Es klingelt (Nº 307 #oneaday)

Fraktur-Miniatur

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Fraktursatz: Es klingelt

 

 
 
Er muß sich sehr weit hinausbeugen aus dem Fenster im neunten Stock. Trotz seiner Höhenangst zog er damals in diese Wohnung, weil ihm keine andere Wahl blieb.

Und deshalb muß er sich jetzt weit hinausbeu­gen aus diesem Fenster im neunten Stock. Und sich dabei festklammern am Fensterbrett, denn er möchte sehen, wer unten vor der Tür steht und bei ihm geklingelt hat.

Kein ihm bekanntes Auto ist vor dem Haus zu sehen, es hat sich auch niemand angemeldet. Aber er will jetzt wissen, wer da klingelte.

Ausgerechnet bei ihm, der doch einsam und allein hier lebt im neunten Stock und der in dieser Stadt keine richtigen Freunde mehr hat.

Auf sein Rufen reagiert niemand. Es zeigt sich niemand, der bei ihm um Einlaß gebeten hätte.

Er bleibt auch an diesem Geburtstag allein.

 
 

Hatte ich schon erwähnt, daß ich den Fraktursatz liebe, seine Ligaturen, das Lang-s?

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 02. November 2011 war … öhm, ach ja: Daß ich jemanden etwas aufbauen konnte, daß es gute “Schlechte Nachrichten” gab, der Besuch im Raumflug-Planetarium und daß ich den Tag überhaupt gut überstanden habe.

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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Kommentare zu Es klingelt (Nº 307 #oneaday)

  1. Follygirl sagt:

    Falls ich das nun richtig verstanden habe, hast Du Geburstag?
    Wünsche alles LIEBE und GUTE!
    (Ich war gerade doch überrascht, das ich das so flüssig lesen konnte)
    Liebe Grüße und einen schönen Tag, Petra

    • der_emil sagt:

      Nein Nein Nein. Kein Geburtstag.

      Nichteinmal wirklich so geschehen. Nur 2006 geschrieben.

      • nextkabinett sagt:

        Na, dann bin ich ja beruhigt, dass ich Deinen Geburtstag nicht vergessen habe. Wann hast Du eigentlich Geburtstag?

        Ein sehr schönes Gedicht. Sowohl in Fraktur als auch ohne …

        Verlängert sich Deine Therapie eigentlich wegen der einen Krankheitswoche?

  2. frizztext sagt:

    hast du den Fraktur-Teil wie ein Foto eingefügt, vorher in den Kopierer?

  3. Gudrun sagt:

    Jaaa, ich glaube die Schriftgruppe passt zu dir. 😀 Spaß macht es, die Buchstaben mit der Breitfeder zu schreiben, nicht wahr? Aber absonsten bleibe ich lieber bei den Antiqua-Schriften, es sei denn, ich habe einen anderen Auftrag.

    Liebe Grüße von der Gudrun
    (Es hat sich ganz schön viel verändert bei dir seit 2006)

    • der_emil sagt:

      Ich habe auch noch einige Antiquas mit Lang-S hier rumliegen … Freie Schriftarten wohlgemerkt …

      Aber wie ich grad schrieb: Das hab ich mit einem richtigen Satzsyztem erzeugt. Mit der Hand schreib ich Kurrent, keine Fraktur. Das ist mir zu anstrengend 😉

  4. Elvira sagt:

    Neunter Stock käme für mich ja gaaaaaaaaaaaaar nicht in Frage. Da würde ich nie und nimmer Fenster putzen.

  5. DIE_Gemeinte sagt:

    Mein lieber Schatz,
    Du kannst Dir ganz sicher sein, Deinen nächsten Geburtstag feierst Du nicht allein.
    Ach ja, wird es dann eine Doppelfeier?
    Ich liebe Dich!

    • der_emil sagt:

      Liebste: Das meinst Du jetzt so, wie ich es verstehen möchte? Wir sollten zwischen die beiden Geburtstage eine dritte Festlichkeit legen … *träum*

  6. Inch sagt:

    Oh das ist traurig. Aber wunderschön. Sozusagen schaurig schön

  7. Himmelhoch sagt:

    Deine Liebe zu diesem Schriftsatz kann ich verstehen – um künftige Geburtstage müssen wir uns keine Sorgen machen und um den ganzen Emil offenbar auch nicht.
    Ich hatte auch Höhenangst – sogar gewaltige – und die einzige Tauschwohnung, die wir gegen zwei (eine davon mit List eroberte) Zweizimmerwohnungen tauschen konnten, war im 16. Stock. Auch ich musste irgendwie die Außenscheiben auf einem Hocker stehend putzen – aber die letzten Ecken blieben immer ungeputzt.

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