Mystik!?
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Ich wurde gestern zurückgeworfen auf Mystik und Mystisches, nur dadurch, daß ich Schweigen und Weinen wollte und mußte. Grundlos. Glaube ich. Beim ersten Mal.
Was nicht positiv benannt werden kann, darüber läßt sich entweder schweigen, oder es muß negativ benannt werden.
Sölle, Dorothee: Mystik und Widerstand: du stilles Geschrei / Dorothee Sölle.
– 5. Aufl. – Hamburg: Hoffmann und Campe,1999. S. 94. ISBN 3-455-08583-0
Und da ich es nicht positiv benennen konnte und nicht negativ benennen wollte, blieb mir nur zu schweigen.
Zur Sprache der Mystik gehört ein Schweigen, das Zuhören lernt und das Versinken in der Dunklen Nacht der Seele riskiert.
ebd. S. 106.
Ja, es waren mystische Momente des Zuhörens, mir selbst Zuhörens. Nichts Okkultes. Nein. Aber in der «Dunklen Nacht der Seele» war ich auch.
Ein Gefühl von Eins-Sein mit der Welt und doch nicht Dazugehören. Den Verlust spüren, weil etwas oder jemand aus meinem Blickfeld ging. Wissen, daß dieser Abschied sinnvoll und richtig und völlig normal ist, und trotzdem dem Schmerz nachspüren. Nichts sagen können.
Nein. Niemand ist gestorben.
Es ist auch nicht wichtig, was oder wer sich da wann und wohin davonmachte, verabschiedete.
Der Verlust und das Schweigen als mystische Erfahrung.
Muß auch mal gemacht werden.
Aber es hätte mir einmal gereicht am gestrigen Tag. Die Liebste, die mich am späten Nachmittag nur kurz besuchen kam, hätte durchaus bleiben dürfen …
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 7. Oktober 2011 war ein unerwarteter Besuch.
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Ich hatte mich beim Lesen gefragt, warum du Mystik negative interpretierst und dir im Postiven die Worte fehlen. Dann las ich: „Ein Gefühl von Eins-Sein mit der Welt und doch nicht Dazugehören.“ – macht traurig dieses Gefühl. Kann ich verstehen. Schöner fühlte es sich an, wenn es hieße: Ein Gefühl von Eins-Sein mit der Welt im Vertrauen darauf, als Teil von ihr, mit ihr, von ihr getragen zu werden, wohin auch immer.“
Oh – ist mir nicht bewußt (gewesen), daß ich Mystik … Noch jetzt sträube ich mich, das Wort negativ zu benutzen.
Ich hatte im Schweigen und Weinen (das gehörte gestern, in dieser Erfahrung zusammen) eher dieses Gefühl von „Leere Deinen Geist“ und stieg dabei in die «Dunkle Nacht der Seele» (Johannes vom Kreuz!) – nein, nicht hinab, eher hinauf. Und das machte mich nicht traurig, sondern ich war es, grundlos zuerst (mancher würde einen allgemeinen Weltschmerz als Begründung vorschieben), wie mir schien.
und in diesem Moment fühlte ich mich eben auch nicht dazugehörig. Sondern von außen draufschauend, in ihr völlig abgeschlossen. Mit der Gewißheit, wieder aufgenommen zu werden.