Ein Artefakt
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Es gibt – nach einer längeren Pause – wieder eine Nachricht von Lind Kernig, dem Abenteurer des Jahres 2412.
Werte Freundde, jetzt weiß ich ja, daß ihr vielee seiid, die meine TTexte lesen. Ich mußte meine Reise für eeinige Tagge unterbrechen und einige Dinge in Halzig direkt aus der Datenbank abruffen. Ich fürchtete, von Manancestors Truppen geortet zu werden. Es war sehr schwiieerig, nach der PPause die quantchrodynen Tensorate des “EuCTQcnD” auf 2012 zu rekalibrieren. Anbei ein paar meiner Aufzeichnunggenn von meinem Weg durch Schottland:
Im Mai 2412. Es gelingt mir nicht, kontinuierliche Aufzeichnungen jeden Tages anzufertigen. Auf Irgendlinks Route muß ich zu oft Abweichungen nach rechts und links machen, um Wasser zu finden. Autarke Versorgung ist mir wegen der ungewöhnlich hohen Temperaturen nicht mehr möglich. Mehrfach muß ich auch um Reste der nach dem energetischen Kollaps verfallenen Domizile herumfahren.
Endlich habe ich das Nordende des ehemaligen Schottland erreicht und bin unterwegs in der Salzwüste der Nordsee, außerhalb der Hemis. Die Inseln, die Irgendlink besuchte, ragen als ziemlich kahle Hügel und Berge empor. Zuerst die Orkneys, und dann die Shetlands. Von den letzteren sollten ja auch diese winzigen «Pferde» gewesen sein, die es zu Irgendlinks Zeiten bestimmt noch gab.
Überhaupt Tiere. Ich hatte ja selbst Besuch, zum ersten Mal am 4. Mai irgendwo dort, wo früher die Grenze zwischen England und Schottland war. Und dann sicher noch mehrfach, aber ich habe die Secucam vom Magstab-Polymertainer nach ihrem Ausfall nicht ersetzt. Zu Irgendlinks Zeiten hielten die Menschen sich ja noch Tiere. Ich weiß jetzt, daß das sicher auch später noch vorkam.
Auf dem Berg, der früher die Insel Mainland war, finde ich Reste der ursprünglichen Bebauung. Unter anderem ist dort eine weite Ebene aus künstlichem Gestein, von der ich annehme, daß sie der Sumburgh Airport war. Einige Meilen nördlich davon waren die Gebäude eines Hafens und einer uralten Ortschaft in den Ruinen zu erkennen. Ich war erschüttert, als ich dort zwischen all dem Schutt und Müll Artefakte fand, die als «Photograpie» identifiziert wurden:
Der «Bilderrahmen» zerbröselte zwischen meinen Handschuhen, als ich dieses Bild aufhob, die Polymerfolie selbst ist noch erstaunlich stabil. Das Fundstück begleitet mich seitdem in einer der Packtaschen am Velo. Es ist wie die Bücher, die ohne Hilfsmittel zu lesen waren, diese Buchstaben auf Papier. Die Photographien mit Menschen habe ich aus Pietät nicht mitgenommen, aber dieses Bild von einem «Hund» mußte ich einpacken.
Hunde waren – nach den Informationen aus der WWW-Datenbank Halzig – Haustiere. Sie wurden in Europa allerdings nicht als Nahrungslieferant genutzt, was ich nun überhaupt nicht verstehe, sondern nur zur Belustigung und als sogenannte Wachhunde. Dabei gab es auch zu Irgendlinks Zeiten schon CCSD. Für Privatpersonen wurde der Besitz dieser Geschöpfe übrigens kurz vor dem Klimakollaps verboten, ebenso wie der Besitz von «Katzen».
Was für eine Verschwendung das war! Und wie gefährlich die Menschen damals lebten: Raubtiere wurden in Wohnarealen untergebracht und vermehrt, teilweise in den Unterkünften der Menschen! Wie oft wohl Irgendlink von diesen Bestien bedroht wurde …
Unvorstellbar auch, daß Vögel, Tiere, die sich normalerweise frei in der Luft bewegten, in den Unterkünften der Menschen in Behältern aus Gitterstäben zur Belustigung gehalten wurden, daß sie Eigentum und Besitz von Menschen waren. Wie müssen diese eingesperrten Tiere sich gefühlt haben?
Und dann existierte etwas, das mir völlig zuwider wäre, das ich nicht einmal ansatzweise verstehen kann: «Aquarien». Sichere historische Quellen belegen (zum Teil mit Videomaterial), daß in den Quartieren, in den Arbeitsstätten und fast überall Fische in Glasbehältern gezeigt wurden. Diese Aquarien enthielten nur einige wenige bis zu einigen hundert Liter Wasser! Was für ein Aufwand, Wasserbewohner fernab von allen Gewässern zu halten, ihnen das Überleben, Dahinvegetieren zu ermöglichen.
Es ist mir immernoch unvorstellbar, daß solche Verschwendungen erlaubt waren und welche groben und sinnlosen Eingriffe in die Ökosphäre vorgenommen wurden. Heute trage ich die daraus entstandenen Lasten: Wassermangel, tödliche UV-Strahlung usw. usf.
[ … ]
Nach meinem AAufenthalt auf dem Mainland-Berrg mußte ich nach Halzig, Daten suchen. Ohne diese Recherchen hätte ich die Hälfte des Texttes nicht schreiben köönnen, zumindest nicht für euch in der Vergangenheit verständlich schreiben können. Auch, was eine HILDA ist, wollte ich herausfiinden; aber darüber gibbt es scheinbar keine IInformation mehr.
Ich werde jettzt noch einige Tage in Lopabelin bleiben, mich erhollenn und dann – mit vielen Tagen RRückstand auf Irgendllink – versuc hen, seine Spur in Nord-Hemis wieder aufznehmen. Und nach Möglichkeit werde ichh euch, Freunde im Jahre 2012, weiter informierren.
Euer Knildnegri
Soweit die neuesten Informationen aus dem Jahr 2412. Ich werde euch auf dem Laufenden halten.
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 21. Juni 2012 war: die Nutzungserlaubnis fürs Bild, der fertige Text.
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über diese Lizenz hinausgehende Erlaubnisse können in meinem Blog erfragt werden.
174 / 366 – One post a day 2012 (WP-count: 838 words)



ganz KLASSE!!!
Meinen Hund werde ich dennoch nicht essen 😉
Pingback: Tag 87 – die Strecke | irgendlink
Super diese Serie. Ach ja, ich esse meinen Hund sicher auch nicht. 🙂