Zucker (#031)

Zucker, Diabetes und ein Nachruf

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Ich gestehe, daß ich für mein Gewicht ein ganzes Ende zu klein geraten bin. Und ich gestehe auch, daß ich Diabetiker bin. Noch wird mit Tabletten behandelt.

Im Volksmund heißt Diabetes ja auch “Zuckerkrankheit”. Allerdings nicht, weil sie von einem Zuviel an Zucker verursacht wird, sondern weil mit dem Urin Zucker ausgeschieden wird. (Die mittelalterlichen Doctores stellten das mit Hilfe einer Geschmacksprobe fest! Bäh!)

Ja, ich vermeide übermäßig viel Zucker, Süßes. Aber muß ich es mir ganz verkneifen? Muß ich Broteinheiten zählen? Reicht es nicht aus, daß ich mich vernünftig, ausgewogen ernähre? Ich stelle fest: bei mir reicht es aus.

 
Macht Zucker zuckerkrank?

Es gibt Krankheiten, die verbinden wir spontan mit bestimmten Begriffen: So gehören z. B. zum Heuschnupfen die Blütenpollen. Beim Stichwort Diabetes denken viele direkt an Zucker. Kein Wunder, schließlich wird die weit verbreitete Stoffwechselstörung auch “Zuckerkrankheit” genannt. Ein Drittel der Deutschen geht sogar davon aus: Wer gern und oft Süßes ißt, wird zuckerkrank!

 
Diabetes-Ursachen sind Vererbung und Übergewicht.

Prof. Dr. Hans Hauner, Diabetes-Forschungsinstitut der Universität Düsseldorf:

“Entscheidend für die Entwicklung eines Diabetes ist die erbliche Veranlagung. Die weitaus überwiegende Zahl der Studien spricht dafür, daß Zucker bei der Entstehung des Diabetes mellitus so gut wie keine Rolle spielt. Allerdings beeinträchtigt ein zu hohes Gewicht die Insulinwirkung im Kohlenhydrathaushalt des Körpers und fördert so die Entstehung des Diabetes mellitus. Studien zeigen, daß speziell die Fett- bzw. Gesamtkalorienaufnahme mit der Gefahr, an Diabetes zu erkranken, zusammenhängt.”

CMA-Broschüre “Fragen zum Thema Zucker”, S. 18 f.
aus der Reihe “Glauben heißt nicht wissen”. CMA-Bestell-Nr. 4910
 

Übrigens waren/sind meine Eltern und Großeltern fast alle Diabetiker, und manche Cousins und manche Cousinen sind es auch. Das spricht für einen erblichen Anteil in den Ursachen der Erkrankung.

Und nun der Nachruf: Auch, wenn die CMA eine Lobbyorganisation war, so bot sie doch immer wertvolle Informationen rund um landwirtschaftliche Produkte und Ernährungsfragen. Seit 2009 gibt es sie (offiziell) nicht mehr, weil das ihrem Wirken zugrundeliegende Gesetz verfassungswidrig war (siehe entsprechende weiterführende Links im CMA-Artikel bei Wikipedia). Die CMA-Website zeigt nach dem Klick auf einen beliebigen Link auch nur noch diese – für mich durchaus traurige – Nachricht. Schade, denn ich schätzte die verbreiteten Informationen durchaus.

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 30. Januar 2012 war ein erledigter Behördenkram.

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0 Kommentare zu Zucker (#031)

  1. Follygirl sagt:

    Mit Zucker kenne ich mich gar nicht aus, scheint ja sehr lästig zu sein?
    LG, Petra

  2. ute42 sagt:

    Es gibt doch heute für Diabetiker eine ganze Menge „Süßes“. 🙂

  3. anniefee sagt:

    Diabetes 1 ? (lese ich das richtig raus)
    – dachte immer, man müsste sich zu festen Zeiten nach festgelegten Essmengen festlegte Insulinmengen spritzen (bzw. so Pumpe machts automatisch), jetzt lese ich erstaunt über Tabletten, hm..

    Auf die CMA bin ich gar nicht gut zu sprechen, die redeten Massentierhaltung schön und wollten einen zum Tierkonsum becircen, nach dem Motto: „Je mehr, desto besser!“ – und Unmengen tierischen Eiweißes sind nun für niemanden gesund…

    • der_emil sagt:

      Typ II – auch da braucht’s ein erbliche Veranlagung …

      Ich habe aus deren Infos solche Sachen nicht herausgelesen. Das kann selektive Wahrnehmung gewesen sein …

  4. Ilona Form sagt:

    Hallo lieber Emil, ich lebe seit fast 20 Jahren mit dieser *Zuckerkrankheit*. Ich muss spritzen und
    Tabletten nehmen und habe schon einige Kurse mitgemacht. Mein erster Mann war übrigens schon mit 18 Diabetiker. Das A und O sind die Kohlehydrate. Und wo die Dinger überall drinn sind,,da muss ich aufpassen. Sogar Medikamente können den Wert hochtreiben,dafür gehen ich alle 3 Monate zum Arzt und lassen einen Langzeitwert machen. Aber die ganze Sache ist mir in Fleisch und Blut übergegangen. Es wäre nur schön, hätte ich mehr Bewegung und ein paar Pfunde weniger. Aber Du weisst ja, was ich mich bewegen kann;;;
    Ganz liebe Grüsse von Illo.*****

  5. minibares sagt:

    Zum Glück hab ich noch nichts mit Diabetes zu tun.
    Aber ich kenne etliche, die Zucker haben.
    Diziplin ist wohl angesagt… vermute ich.

  6. Elvira sagt:

    Wenn Du regelmäßg Deinen HbA1c kontrollieren lässt, 1x im Jahr zum Augenarzt gehst und darauf achtest, dass Dein Arzt sich auch regelmäßig Deine Füße ansiehst, kannst Du mit dieser Krankheit ganz gut leben, zumal Du nicht spritzen musst.
    LG,
    Elvira

  7. mayarosa sagt:

    Zucker ist ja auch nicht nur was Zucker heißt, sondern was chemisch aus Zucker besteht. Das sind vor allem Kohlehydrate, also die langkettigen Zucker in Getreide, Kartoffeln und vielen anderen Lebensmitteln.
    Offenbar produziert dein Körper ja Insulin, nur eben nicht genug. Ich wünsche dir die Disziplin, dass du deine Ernährung so hinkriegst, dass du auch weiter nicht spritzen musst.
    In meiner Verwandtschaft gibt/gab es auch mehrere Diabetiker. Ein Cousin hatte Diabetes 1, mit zwölf festgestellt. Das ist wirklich bitter. Leider hat er sich als Jugendlicher nicht wirklich an die Diät gehalten, mit üblen Folgen und einem kurzen Leben. Ich mochte ihn sehr 🙁

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