Bild dafür zu finden.
Das Internet: ein Meer voller Inselchen. Und mein PC mein geliebtes Boot, auf dem auch alle notwendigen Schlüsselchen für die Schlößchen vor den Türchen und Fensterchen und den Schränkchen und den Schüppchen sind. Und mein Fernglas und mein Fernrohr waren auf meinem Boot, und mein gewohnter Kocher und und und …
Mein Boot ist gerade weg. Sozusagen auf Reede gesunken. Aber meine Tierchen auf meinem Inselchen müssen doch gefüttert werden, und die Pflänzchen muß ich gießen. Und meinem Nachbarn wollte ich etwas vorbeibringen mit meinem Boot.
Das Postflugzeug wirft jeden Tag seine Lasten über meinem Inselchen ab. Bald ist der Berg an Briefen, Paketen, Päckchen und Postkarten so groß, daß die Plattform aus Holz, auf der er sich erhebt, zu klein ist. Dann fängt meine Post an, im Wasser zu verschwinden, vielleicht bricht auch die ganze Konstruktion zusammen.
Inzwischen muß ich mir mit einem geliehenen Boot helfen. Aber mit dem Steuer komme ich nicht zurecht und es ist zu klein und hat statt der wunderschönen weißen Segel nur zwei viel zu kurze und zu schwere Ruder. Und alle Schlüsselchen und all mein Werkzeug liegen mit meinem Boot im tiefen Wasser. Auf der Reede ist das Wasser sehr tief und sehr kalt.
So sitze ich abends am Ufer und überlege, ob sich die Bergung meines Schiffchens und seine Reparatur lohnen. Ob Taucher vielleicht die wichtigen Sachen noch von Bord holen können. Ob mir jemand ein anderes Boot schenkt, damit ich dann selbst nach all dem Wertvollen tauchen kann. Damit ich wieder mit einem eigenen, gewohnten Boot zu meinem Inselchen fahren und alles dort hegen und pflegen kann wie es sich gehört.
» Mutti! Mutti! Die haben mir mein Spielzeug kaputtgemacht! Hier, mein Spielzeug, ganz kaputt … «
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 16. Mai 2013 waren ein überraschender Anruf und ein “klärendes Gespräch unter Männern”.
© 2013 – Der Emil. Text & Bilder stehen unter der Creative Commons 3.0 Unported Lizenz
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Emil, wenn ich einen übrig hätte, ich würde dir einen schenken – einen Computer oder auch ein Boot!
Interessant Gedanken! Schwimmen und alles nach und nach aus der Versenkung bergen, wäre es wohl keine Option. So bleibt nur, auf ein kleines Wunder zu hoffen. Vielleicht erhebt sich die Insel eines schönen Tages erneut. Dann, wenn Du überhaupt nicht damit rechnest …
Mir gefällt dein Schreiben, es gefällt mir natürlich nicht, das dein Boot weg ist. ich hoffe, das du bald ein neues geschenkt bekommst. Ich habe mir grade versucht vorzustellen, was ich machen würde, wenn mein PC kaputt ginge. Unvorstellbar!
LG Gabi
Ich hoffe doch, dass Du ein kleines Rettungsboot hattest, in das Du die wichtigsten Sachen vor dem Untergang verfrachten konntest?
Sehr schön hast Du das beschrieben. Aber leider nützt Dir das ja auch nicht viel.
Ich würde Dir helfen, wenn ich wüsste wie. Ich hoffe, dass es bald eine Lösung gibt.
LG Gabi
ich wünsche dir ein paar Netze in einem Rettungsboot und einen Rettungsring, damit du all das schöne und wichtige noch fischen kannst …
gefällt mir deine Sicht auf das, was dir PC und www ist 🙂
liebgrüß und ahoi
Frau Blau
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