Was war jetzt der Favorit unter den acht Texten?
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Das waren jetzt acht kurze Textlein nacheinander, acht Miniaturen, Mikroromane oder wie auch immer.
Für meine Waldschratmärchen erstelle ich Storyboards, Zutatenlisten und alles das Zeug, das mancher zum Handwerkszeug eines Schreiberlings rechnet. Für die kurzen Sachen glaubte ich, daß mein Denkicht ausreicht (ich hab ge-ixquickt, das Wort gibt es schon – schade).
An diesen acht kurzen Dingern aber habe ich mehr herumgefeilt, gepfriemelt und gewienert als an acht großen Texten. Hab mir Mühe gegeben, die Wörter genau dort hinzuschreiben, wo sie stehen müssen.
Manchmal habe ich an mir gezweifelt. Manchmal waren es einfach zuviele Worte. Welche streich ich jetzt weg? Wie kann ich diesen Satz mit nur zwei Worten sagen? Gibt es keinen besseren, kürzeren Ausdruck dafür? Was wird nicht unbedingt zum Funktionieren des Textes benötigt? So viele Fragen:
- Beim Frostblick bin ich mir noch immer nicht klar darüber, ob der letzte Textsatz, diese Frage nach dem Blick ins Eigene, nun notwendig oder überflüssig ist?
- Stelle ich in Die Diebin den Rucksack ab direkt neben meine oder direkt neben meiner Geldbörse? Schreibe ich eher vom Ort oder eher von der Tat?
- Ist der Erzählfluß im Technisch bedingten Irrtum so machbar? Oder sind da zuviele Sprünge? Kann der Arzt dort weggelassen oder verallgemeinert werden?
- War das Zarte Grün zu offensichtlich oder zu ekelerregend? Habe ich da mit Nährboden und Luftfechtigkeit danebengegriffen
- Ist das Wenn-Dann zu kindlich, zu platt; und interessiert sich jemand überhaupt für meine Ideen von vor 25 Jahren?
- Habe ich die “urban legend”, das moderne Märchen, den Witz beim Karneval so verarbeitet, daß es noch verständlich ist? Hätte ich die Auflösung nicht “verstecken” sollen?
- Hätte ich das Malheur bei Ins Bad genauer bezeichnen sollen? Oder wissen am Ende auch so alle, wer da klingelt und warum?
- Bleibt zum Schluß das Glück. Das ist übertrieben klischeehaft, zu stereotyp. Und die Sache mit den Pfandflaschen hat da bestimmt auch nichts zur Geschichte beigetragen oder zur Charakterisierung des Protagonisten.
Egal. Jetzt habe ich meine acht Babies (plus zwei schon vorher) ins wilde Leben entlassen und alle hatten ihre etwa hundert direkten Klicks (plus etwa nochmal soviele über die Blogstartseite). Dafür danke ich allen Leserinnen und allen Lesern.
Und besonders würde ich mich freuen, wenn zu diesen acht hier vielleicht doch noch etwas gesagt wird.
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 24. Februar 2012 war der Fortschritt beim Sendungsschnitt.
© 2012 – Der Emil. Text & Bilder stehen unter der creative common license für Deutschland 3.0
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung):
056 / 366 – One post a day 2012 (WP-count: 437 words)


Tja, Du willst dazu etwas hören/lesen… leider bin ich da nicht die richtige, ich bin wohl zu dumm für deratiges. (ich schreib und es ist praktisch sofort online. Lese es noch mal und ändere mal ein Wort und fertig… ich bin also nicht wirklich geeignet etwas zu Deinen Texten zu sagen…schon gar nichts tiefsinniges).
Doch, ich habs gern gelesen, und ja, ich machs mir gern leicht…
LG, Petra
Petra, mit Deinem “ich habs gern gelesen” hast Du was geschrieben. Ein Lob sogar. Danke.
