Irgendlink (#093)

Ich bin fasziniert

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Irgendwo in den Weiten von Bloggerhausen und Kleinbloggersdorf habe ich ihn gefunden, den Irgendlink. Fragt mich aber bitte nicht, wie und wo – ich weiß es tatsächlich nicht mehr. Möglicherweise brachte mich SoSo zu ihm …

Irgendlink?

Ein Künstler. Jemand, der den Mut hat, seine Kunst zu leben, zu er-leben. Ein Mensch, der am 28. März 2012 aufgebrochen ist zu seinem nächsten Kunstwerk: Einer Tour mit dem Fahrrad rund um die Nordsee, etwa 6000 km in etwa drei Monaten.

Verrückt. Verrückt? Nicht verrückter als eine Fettecke oder ähnliches.

Über diese Tour bloggt Irgendlink von Unterwegs, live, mit Bildern und Texten zu seiner Tour. Das ist seine Kunst. Sozusagen unmittelbarer Reisejournalismus, ein “LiveKunstBloggen” mit vielen Bildern. Parallel entsteht aus einem Bild alle 10 km die nächste “Kunststraße”. Und es ist Kunst, die durch Irgendlinks Einordnung unter den Kunstbegriff und durch die Bearbeitung und durch die Rezeption der Betrachter/Mitfieberer ihren Kunststatus erhält.

Wie ich ihn (und SoSo) um diesen Mut beneide, einfach so zu leben und zu schaffen! Mir fehlt der Mut, das letzte bißchen Sicherheit (mein ALG II mitsamt der dadurch gesicherten Mitgliedschaft in einer Krankenkasse) aufzugeben. Ich wüßte nicht, wohin mit dem, was mein Leben jetzt ausmacht: zwei Nymphensittiche, Freunde, viele Bekannte, die Radiosendung. Die Liebste mit den zwei Mädels.

Aber irgendwie mußte auch Irgendlink dafür sorgen, daß sein Dasein nicht mit seinem Aufbruch verschwunden ist. Da steckt eine – in meinen Augen gewaltig große – Leistung dahinter, alles zu planen, zu sichern, zu veranlassen, für den Weiterbetrieb und die Weiterexistenz zu sorgen. Vor dem Aufwand drücke ich mich.

Also bleibe ich hier in der Stadt, lese Um’s Meer und träume. Davon, daß mir ein Zauberer den nötigen Mut gibt, daß mir ein anderer Mensch die nötige Sicherheit verspricht, daß ich eine gute Unterbringung für Herrn Tschiep und Eh!Vieh! finde.

Ein Projekt hätte ich ja schon: Mein Weg zu Fuß von hier zur Liebsten. Eine Drei-Länder-Tour von Sachsen-Ahalt über Thüringen nach Sachsen ins Erzgebirge. Und immer nach z. B. einer Stunde Gehen je ein Bild nach Norden, Osten, Süden und Westen aufnehmen. Dazu immer fünf Sätze Text. Ich überlege, wie sich das technisch lösen läßt ohne Eifon.

Ja, Ideen habe ich genug. Nur der Mut zur Umsetzung fehlt. So ziehe ich einstweilen meinen Hut vor Irgendlink und wünsche ihm erträgliches Wetter – egal, wo er grad radelt.

(Ich hoffe, es haben sich nicht zu viele Fehler eingeschlichen. Und die SoSo hätte ich beinahe vergessen zu verlinken.)

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 1. April 2012 war der (kurze) Nachmittag im Studio.

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093 / 366 – One post a day 2012 (WP-count: 468 words)

Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Kommentare zu Irgendlink (#093)

  1. nextkabinett sagt:

    Ach Emil. Das kommt alles, Du brauchst halt ein wenig Geduld. Und wenn es dann geht, vielleicht willst Du es dann gar nicht mehr, weil dann andere Dinge viel wichtiger sind. So ist das mit den Wünschen …

    • der_emil sagt:

      Weiß ich ja alles. Und ich kenn auch den Effekt, daß dann etwas ganz anderes wichtig wird. Trotzdem find ich eine solche Aktion bewunderns- und unterstützenswert.

