Schule (#061)

 

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Im Ohr habe ich Kinderlachen, lautes, fröhliches Geräusch. Noch immer sehe ich herumwuselnde Menschlein auf dem Hof toben. Ein Kind steht an der Wand, hält sich die Augen zu und ruft “Eins, zwei, drei, vier, Eckstein! Alles muß versteckt sein!” Dann wird laut bis zehn gezählt und es ertönt jubelnd der Ruf “Ich Komme!”

Letzthin lief ich an dem Schulgebäude vorbei, dessen Besuch fast einhundert Jahre herbeigesehnt und gefürchtet wurde. Die ehemalige Dorfschule von Trotha steht leer. Seit einigen Jahen schon. An einem der Fenster steht noch eine gebastelte Papierblume. Das Gebäude hat noch immer Charakter, eine Seele.

Und wo sind die Kinder?

Die gehen hundert Meter weiter in eine Neubauschule aus DDR-Zeiten. Ein standardisiertes Gebäude, sehr zweckmäßig, aber seelenlos. Und in dieser Schule ist auch die Nachmittagsbetreuung untergebracht, die als Hort zuletzt das alte Schulgebäude nutzte.

Ein irgendwie trauriger Anblick, die alte Dorfschule so ohne Kinder …

 

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 29. Februar 2012 war die fortgesetzte Kreativität.

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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Kommentare zu Schule (#061)

  1. bauchundnase sagt:

    Ich weiß du meinst. Ich bin immer nur in alten Schulen gewesen und liebe alte Schulgebäude. Die haben eine Seele.
    Hier um die Ecke ist eine alte Schule, die steht seit Jahren leer. Und mir zerreißt es schier das Herz. Ich gehe da total gern dran vorbei und wünsche mir immer, viel viel Geld zu haben, um der Stadt das Gebäude abkaufen zu können. Aber so muss ich zusehen, wie das Haus irgendwann den äußeren Einflüssen nachgibt. So schade!

  2. Inch sagt:

    Aber wenigstens gibt es noch eine Schule im Ort. Und einen Hort! Trotzdem hast Du natürlich Recht: Verlassene Schulen wirken demoralisierend, sind sie doch meist ein Zeichen für Stagnation

  3. …. ist schon traurig irgendwie *seufz*

  4. Stimmt irgendwie… Diese älteren Schulgebäude haben irgendwie ein harmonisches Eigenleben. Die „neuen“ DDR (oder bundesdeutschen) Bauten wirken irgendwie wie Fabriken

  5. colorsigns sagt:

    Ich hatte einige alte gemäuer gesehen die trostlos verlassen der kommenden zeit überlassen wurden und sandsteine aufgehoben , liebevoll noch damals – waren sie mit der hand bearbeitet.
    der zerfall riss grosse erinnerungen an meine kindzeit auf -dort 17 km von paris entfernt und das lachen von uns klingt mir immer noch in den ohren wie vergangenheit in bunt explodiert. leise
    nachdenklich christin

    • der_emil sagt:

      Es geht mir ziemlich häufig so, daß ich mir – gerade Schulgebäude – mit den Scharen der ehemaligen Besucher sehr gut vorstellen kann, fast so, als hätte das Gebäude ein Gedächtnis und würde mir die Bilder telepathisch übermitteln ..

  6. april sagt:

    Hier sehen die meisten neuen Schulen auch nicht besser aus. Man erkennt sie sofort in ihrer Trostlosigkeit. Vielleicht findet sich für die alte Schule eine ‚Libhaber-Familie‘, die das haus wieder herrichtet und mit neuem Leben füllt, vielleicht sogar mit Kinderlachen.

  7. Gabi sagt:

    Klingt sehr traurig…
    lg Gabi

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