Und stell Dein Licht nicht so sehr untern Scheffel: von wegen zu dumm … Weil Du’s gelesen hast, kannst Du nicht “nicht wirklich geeignet” sein.
Wie jetzt, es ist 9 Uhr und noch kein Kommentar hier? Wo die E-Mail über den neuen Text doch 0:16 Uhr geschickt wurde.
Mein Favorit ganz klar: Wenn – Dann. Das Leben kann so einfach sein, wenn wir selbst es nicht verkomplizieren. Aber DER Mann meines Herzens hat doch gemerkt, was ich mir wünsche. Und so war er ganze vier Tage hier bei mir.
2012 wird als Jahr des Wasser-Drachen bezeichnet. Dieser gilt in China als großer Glücksbringer.
Das chinesische Horoskop besagt, dass jetzt wieder Aufbruchsstimmung herrscht. Aufregende Zeiten erwarten uns und der Zeitpunkt ehrgeizige Projekte zu beginnen ist günstig. Der gewünschte Durchbruch ist nah!
Die Verfasserin des Kommentars schleicht zum Frühstück – heute wieder allein – und bedankt sich beim Emil für die Wenn-Dann-Miniatur.
Ahh, da stand ja doch schon etwas. Ein Aktualisierungsproblem 🙂
WP hatte des Nächtens wieder irgendwas umgestellt, weshalb einiges nicht funktioruckelte.
Lieber Emil, mir haben deine kleinen Geschichten sehr gefallen. Sie waren spannend. Nein, du solltest nicht mehr verraten (auch aus dem Bad nicht). Vielleicht macht das ja gerade den Reiz aus.
Als du das Projekt andachtest, fand ich es gut. Irgendwie hat es was vom „Schulzendorfer Kramkalender“. Ich wurde mich freuen, wenn du noch mehr schreibst. Ich könnte mir auch gut vorstellen, mit so einem kleinen Büchlein in der Leipziger Bimmel zu sitzen und zu lesen, oder an der Haltestelle, oder in Wartezimmern …. Es muss nicht immer ein Heldenepos sein, was man sich da so reinzieht.
Einen Favoriten habe ich nicht.
Ich wünsch dir ein schönes Wochenende, immer einen spitzen Bleistift und einen Zettel in der Tasche, und ganz, ganz viele Ideen.
Schulzendorfer Kramkalender? Du meinst den Schulzenhofer vom Erwin S.? Danke für das Lob!
Ja, ich schreib weiter. Auch an solchen kurzen Texten. Ich nehme an, das ist bei denen wie mit den von Zeichnern entworfenen Signets/Logos, oder?
Jepp, das meinte ich eigentlich. 😀
Auch ich gebe keinem der Texte den Vorzug, dazu sind die Inhalte zu unterschiedlich. Das wiederum hat das Lesen sehr vergnüglich gestaltet. Dein Stil ist unverwechselbar und es wäre mehr als bedauerlich, wenn diese Geschichten im Netznirvana verschwänden. Was wir heute lesen und uns gefällt in den Blogs, ist morgen schon nicht mehr präsent. Das „Leben“ im Netz ist noch schneller als das reale Leben. Dafür, dass Du so viel an den Texten gearbeitet hast, wäre es mehr als schade, wenn sie in Vergessenheit geraten würden. Greife doch mal Gudruns Idee auf, drucke sie (und vielleicht noch einige mehr) und lasse sie binden (Copyshop).
Liebe Grüße,
Elvira
(Ich hab Dir Dein Ich eingebaut.)
Schon das zweite überschwengliche Lob. Und das mit dem Drucken und Binden hab ich schon im (Hinter-)Kopf.
Danke.
Schön! Solltest Du dann Abnehmer suchen – dann denk an mich, bitte.
Lieber Emil,
ich habe Deine Miniaturen sehr gerne gelesen. Du machst das wirklich gut. Aus Erfahrung weiß ich, dass es oft schwerer ist, einen kurzen Text zu verfassen, als einen langen – gerade wenn es einiges zu erzählen oder zu berichten gibt.
