Zeitungsausriß (Nº 271 #oneaday)

Manchmal frage ich mich …

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Manchmal frage ich mich selbst seltsame Fragen. Zum Beispiel: «Warum gewinn ich nicht im Lotto?» (Antwort: Weil ich nicht spiele.)

Manchmal stellen mir auch Ortsunkundige seltsame Fragen: «Wenn ich jetzt hierlang gehe, steht dann dort oben der Bahnhof?» (Antwort: Der steht auch dort, wenn Sie nicht hierlang gehen.)

Und manchmal werde ich von unseren Medien mit Informationen versorgt, bei denen ich mich frage: «Haben die nichts anderes zu melden?» (Antwort: Schon, aber damit würde den Menschen ein Wissen vermittelt, das sie zu selbstbewußtem und sozialem Handeln anleiten könnte.)

Am Mittwoch, den 21. September 2011 zum Beispiel, veröffentlichte (nicht nur) die Mitteldeutsche Zeitung auf Seite 28 ihrer Ausgabe für Halle (Saale) diesen Artikel:

Artikel aus der MZ

Artikel aus der Mitteldeutschen Zeitung vom 21.09.2011, Seite 28 (Panorama), unter “In Kürze”

Was davon ist wissenswerte Information, die in einer regional ausgerichteten Tageszeitung veröffentlicht werden sollte? Mancheiner hat nach dem Lesen noch ganz andere Fragen. Was ist Transsylvanien? Wieso steht hinter Sibiu in Klammern Hermannstadt? Wo ist Rumänien? Und was bitteschön ist Karpaten-Brennholz?

Was produzierten die Tischler vorher? Was hat die staatliche Forstverwaltung mit den Särgen zu tun? Wenn die Särge aus Karpaten-Brennholz sind, wieso sind sie dann auch aus Transsylvanien?

Fragen, die sich mir und manch anderem vielleicht stellen.

Und: Was ist mit den Preisen für eine Beerdigung passiert? Wenn Luxus teuer ist, ist Sterben oder Begrabenwerden dann auch Luxus? Obwohl es jeder muß? Wie auch Atmen? Aber für Atmen muß ich ja (noch, liebe Leser, noch!) nichts bezahlen?

Eine Sache versteh‘ ich nicht.
Wenn ein Begräbnis nach dem Gesetz
Pflicht ist, warum ist es dann unbezahlbar?

Ein 28er nach Helmut Maier.

Ihr seht schon, in meinem Kopf ist viel zu viel los.

Fragen aber darf ich noch?

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 27. September 2011 war ein fertiggestellter Brief, ein leckeres Abendessen und ein Lächeln, daß mir in der Bimmel geschenkt wurde.

Nicht für den Zeitungsartikel!

© 2011 – Der Emil CC by-nc-nd der_emil(at)arcor(dot)de

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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Kommentare zu Zeitungsausriß (Nº 271 #oneaday)

  1. Follygirl sagt:

    Du stellst aber auch Fragen… ja, mit der Luft… noch. Wenn wir z.B. ans Wasser denken, wird da ja schon jetzt versucht das große Konzerne die Rechte darauf haben wollen … und dann?
    Mit den Särgen ist doch eigentlich eine gute meldung, ich denke mal, bei den Kosten heute… und wenn sie dann noch beonders gut brennen… ob ich mir schon mal einen auf Vorrat hinstelle. Brauchen tutman ihn ja doch…
    LG, Petra

  2. Follygirl sagt:

    PS: Die Äuglein sind noch fast zu, …denk Dir die fehlenen/falschen Buchstaben.. muß nun los.

  3. Gudrun sagt:

    Naja, manche schlafen ja schon mal drin, oder machen Probeliegen. Egal, deine Fragen sind interessant. Sie verraten, dass du ein reges Köpfchen hast. 😀

    Liebe Grüße von der Schulbank

  4. Inch sagt:

    Na, ich denke mal, da macht jemand, der ein Herz für Rumänien oder aber für Deutsche Wenigverdiener hat, ganz geschickt und hintenrum entweder Werbung für die Rumänischen Sarghersteller oder hat dem Deutschen Wenigverdiener einen Tipp gegeben, wie er die Oma beerdigen kann, ohne das der Staat oder der Friedhof, also die Stadt, sein ohnehin schon leeres Konto plündert. Ja, und ein bißchen sich darum kümmern, wo er das Billigteil nun her kriegt, kann sich der Kunde ja wohl selber.

