Ablauf: Unspektakulär.
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Freiwillig als Wahlhelfer gemeldet hatte ich mich. Hier in Sachsen-Anhalt war gestern Landtagswahl. Allerdings weiß ich nicht so recht, ob das alleine interessant genug ist und Stoff genug für einen eigenen Beitrag.
Das vorläufige Wahlergebnis zeigt jedenfalls, daß die Wahlbeteiligung wieder über 50 % liegt – aber ich bin mit dem Ergebnis unzufrieden: Ich bin kein Anhänger der Parteien, die sich «christlich» nennen, aber nichts weniger sind als das.
Der Tag begann also am gestrigen Sonntagmorgen um fünf mit dem Weckerklingeln. Es mußte genügend Kaffee gekocht werden und Brote habe ich mir auch geschmiert. Nach einem ordentlichen Frühstück verließ ich etwa dreiviertel Sieben das Haus.
Zehn Minuten Fußweg. Im Wahllokal erfolgte eine kurze Einweisung. Besonders wichtig war das Wissen um Gültigkeit und Ungültigkeit der Stimmzettel und das Vorgehen bei Leuten mit Briefwahlunterlagen.
Punkt acht Uhr verschloß ich die Wahlurne vor den Augen der anderen Wahlhelfer und des ersten Wählers, der von seinem Hund so früh zur Wahl geführt wurde. Und dann saß ich neben der Urne. «Falten Sie ruhig nochmal, sonst paßt das nicht.» Bis halb eins konnte ich das zu etwa 200 Menschen sagen, ebenso wie mein «Einen schönen Sonntag noch!»
Bei knapp 1000 Einträgen im Wählerverzeichnis waren zur Halbzeit etwa ein Fünftel der Wahlberechtigten erschienen.
Dann war Teil eins der Wahlhelferei für mich erledigt. Die zweite Schicht trat an und ich konnte bei herrlichem Sonnenschein bis halb sechs den Sonntag genießen.
Der letzte Wähler nahm 2 Minuten vor Wahlschluß seinen Stimmzettel in Empfang. Achtzehn Uhr wurde das Wahllokal als solches geschlossen. Es ging ans Auszählen.
Wenn jetzt niemand mit Erfahrung dabeigewesen wäre – ich mag nicht darüber nachdenken. Unsere „Chefin“ hatte eine wundervolle Methode, die 470 abgegebenen Stimmzettel auszuzählen. Am Ende mußten nur 76 Stimmzettel wirklich in eine zweite Zählrunde. Die Wahl war (für mich) um 18.52 Uhr mit der Meldung der Ergebnisse ans zentrale Wahlbüro der Stadt beendet.
Vier Stimmzettel waren komplett ungültig, bei zweien davon wurden in jedes mögliche Kästchen Kreuze gemacht, einer blieb komplett leer und auf einem fand sich nur eine Parole.
Auffällig – aber das kann auch an der allgemeinen Altersstruktur hier liegen – wenig junge Menschen waren wählen, die Mehrzahl schien im Rentenalter zu sein.
Und sonst? Nein, nichts Besonderes.
Jetzt weiß ich eben nur, wie eine Wahl schnell und effektiv ausgezählt werden kann (gut, es gab nur Erst- und Zweitstimme, und kein Chaos wie in Hamburg).
Wahrscheinlich werde ich mich wieder beteiligen als Wahlhelfer – und ganz bestimmt nicht wegen des «Erfrischungsgeldes»
Der Verfasser des Blogs schleicht müde davon und dankt für’s Lesen.
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Ja, man muß alles mal mitmachen… bei uns waren das früher immerhin 40 DM!
Wünsch Dir eine gute Woche, liebe Grüße, Petra
Guten Morgen Lieber Emil, habe gestern immer bei den laufenden Nachrichten an Dich gedacht und mich gefragt wie es so ist als Wahlhelfer 😉 Jetzt weiss ich es ja 😉 einen schönen wahlfreien Tag heute, deine Steff
Ich war auch wählen 🙂 , ich verstehe die Leute auch nicht, als wir noch DDR waren haben sich immer alle geärgert, ooch keene freien Wahlen …und jetzt wo wir können geht die Hälfte nicht . *tz*
Haben alle schon wieder vergessen ?
Na ja ich hoffe beim nächsten mal gehen mal 70 % !
LG TB und a nice Day 😉
Stimmt. Gerade die Menschen in den neuen Bundesländern sollten wissen, wie es ist, keine freie Wahl zu haben. Ist ja nun noch nicht sooo lange her, dass Bürger der DDR unter Lebensgefahr – wie heute im arabischen Gürtel – auf die Straße gingen, damals vor allem montags. Liebe Grüße
Ich lass mal meinen Link zum Thema hier liegen. Wenn der Verfasser des Blogs das nicht möchte, kann er ihn gerne löschen/weglassen ;-): http://mayarosasweblog.wordpress.com/2011/03/20/gute-nachrichten/
Wahlhelferin war ich vor Jahren auch mal.
Ich hab mich wegen der anderen nichteingezogenen Partei grad noch ein wenig mehr gefreut …
Naja. Ich sag es mal so: Ich mag weder Die Linke noch die FDP. Es gibt viele hier im Westen, für die die Linke/PDS immernoch Honneckers verlängerter Arm ist. Vielleicht ist die FDP aus ostdeutscher Perspektive das genaue Gegenstück dazu. Jedenfalls stehen beide Parteien wirtschaftlich für relativ extreme Positionen. Sind beides nicht meine. Aber ich denke, beide operieren auf der Grundlage unserer Verfassung und sind Teil des demokratischen Spektrums.
Anders die NPD. Sie betreibt Menschenhatz, bedroht andere aufgrund ihrer Hautfarbe, Herkunft, Religion. Positionen außerhalb unserer Verfassung. Ich schäme mich für jeden, der dieser Partei seine Stimme gibt.
Hm … Ich glaube, es ist nicht die NPD – es sind deren Sympathisanten, die eventuell strafbare Handlungen begehen. Noch ist diese Partei ja wie alle anderen zugelassen (und damit ist sie wohl auch «auf der Grundlage unserer Verfassung und […] Teil des demokratischen Spektrums.»)
Nicht alles, was nicht verboten ist, basiert auf der Grundlage unserer Verfassung. Dieser Umkehrschluss funktioniert nicht. Die NPD besteht wie jede Partei aus Menschen. Man könnte folgende Rollen unterscheiden: Mitglieder, Sympathisanten und Wähler, wobei ein Individuum mehrere Rollen ausfüllen kann. Offizielle Vertreter der NPD betreiben sehr wohl verbale Menschenhatz. Diese entspricht nicht dem Geist unserer Verfassung. Inwieweit diese Wortführer selbst gewalttätig sind oder andere dazu aufhetzen, müssen Polizei und Richter nachweisen. Aber auch hier gilt: Nur weil jemand nicht rechtskräftig verurteilt ist, heißt es noch lange nicht, dass er sich nicht strafbar gemacht hat.
Dann war das doch ein erfolgreicher Tag für dich und ausgefüllt 😉