      • nextkabinett sagt:

        Du bist ja auch im Ministerium für Reiseangelegenheiten freigeschaltet. Du bist also herzlich eingeladen, diesen Deinen Blog dort auch zu rebloggen. Sehr gerne auc hmit einem eigenen Link zu der Aktion des Reisekünstlers. Ich würde mich darüber freuen und wäre Dir sehr dankbar dafür, denn damit würdest Du mich entlasten.

        Lieben Dank von hier aus …

  2. Sofasophia sagt:

    danke! ich hoffe, dass irgendlinks blog mit seinen bildern und artikeln viele menschen berührt 🙂
    danke für die links!!!

  3. Pingback: Irgendlink reist. | Ministerium für Reiseangelegenheiten

  4. Inch sagt:

    Ja, ich beneidete diese Menschen auch. Um den Mut. Umd das Abeteuer. Mittlerweile kenne ich aber einige Menschen, die so etwas machen oder machten, persönlich. Zwei würde ich Freunde nennen. Sie jedenfalls nennen mich Freund.
    Und ich beneide sie nach wie vor um das Abenteuer. Nicht aber um den Mut. Oder besser die Gründe, die mutig machten. Denn alle diese Menschen, die ich kennenlernte, sind auf der Suche. Einer geradezu verzweifelten Suche. Und keiner derer, die ich kenne, hat gefunden, was er suchte.
    Da schaue ich weiter neidisch auf ihre Abenteuer, lasse mir mit großen Augen von ihren Erlebnissen und Begegnungen erzählen und lehne mich zurück und bin froh, dass mein Leidensdruck nicht so groß ist, dass er mich zu so einem Aufbruch treibt. Auch wenn ich längst nicht alles gefunden habe, was ich suche und suchte, habe ich doch genug gefunden, was mich hält.

  5. Gabi sagt:

    Auch ich gehöre zu den Menschen, die so Leute wie „Irgendlink“ beneiden, für das, was sie tun. Schon alleine dass sie den Mut haben, so etwas zu machen und es dann auch umsetzen. Ich wäre auch sehr interessiert seine Geschcihte mit zu lesen, aber dazu fehlt mir leider die Zeit. Vielleicht kann ich hie und da mal reinschauen.
    Immer wieder habe ich auch so Anwandlungen, mal irgendwas „anderes“ – etwas mehr oder weniger „verrücktes“ zu machen. Nur mir fehlt meist nicht nur der Mut dazu, sondern auch physisch wahrscheinlich das Durchhaltevermögen. Ich würde ganz einfach gerne mal einen längeren Weg zu Fuß absolvieren. Kann ein Pilgerweg sein, muss aber nicht. Es scheitert bei mir aber allein schon bei der Vorstellung, wie ich das umsetzen sollte. Oft an so blöden „Kleinigkeiten“ wie, was muss bzw. kann ich da mitnehmen, damit ich alles habe was ich brauche, ohne dass es aber zu viel wird usw. usf. Und dann verwerfe ich diese Gedanken wieder.

    Ich hätte vor einigen Wochen schon wieder eine Idee gehabt. Nichts so wahnsinnig „tolles“, aber für mich wäre es halt mal eine wunderbare Sache, wenn ich „so etwas“ einmal durchziehen könnte und ich einmal stolz auf mich sein könnte, etwas bestimmtes zu schaffen. Nur – wie es aussieht, wird wieder nichts draus. Auch bei mir scheitert es ja schon an den Gedanken wegen der Planung und Organisation, bei denen ich einfach nicht durchblicke, wie ich es am besten mache.

    Darum lieber Emil. Vielleicht schaffst Du es einmal den Weg zu Fuß zu Deiner Liebsten zu machen. Ich würde es Dir wünschen.

    Ach ja, wegen des Technischen: Du brauchst ja nicht unbedingt ein iPhone dazu. Hast Du denn nicht sowieso ein Smartphone? Damit müsste es ja auch gehen.

    lg Gabi

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