Why / Wieso (bilingual Nº 109 #oneaday)

… ich gestern über «Lügen» schrieb

My own English translation appears as tooltip when moving your mouse across the text. If you want to try Google translations use this link.
 
Remark for English readers: Yesterday I leaked that not only real things are posted here but also fictional stories.

Am Sonntag hatte ich nichts geplant. Nach dem Mittelalterspektakel vom Sonnabend wollte ich nur ausschlafen und faulenzen. Aber meine allerallerallerbeste Freundin rief mich an: "Kommst Du mit aufs Brauereifest in Landsberg?" Warum nicht? Früher war es dort immer sehr lustig.

Aber nichts war spaßig. «Hier stirbt der Bär» charakterisierte sie die Atmoshpäre sehr treffend nach wenigen Minuten. Wir waren beim Rentnerschwoof gelandet und fühlten uns völlig fehl am Platze.

Über diesen kurzen Moment in der Brauerei wollte ich schreiben, doch das bißchen reichte nicht für eine 300 – Wörter – Kurzgeschichte. Am Nachmittag passierte noch mehr – davon mag ich jedoch nichts veröffentlichen. Und so grübelte ich heftig im Bus während der Heimfahrt. Soll ich eine frei erfundene Geschichte um diese kurze Szene herumschreiben? Will ich das so schreiben? (Ihr wißt doch, daß ich meist in Bus oder Straßenbahn schreibe.)

So kam ich zu der Frage, ob ich erfundene und wahre Geschichten zusammen veröffentlichen kann? Ob ich sie vielleicht entsprechend kannzeichnen sollte? Was die Leser bevorzugen würden? Und darüber schrieb ich dann …

Und heute?

Heute stellt sich mir diese Frage nicht mehr. Auch wegen Pete Davidsons Blog Spotlight – Week 15. (Thus I replied at oneadaybloggers with an own blog post.) Boah – ich bin deshalb ziemlich durcheinander und auch ein bißchen stolz!

Und wegen der Kommentare zu meinem gestrigen Beitrag. Auch Schreibende empfahlen mir, die Texte nicht als erfunden oder wahr zu kennzeichnen. Wenn eine Geschichte nämlich Bestandteil meines Denkens ist, ist sie doch auch Bestandteil meiner Realität. Auch weiterhin werde ich deshalb die Wahrheit mit meiner Realität mischen …

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

© 2011 – Der Emil CC by-nc-nd der_emil(at)arcor(dot)de

109 / 365 – One post a day (WP-count: 326 words)

Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
Dieser Beitrag wurde unter Erlebtes, Geschriebenes, postaday2011 #oneaday abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen für den Permalink.

0 Kommentare zu Why / Wieso (bilingual Nº 109 #oneaday)

  1. Helena sagt:

    Jede Geschichte, jede vermittelte Wahrheit ist nicht mehr wahr. 😉

    Und abgesehen davon gibt’s eh keine wahrheit die als solche bezeichnet werden könnte.

    Grüße

  2. puzzle sagt:

    Wahrscheinlich ist, daß du, indem du dich damit als „Schreibender“ positionierst, auch den Lesenden eine neue Einstellung zu deinen Texten nahelegst. Freiwillig oder unfreiwillig – ich bin gespannt, was geschieht. Zum Wahrheitsempfinden des Lesers kommt ein interessantes Phänomen: alte Blogs werden nicht mehr als „wahr genug“ empfunden, wie ich seit eingen Wochen experimentell erfahre, obwohl ich beim Lesen genau gegenteilige Gefühle habe. Wir sind, scheints, in erster Linie dann unterhaltsam, wenn unsere beschriebenen Erlebnisse als aktuell angenommen werden. Ich verstehe es entweder nicht (was ich manchmal noch hoffe), oder zu gut (was ich befürchte).

  3. twixraider sagt:

    Konfabulieren = gut
    Leser auf Geheimnisse anfixen = schlecht

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert