Alltagsszene
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Mittagspause
In der Sonne ist es sogar ziemlich warm. Und ruhig ist es hier. Ich sitze auf einer Bank und genieße die frische Luft. Noch 15 Minuten, dann muß ich ins Büro zurück.
Leise klingt Musik, wehen getragene Stimmen eines Chores an mein Ohr. Italienisch? Ich vermag die Sprache nicht zu erkennen, bin zu weit weg. Ich kann auch nicht genau sagen, wo die Musik herkommt. Doch ich weiß, daß die Menschen dort ergriffen, emotional berührt sind.
Es kommt Bewegung in die Gruppe da drüben. Jeder tritt nocheinmal näher hinan und gibt Blumen oder Erde in das Loch, in dem die Urne jetzt steht. Und dann streben die Menschen langsam, ein wenig orientierungslos erscheinend, auseinander.
Alle, bis auf drei Erwachsene und zwei Kinder und mich. Ich muß jetzt wieder an die Arbeit.
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 19. April 2012 waren die Ruhe und das Wannenbad.
© 2012 – Der Emil. Text & Bilder stehen unter der Creative Commons 3.0 Unported Lizenz
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über diese Lizenz hinausgehende Erlaubnisse können in meinem Blog erfragt werden.
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auch wenn man mit traurigen Umständen konfrontiert werden kann, ist dieser Platz ein guter Ort für eine Mittagspause … manchmal, wenn mir soviel im Kopf herumgeht, dann gehe ich zu diesem Ort, zu dem Platz wo meine Vorfahren liegen (seit 2 Wochen wieder einer mehr), wandere durch die Reihen und lese die Aufschrift der Steine, erinne mich an viele Menschen die persönlich, oder dem Namen nach, gekannt habe, dann überkommt mich eine Ruhe und Gelassenheit, mir wird bewußt, dass ich ein kleines Rädchen im großen Getriebe bin, dann dann bin ich irgendwie wieder „geerdet“.
LG
SK
Das ist ein Wort, das in meinem Kopf tatsächlich zum Friedhof paßt: geerdet.
Ich muss „gestehen“, dass ich einen Moment überlegt habe, wie Du „Alltägliches“ gemeint haben könntest, denn dass Menschen solcher Art „Mittagspause“ verbringen erscheint mir (expressis verbis) nicht so wirklich als „alltäglich“ [Anm: egal, ob real erlebt, oder erzähltechnisch frei skizziert) und die zweite Lesart, die mir einfällt, nämlich jene, dass das Thema Tod alltäglich wäre, erscheint mir doch (auch) recht kühn. Nicht, dass ich es nicht so sehen würde, aber die überwiegende Mehrheit unserer Spezies verbannt Herrn T. und das Beschäftigen mit ihm doch eher in die hinterste Ecke. Aber gut, wenn man es hermeneutisch liest, dann mag es (für Dich) zutreffend sein, dass man es unter „alltäglich“ verortet …
Grüße ins Wochenende,
und wech isser …
Es ist eine Szene, die im Alltag sicher täglich irgendwo (prinzipiell) so geschieht. Es gab mal einen Job, bei dem ich meine Mittagspause so verbrachte. Es gibt hier in der Stadt Leute, die ihre Pause so verbringen.
Das Thema Tod ist nach meiner Beobachtung ein alltägliches (siehe TV-Nachrichten), aber es ist für viele ein nicht persönlich betreffendes …
Schluck schwere Not.
Genau heute war der errechnete Geburtstermin unseres Enkelchens.
Doch wir mussten ihn schon im Februar nach nur 19 Tagen Leben begraben. Das kommt gerade wieder hoch, bei deinen Zeilen.
Tochter und ihr Mann sind nach Rom geflog(h)en, um nur ja nicht an jeder Ecke angesprochen zu werden.
Bist du oft in der Nähe des Friedhofes?
Auch ich hatte gestern mit dem Thema Bestattung zu kämpfen – und irgendwie mußte es heraus aus mir.
Ich bin ziemlich oft auf irgendeinem Friedhof, schau mir an, wie grün diese Inseln der Ruhe sind. Erlebe dann auch solche Szenen als (passiver) Zuschauer mit. An das eine Grab komm ich viel zu selten …
Oh, ich verstehe.
Ja, ab und zu muss auch solch ein Thema angesprochen werden. Das ist wahr.
Friedhöfe sind Oasen der Ruhe, der Natur. Hasen haben ihr Auskommen, Vögel bringen ihre Konzerte zu Ohren.
Manche alten Gräber haben noch wunderbare Statuen.
Heute sind vor allem bei Kindern soviel Engelchen und vielerlei Dinge. Auch das macht ja Sinn.
Friedhöfe sind für mich Orte der Erinnerung. Orte zum Spazierengehen und den Gedanken nachhängen können. Es sind aber auch Orte, auf denen ich mit meiner Fotokamera gern unterwegs bin und viel entdecke.