Mein Favorit war das zarte grün. Es hat einen echten Spannungsbogen, und der Würg-Effekt war bei mir von einem herzlichen Schmunzeln begleitet. Der Arzt beim technisch bedingten Irrtum – den ich auch sehr gerne gelesen habe – ist OK. Allerdings liest es sich dadurch so, als wäre es gerade eben passiert. Der Wartburg verstört erstmal, weil das nicht zusammenpasst. Erst recht, wenn ein zweiter auftaucht – wo gibt es so ein Gefährt denn heute noch? Aber mit der Erklärung, dass es alles schon eine Weile her ist, löst sich alles in Wohlgefallen auf. Das sind ja DEINE Geschichten und DEINE Geschichte – exemplarisch für Gesamtdeutsche Geschicht(n). Das ist doch gerade etwas, was viele Leser hier immer wieder hinführt. Und natürlich ist interessant, was Du vor 25 Jahren mal aufgeschrieben hast. Für die, die regelmäßig mitlesen, ergibt sich doch ein roter Faden. Und wer hier mitliest, interessiert sich doch auch für Dich.
Wirklich, liest sich alles richtig gut. Und ein erfahrener Schreiberling merkt, dass da richtig Arbeit drinsteckt. Die lohnt sich aber, weil das Lesen Spaß macht. Also, weitermachen!
Liebe Grüße
Daniel
ich schließe mich der Meinung von Daniel an , es lohnt sich bei dir zu lesen .
Ich danke dir
Christin
Einen favoritablen Text habe ich auch nicht. Hast Du das rasend gute Weglassen auf der Journalistenschule gelernt?
Solltest vielleicht eher hupfen statt schleichen….
Gruß von Sonja
Mein Zeichenlehrer sagte in der 5. oder 6. Klasse zu mir: “Die Kunst besteht im Weglassen, so, daß trotzdem noch erkannt wird, was es ist.” (danke, Herr Seemann?). Ich war auf keiner Journalistenschule.
Ach ja (*angeb*): ich schleich davon, um meine LeserInnen nicht aus ihrer andächtigen Versunkenheit in meinen Texten zu schrecken 😉
Mein Kommentar kommt, wie fast immer, sehr spät (und damit meine ich nicht nur die Uhrzeit :-)).
Meine Bewunderung an Dich, mit so wenigen Worten so gute, unterhaltsame und oft erheiternde Geschichten zu schreiben. Würde mir auch nur eine einzige Geschichte in dieser Art überhaupt einfallen, würden die Texte ellenlang werden.
Gefallen haben sie mir alle. Sollte ich einen Favoriten nennen, könnte ich mich nur schwer zwischen „der Diebin“ und dem „Technisch bedingten Irrtum“ entscheiden.
lg Gabi
Na gut. Hoffentlich trete ich niemandem auf die Füße.
Liebe Gabi,
wenn sich jemand, wie Du, die Mühe macht, noch so lange nach der Veröffentlichung meine Texte nachzulesen: Der Leser, die Leserin ist mir wirklich viel wert. Ist es doch nicht so einfach als nur die Mail oder die Abonnements-Auflistung anzuklicken, sodern zeugt von einem Nachsuchen, vom Lesewillen.
Deswegen danke ich Dir von ganzem Herzen für Deine Anmerkungen, auch wenn sie später als die meisten andern kommen.
Ja, diese „späten Anmerkungen“ werden wohl öfter vorkommen, weil ich nicht immer zur aktuellen Zeit dazu komme. Aber ich lese Deine Texte gerne und darum hole ich eben nach, wann und wenn es geht. 🙂
Und ich denke, man schreibt doch auch Texte deswegen nieder, damit man sie auch später noch lesen kann. 🙂
lg Gabi