  5. anniefee sagt:

    Auch die dpa darf mal schlampig arbeiten..
    Klingt mir nach diesen Pressemeldungen von jener Agentur, die dann in allen Zeitungen unter „kurioses“, „in kürze“, „am rande“ oder so stehen. Offenbar haben die bei der dpa eine Quote für „harmlose, manche erheiternde Meldungen“, die es zu erfüllen gibt.

    Fragst du dich die Siebenbürgenfragen wirklich ?

    • der_emil sagt:

      Nein, ich frage mich die nicht – hatte ich doch Unterricht, in dem darauf geachtet wurde, daß der Schüler wirkllich etwas behält 😉 Aber die “Jugend von heute”: Was weiß die mit Transsylvanien, Sibiu und Rumänien anzufangen? Einige werden vielleicht annehmen, daß das nur erfundene Bezeichnungen aus Biss u.ä. sind 😉

  6. Himmelhoch sagt:

    Du stellst wirklich interessante Fragen *grins*. – Unter die Erde kommt jeder, notfalls auf Sozialamts Kosten, wenn keine Familie dafür bezahlt. – Und für eine Feuerbestattung sind die einfachsten Särge doch gut genug, werden eh zu Asche.

  7. Das EIN-Atmen wird sicher steuerfrei bleiben, lieber Emil. Aber das AUS-Atmen … Dafür wird sich irgendein findiger Pfennigfuxer sicher noch was einfallen lassen.

    Per Gesetz bedingt. Die Kirche hat ein Monopol darauf, Menschen zu verbuddeln. Wenn Du bspw. eine Seebestattung möchtest, musst Du m. W. bei der Kirche einen Antrag auf Befreiung von der Friedhofspflicht stellen. Wenn der Aktenschieber gut drauf ist, kriegst Du sie sogar. Ich will z. B. gar keine Grabstelle. Das geht aber nicht, weil die Kirche, dessen Mitglied ich überhaupt nicht bin, das nicht will. Für irgendeine Alternative, die die Kirche zumindest als „na ja, geht noch“ beurteilt, muss ich mich entscheiden.

    Vielleicht sollte ich mir zu Lebzeiten schonmal einen Sarg aus Transsylvanien besorgen und darin schlafen. Unter mein Kopfkissen lege ich einen genehmigten Antrag auf Befreiung von der Friedhofspflicht. Und dann hoffe ich, wenn es irgendwann soweit ist, dass ich früh genug von oben gucken kann, wie da unten das Chaos ausbricht, weil kein Mensch weiß, was er nun mit mir machen soll?

    Ich denke mal darauf rum! 😉

    • der_emil sagt:

      Also die Kirche(n) haben das Monopol schon lange nicht mehr. Hier in Halle (Saale) gibt es z.B. mindestens fünf kommunal verwaltete Friedhöfe (Süd-, Nord uns Gertraudenfriedhof, Friedhof Neustadt und der Stadtgottesacker) …

  8. helmutmaier sagt:

    Danke für den Link (den ich gerne erwidert habe). Dass der 28er auch dazu dienen kann, solcherlei Fragen zu stellen, finde ich klasse.

    Liebe Grüße
    Helmut

  9. Elvira sagt:

    Der Tod ist eben auch nur ein Geschäft – ein Geschäft mit den wehrlosen Hinterbliebenen.

  10. minibares sagt:

    Eben WEIL die Bestattung vorgeschrieben ist, kann man so schön Reibach machen damit.
    Aber deswegen haben wir uns für eine anonyme Bestattung oder aber im Friedwald entschieden.
    Das sehen wir nämlich nicht ein, dass da noch jede Menge Folgekosten hinterherkommen.
    Denn die sind auch nicht ohne….

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