Ein Buch über ein Buch, das von einem Buch handelt?
To get a Google translation use this link.
“… als ob es Zeit wäre, endlich nach Hause zu gehen.”
Nachdem ich den Punkt hinter diesen letzten Satz gesetzt hatte, klappte ich das Notizbuch zu. Sechs lange Monate saß ich täglich daran und versuchte, diese Geschichte zu Papier zu bringen. Jetzt war ich fertig, und aus der einen dafür vorgesehenen Kladde waren sechs geworden.
Und auf jeweils 120 Seiten im Format Din A5 hatte ich mit meiner winzigen Schrift aus Kapitälchen den Abschluß geschafft. Zum ersten mal nach einem halben Jahr gehe ich heute unbeschwert in den Wald, ohne über die Geschichte nachzudenken. Nein, heute sammle ich Pilze – und ich freu mich darauf, sie endlich gebraten auf meinem Teller vor mir zu haben. Und vielleicht ist dann morgen Zeit dazu, endlich nach Hause zu gehen.
Mit diesen Sätzen beendete er das Manuskript, schloß das Notizbuch, zahlte bei der Kellnerin mit dem Pferdeschwanz seine drei Kaffee und ging zum letzen Mal in sein Zuhause in dieser Stadt. Ab morgen ist er nichtmehr der Verlorene Sohn.
Ja, das ist der Schluß eines Buches. Eines Buches, das ich noch nichteinmal angefangen habe zu schreiben. Nur die Kladden liegen schon hier im Schrank. Vorsichtshalber. Es gibt einige Skizzen, einige Bruchstücke, Episoden. Ungeordnete Notizen.
Nicht nur zu diesem einen Buch. Sondern zu noch zwei weiteren. An einem davon schreibe ich seit meinem Abitur. Kontinuierlich. Regelmäßig. Etwa zwei Seiten im Jahr; wobei ich mich durchaus darüber wundere, daß ich jedesmal so einfach in den Stoff einsteigen und bruchlos weiterschreiben kann.
Nun habe ich den Schluß von einem dritten – Roman, Feulliton? Eine Erzählung? Ich schreibe ein Buch darüber, wie ein Protagonist ein Buch schreibt? Ich beobachte mich dabei, wie ich mich beim Schreiben eines Buches beobachte? Oha. Schizophrenie hat was! (Ich weiß, daß das etwas anderes ist, aber Schizophrenie steht doch auch für “gespaltene Persönlichkeit”?)
Oder: bewußte Dissoziation. Also beobachtet die resultierende reintegrierte Person, wie Der Emil zuschaut, wie der, der er früher einmal war, ein Buch schreibt … Wie bitte? Also nochmal: Der, der ich mal werden will, beobachtet, wie ich, der ich heute bin, den, der ich früher war, beim Buchschreiben überwache und eine Erzählung daraus mache und schreibt ein Buch darüber.
Kann mir jemand noch folgen? Selbst ich gerate etwas ins straucheln:
Der, der ich früher war, schreibt ein Buch.
Ich, also Der Emil, beobachtet den, der ich früher war, beim Schreiben. Darüber schreibe ich ein Buch.
Die wiedervereinte Perönlichkeit aus Der Emil und dem früheren Ich beobachtet mich dabei, wie ich ein Buch über mein buchschreibendes früheres Ich schreibe, und wird darüber ein Buch verfassen.
Vielleicht brauche ich diesen Abstand zu mir selber und zu den Vorgängen um mich herum gerade jetzt. Oder ist das eine Abgehobenheit?
Aber eigentlich habe ich nur Angst vor dem, was übermorgen beginnt …
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 2. September 2011 war die Tatsache, daß ich pünktlich um acht Uhr das Haus verlassen konnte – das läßt für Montag hoffen.
246 / 365 – One post a day (WP-count: 522 words)



Wünsche dir ein wunderschönes Wochenende…mehr fällt mir jetzt nicht ein, da ich zu müde bin ♥
Hm.. ich kann halbwegs folgen, aber ich weiß nicht, ob das gesund so ist, wie du es machst. Vielleicht können die dir ab übermorgen mehr darüber sagen ?
Emil, ich liebe leicht schizophrene Typen, trotzdem würde ich gern verstehen, was Du vor hast.
Die Idee mit dem Ich-über-Ich-Buch finde ich gut,
wer sollte besser den Emil von gestern beschreiben können, als der Emil von heute?
Liebe Grüße
Sweetkoffie
an der _emil
bitte du
was nur ist übermorgen ?du bist auch weder ein Typ noch sehe ich irgendwelche schizophrenen Klangformen in dem was du schreibst, doch Sorgen.
was ist am Montag WAS ? habe ich irgend etwas überlesen ? kann ich dir helfen ? Bitte melde dich ..bitte Christin
Aaaalsooooo … (so als Antwort auf alle Fragen):
Mir ratterte nur dieses Ende eines Buches / einer Geschichte durch's Hirn und dann in's Notizbuch. Nachdenken mußte ich natürlich auch darüber.
Und am Montag beginn ich mit dem Besuch der Tagesklinik – extra dafür fand ich heute noch eine wunderschöne Kladde …
merci ..