Keine Idylle
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Samstag. Spätnachmittags am Saaleufer herrscht bei schönem Wetter Hochbetrieb. Rentner, Jugendliche, Familien. Auffällig viele Hunde sind mit Kinderwagen unterwegs.
Die Kinder spielen aber nicht Federball, Fußball oder Fangen miteinander, sondern jedes für sich mit Eifon, Gehmbeu oder Ähnlichem. Die Erfindung des Kopfhörers scheint an so manchem jüngeren Menschen vorübergegangen zu sein.
Drüben im Schatten steht ein leerer Buggy, auf der Decke daneben liegt eine junge Frau – fast selbst noch Kind. Zwei laut streitende, nicht ganz nüchterne Kerle steuern auf diese Frau zu.
Nicht gerade zimperlich ziehen sie das Mädchen hoch, daß sich nur wenig wehrt, aber doch unwillig benimmt. Schließlich hängt sie bei einem im Arm, während der andere die Decke zusammenrafft.
Als beide Männer Frau und Buggy an mir vorbeischieben, höre ich den einen fluchen “… sich tagsüber so zu besaufen …” – woraufhin der andere widerspricht: “Die säuft nicht, die hat nur was eingeworfen.”
Erinnerungshinweis: Heute ist Muttertag.
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 12. Mai 2012 war ein überraschendes Telefongespräch.
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über diese Lizenz hinausgehende Erlaubnisse können in meinem Blog erfragt werden.
134 / 366 – One post a day 2012 (WP-count: 224 words)


Wieder mal Gründe, die Menschen zu meiden…
mein Lieblingssatz: „Auffällig viele Hunde sind mit Kinderwagen unterwegs.“
LG, P.
Also 1. „Nichterlebt“ – aber sowas wäre möglich. Und 2. ist mir ein Wort halb verlorengegangen. Hab ich jetzt erst gemerkt, daß die Besitzer der Hunde verschwanden (im Heft steht „Auffällig viele Hundebesitzer …“). Jetzt bleibt’s so.
och schade, icch dachte Du hättest das jetzt auch eingesehen, ..“alle Macht den Hunden!“
Gut, das es nicht „echt“ war, könnte man aber wirklich sicher oft genug finden, leider
Übel
oh danke für die erinnerung… lach da rufe ich meine mama direkt nochmal an. oh je das habe ich nämlich vergessen. 😉 toll dieser klicks anzeiger oben rechts. sehe ich heute erst, das möchte ich auch haben. wie heisst denn das widget? lg die steff
Jetzt schmunzel ich vor mich hin … Das Widget ist Blogstatistik.
grrrr ich jetzt auch. lach… 😉 s
Dieses Szenario wäre so wirklich denkbar. Aber in der Realität erlebe ich durch Spielplatzbesuche mit meinen Enkelkindern eine herzerfrischende andere Welt. Vielleicht liegt es aber auch an deren Wohngegend. In den öffentlichen Verkehrsmitteln hingegen beobachte ich den Zerfall zwischenmenschlicher Kommunikation seit Beginn der Walkmanära, also schon sehr lange. Ganz besonders befremdet(e) mich das Verhalten von Eltern (meistens Müttern), die ohrverstöpselt ihrer Musik lauschen, aber kein Ohr für ihre Kinder haben. Heute sprechen sie stundenlang und unüberhörbar mit smartfonigen Unsichtbaren, während ihre Kinder vergeblich auf verbale Zuwendung warten. Traurig!
Hm. Dieser kurze Text ist aus vielen Details vieler Begegnungen entstanden, der kurze Dialog z.B. kommt von der Straße. Man ist kein besoffener asozialer Penner, sondern was Besseres. Aber auch ich erlebe anderes, nicht unbedingt auf Spielplätzen, wenn ich genauer hinsehe.
Mich entsetzt(?)/erschüttert(?) oft die Nebensächlichkeit der Kinder …
…und was man ihnen damit auf dem Lebensweg mitgibt! Vielleicht der erste kleine Ansatz für spätere Minderwertigkeitsgefühle? Für fehlende Herzenswärme? Der Interpretionsspielraum ist sehr groß!
eine traurig wahre geschichte… an die kinder darin mag ich kaum denken… mannomann, was für eine welt in die wir da hinein geraten sind!
danke dir und grüße dich herzlich Li Ssi
ach … ja. das ist unsere realität. wir menschen haben den zugang zu unserer inneren nahrung so was von verloren. tut weh, dein text!
liebe grüsse, soso
So fremd ist so eine Szene wohl nicht. Ich kann mir vorstellen, dass es sowas in echt gibt.
Klasse geschrieben.
Muttertag begehen wir nicht.
Aber gewählt habe ich.