Jobcenter, früher ARGE (#198)

Diesmal aber positiv

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Anfang Juli war es wieder soweit: Ich mußte, da ich noch immer keine passende Arbeitsstelle gefunden habe, einen Antrag auf Weiterbewilligung meiner Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhaltes stellen. So, wie das Millionen von Menschen alle sechs Monate tun.

Am 6. Juli 2012 kurz vorm Mittag gab ich meine Unterlagen ab, das Antragsformular und die eine überflüssige, aber unbedingt einzureichende Anlage EK [“Einkommenserklärung zur Feststellung der Einkommensverhältnisse jeder in der Bedarfsgemeinschaft lebenden Person (zu Abschnitt 4 des Hauptantrages)”]. Wenn es nämlich Einkommen gäbe, so müßte ich ja sowieso a) mitteilen, daß ich es erziele und b) monatlich oder bei jedem Zufluß der Höhe nach nachweisen.

Was soll ich sagen: Das Jobcenter hat sich selbst tatsächlich übertroffen. Am 6.7. habe ich den Antrag abgegeben, das war am Freitag, kurz vor zwölf. Am 10.7. wurde der Bescheid ausgefertigt! Es brauchte nur einen, maximal zwei Arbeitstage, um am darauffolgenden Dienstag die Bewilligung der Leistung zu bescheiden. Und am 12.7. lag der Bescheid schon bei mir im Briefkasten. Das ist wirklich schnell!

Wow! Ich war echt überascht.

Außerdem fand ich am selben Tag ein Schreiben zur Aufforderung zur Mitwirkung. Ich soll die «vollständige Betriebskostenabrechnung» für 2011 einreichen. Allerdings hat das Amt aus dem Schriftverkehr des vorigen Jahres gelernt. Damals bekam ich Mitte August die gewünschten Auskünfte und eine Terminveränderung auf den 30. Novenmber 2011. Diesmal wird gleich der Termin 30. November festgelegt. Aber was ich nicht kann: vollständige Betriebskostenabrechnung. Das wird zuviel. Oder sollte ich bei meinem Vermieter (bundesweit tätiger insolvenzmassenhausverwaltender Betrieb) nachfragen und das Ding dem Jobcenter auf den Tisch … ?

Noch eine Anekdote nebenbei: Ich wurde vor einiger Zeit vom Jobcenter aufgefordert, mich als Hausmeister und Auslieferungsfahrer bei einem zahntechnischen Labor in Leipzig zu bewerben. Eine telefonische Kontaktaufnahme ergab, daß “ausgezeichnete Ortskenntnis” als notwendige Qualifikation zwar beim Arbeitsamt angegeben wurde, aber wegen der Beschränkung auf fünf anzugebende Qualifikationen einfach wegfiel. Beworben habe ich mich dann schriftlich, ohne bis heute eine Antwort zu erhalten.

Trotz allem: Nur zwei Arbeitstage – das ist rekordverdächtig und absolut wünschenswert für alle Vorgänge in diesem Moloch.

Oh. Da fällt mir auf, daß mir noch nicht mitgeteilt wurde, was ein gültiger Termin ist.

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 15. Juli 2012 war der Fund des Turmfalkennestes: Ich weiß jetzt, es war/ist hier am Haus, im Zwischenraum zwischen 10. Etage und Dach, aber ich kann es nicht photographieren.

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Über Der Emil

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0 Kommentare zu Jobcenter, früher ARGE (#198)

  1. Emma Wolff sagt:

    Freitag ist für solche Gänge immer ein guter Tag. 😉

  2. mayarosa sagt:

    „Aber was ich nicht kann: vollständige Betriebskostenabrechnung. Das wird zuviel. Oder sollte ich bei meinem Vermieter (bundesweit tätiger insolvenzmassenhausverwaltender Betrieb) nachfragen und das Ding dem Jobcenter auf den Tisch … ?“
    Ja, du wirst wohl deinen Vermieter anschreiben müssen und um eine rechtmäßige Betriebskostenabrechnung bitten. Dein Vermieter ist per Gesetz zu einer jährlichen Betriebskostenabrechnung verpflichtet:
    http://www.finanztip.de/recht/mietrecht/betriebskostenabrechnung-fristen.htm bzw. http://www.welt.de/welt_print/article937365/Mieter-haben-Recht-auf-Betriebskostenabrechnung.html
    (Und die Arge wird kontrollieren wollen, ob sich der Vermieter nicht auf Staatskosten bereichert, was ja ihr gutes Recht ist)

  3. Himmelhoch sagt:

    Halle und Leipzig sind ja zwar irgendwie benachbart, aber doch nicht gleich nebenan, oder irre ich mich da? Und da solltest du mit „hervorragenden Ortskenntnissen“ dort täglich antraben, um die einzelnen Zahnärzte zu beliefern. Gut, es gibt Navis, die einem die Sache erleichtern können – aber in Halle haben sie nichts für dich?

    • der_emil sagt:

      Neee. In Halle gibts nix. Bis Leipzig brauch ich etwa 90 min (mit dem Fahrrad etwas über zwei Stunden – 45 km). iIrgendwie ist Halle/Leipzig wie Köln/Dortmund 😉

  4. Gudrun sagt:

    😀
    Ich kenne jemand, der sich auf einen Vierhunderteurojob in Halle bewerben musste. Da könnt ihr doch gleich die Zettel tauschen. (Der Jemand hat dann nicht mal eine Absage erhalten.)

  5. Frau Momo sagt:

    Wow, das ist wirklich rekordverdächtig. Wenn Du mir den Zusammenhang sagst, wüßte ich evtl. was ein gültiger Termin sein könnte 🙂

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