Salamitaktik (#015)

Ist doch Wurst

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Meine eigene Salamitaktik hat nichts mit der Wulffung oder der Guttenbergerei zu tun. Nein. Es geht wirklich um die Wurst. Nicht im übertragenen Sinne, sondern wortwörtlich um genau diese Art von Wurst: Salami. Und um Genuß.

Salami esse ich nämlich besonders gern, wie auch die sehr ähnliche Schlackwurst. Echte Salami von guter Qualität ist allerdings teuer geworden. Wirklich sehr teuer. Vor allem die italienische, ungarische oder französische Wurst.

Irgendwann entdeckte ich, daß einer der ortsansässigen Wursterzeuger die Wurstzipfel, die sich nicht so gut in die vom Handel – NICHT vom Kunden! – bevorzugten Standardscheiben schneiden lassen, sehr preisgünstig (unter 5 Eu je kg) verkauft. Das nennt sich dann Wurstanschnitte.

So muß ich nicht nur die ganz billige Salami der Großfleischereien essen, sondern kann mir ab und zu (Teil 1 meiner Salami-Taktik) feine Qualität (Teil 2 meiner Salami-Taktik) leisten. (Ich hab’s aber schon lange nicht mehr getan.)

Dann gibt es ganz frisches Brot, mit “guter Butter” bestrichen. Der Altenburger mittelscharfe Senf steht bereit und ein Bier. Hauchdünne Scheibchen schneide ich mir mit einem selbstgeschliffenen, sehr scharfen Messer aus dem ersten Zipfel, und nur dieser wird aufgeschnitten. Durchscheinend müssen sie sein, wenn ich sie aufs Butterbrot lege. Das ist Teil 3 meiner Salami-Taktikwenig und ganz fein geschnittene Wurst.

Meist reicht die Menge für zwei oder drei Schnitten, die ich bewußt genieße (Teil 4 meiner Salami-Taktik) und langsam kaue. Eine davon wird mit einem Hauch Senf verfeinert. Und der kräftige Geschmack der Wurst wird mit dem feinherben Aroma des Pils‘ und dem frischen Brot zu einem wahren Wohlgeschmack. Es muß alles zusammenpassen – das ist Teil 5 meiner Salami-Taktik.

Für einen richtigen Genuß (hier z. B. am Essen) sind bei mir also fünf Sachen wichtig: Es muß selten geschehen, von hoher Qualität sein, nicht zuviel sein, bewußt wahrgenommen werden, fein aufeinander abgestimmt sein.

Ich weiß, mit meiner Salami-Taktik kann ich sogar Broccoli und Harzer Käse genießen – aber keinesfalls Musik von Dieter Bohlen (da fehlt für meine Ohren die Qualität) oder Zucchini (die kann mir nichts und niemand schmackhaft machen).

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 14. Januar 2012 war eine überraschende Begegnung.

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Über Der Emil

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0 Kommentare zu Salamitaktik (#015)

  1. Himmelhoch sagt:

    Den Ausdruck „gute Butter“ kenne ich auch noch.
    Das mit den Zipfeln wusste ich nicht, aber ich bin nicht so ein Salamifan.

  2. nextkabinett sagt:

    Sehr schön. Magst Du das in der Kabinettsküche posten? Oder in ‚Rund um den Küchentisch‘? Das wäre sehr schön.
    Dir einen schönen Sonntag. Ich bräuchte dringend einmal Deinen Rat, welches PDF-Programm ich alternativ zu Adobe nutzen kann. Ich muss dringend einige Pdf‘-Dateien erstellen.
    LG; Renate

  3. mayarosa sagt:

    „eine Qualität (Teil 2 meiner Salami-Taktik) leisten. (Ich hab’s aber schon lange nicht mehr getan.)“ – das solltest du unbedingt tun. Ich kenne das mit den verbilligten Endstücken auch. Habe früher als Studentin oft die Käseenden (-anschnitte) gekauft, weil ich so an leckeren Käse kam. Den Plastikkäse mochte ich schon damals nicht. Bei Wurst kaufe ich nur Wurst meines Vertrauens. Lieber weniger und dafür lecker.

  4. sucherin sagt:

    Deine Salami Taktik hört sich interessant und vor allen Dingen schmackhaft an.

  5. Elvira sagt:

    Hauchdünne Scheiben langsam genießen! Genau so ist es! Ich schneide hauchdünne Scheibchen und Mann legt sich fünf davon aufeinander und verschlingt sie wie unser Hund sein Futter inhaliert, *grummel*!
    Ich glaube meine Zucchinicremsuppe oder die Zucchinipuffer könnten Dir schmecken (es sei denn, Du magst auch keinen Knoblauch).
    Liebe Grüße – und bleibe ein Genussmensch!!!
    Elvira

  6. Die Hellwache sagt:

    :-)! … (Eine Ex-Vegetarierin lächelt …). LG

  7. Inch sagt:

    Zucchini, ich weiß auch nicht, was die Leute dran finden. Ich mags auch gar nicht und in keiner Form. Und was Herrn Bohlen betrifft, da sind wir uns hier wohl alle einige. Salami kaufe ich auch ganz selten. So einmal im JAhr. Bei unserem Fleischer gibt es sehr gute und preiswerte. Die wird dann noch ein paar Wochen „abgehangen“, das kann man nämlich mir echter Salami, bevor sie gegessen wird. Und einmal im Jahr gibt es auch eine Salami vom Ziegenhof meines Vertrauens.

  8. Pingback: Des Emils Salamitaktik ( ❧ 035) | Germanys next Kabinettsküche

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