Fasten? (Nº 69 #oneaday)

Oder nicht?

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Fasching ist vorbei. Und seit gestern werde ich wieder mit dem Wort «Fasten» zugeballert auf allen erreichbaren Medien.

Dabei nenne ich die sogenannte «närrische Zeit» nicht ohne Grund «Fasching» und eben nicht «Fastnacht» oder «Karneval». Denn mit diesen Begriffen ist das Fasten wesentlich enger verbunden («carne valet») als mit dem «Fasching» meiner Kindheit. Glaubte ich, denn wie ich gerade bei Wikipedia las, ist auch in dem wahrscheinlich das Fasten enthalten.

Dennoch bin ich jedes Jahr wieder unschlüssig, ob ich nicht doch auf irgendeine Weise an der Aktion Sieben Wochen ohne teilnehme. Oder mich entsprechend dieser Aktion verhalte, ohne den religiösen Hintegrund in den Vordergrund zu stellen.

Mir ist schon klar, daß dieser Hintergrund bleibt, und daß Wissende ihn sicher vermuten und / oder unterstellen. Irgendwo ist es ja auch so.

Jedenfalls habe ich gestern wie an jedem Aschermittwoch überlegt, auf was ich sieben Wochen lang verzichten könnte.

Internet? Telephon? Fernsehen?

Bus und Straßenbahn?

Süßigkeiten? Alkohol? Fleisch?

Von den ersten drei funktionieren der Verzicht auf Netz und Telephon nicht: Dann wäre auch mein Blog betroffen und ich könnte mit meinen wichtigsten Freunden nicht kommunizieren. Fernsehen – will ich nicht.

Sollte ich auf den ÖPNV verzichten? Dann komme ich nicht mehr aus meinem Stadtviertel heraus. Keine Bibliothek, keine Arztbesuche, keine Freunde treffen …

Wegen meines Diabetes (Typ II) ist Verzichten auf Süßes und Alkohol sowieso angesagt. Und Fleisch: Nein, darauf verzichte ich nicht. Punkt.

Vielleicht könnte ich dieses Jahr zum ersten Mal sieben Wochen ohne auskommen. Ohne belletristische Bücher zum Beispiel, denn der Stapel der zu lesenden Fachliteratur ist immens. Kierkegard, etwas Habermaas, eine Arbeit zur Schleifenquantengravitationstheorie.

Und ein mathematisches Standard-Werk (Bronstein-Semendjajew) zur Unterstützung der Diskussion der Kurve:

interessante Funktion

Wer Ideen hat – her damit 😉

Oder ich verzichte einmal sieben Wochen lang auf solche Eskapaden wie die mit der Formel…

Wer von euch verzichtet jetzt sieben Wochen lang worauf?

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

© 2011 – Der Emil CC by-nc-nd der_emil(at)arcor(dot)de

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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Kommentare zu Fasten? (Nº 69 #oneaday)

  1. Follygirl sagt:

    Fehler? was ist denn hier los? Ist der Kommentar weg?
    P. ???

  2. provinzler sagt:

    Interessantes Thema. Ich habe auch lange überlegt, auf was ich mal verzichten könnte. Aber irgendwie ging’s mir wie dir – ich kann mich zu nichts durchringen. Ist ja eigentlich ein ganz schlechtes Zeichen, dass ich auf nichts verzichten möchte.

  3. ich kann auf fernsehen und alkohl verzichten, das macht mir nichts! 😉 aber ob das der sinn ist! ahahahh schönes thema emil, liebe grüsse deine steff

  4. schwemmgut sagt:

    Bücher fasten??? In den Klöstern wurden den Nonnen und Mönchen in der Fastenzeit extra Bücher zum Lesen und Nachdenken gegeben. Ich will nicht auf Bücher verzichten, über andere Sachen können wir gerne diskutieren.

    • der_emil sagt:

      Nun, ich schrieb von den «belletristischen», also den nur der Unterhaltung und Zerstreuung dienenden Bücher. Und ich schrieb von «vielleicht». Vollständig auf Bücher verzichen könnte ich ja auch nicht …

      Und anderes, auf das ich verzichten könnte, habe ich im Moment nicht. Mancher wird mir jetzt das Fernsehen vorhalten, das ich doch lassen könnte – aber ich sehe dort nichts Unterhaltendes (ich habe keinerlei Privatsender, und Spielfilme seh ich nur selten, Unterhaltungssendungen so gut wie nie).

      Worauf kann ein recht asketisch lebender Mensch in der Fastenzeit verzichten? Eigentlich bin ich ja noch am überlegen, ob ich das überhaupt auf mich nehmen will: Fasten oder sieben Wochen ohne …

  5. christA sagt:

    Warum soll man denn auf das verzichten, was man mag? – Auf das zu verzichten, was man ohnehin nicht mag, ist ja kein Verzicht. Das ist ja eher eine Erleichterung.

  6. MandyL. sagt:

    Fasten ist eine gute Sache, ich habe einmal Ramadan (islamischer Fastenmonat) (teilweise) mitgemacht. Ich habe es eine Woche versucht aber kam damit nicht klar, tagsüber gar nichts zu essen und Abends dann richtig.
    Aber ich könnte derzeit auch auf nichts verzichten, weil an allem irgendwas dahinter steht.

    • der_emil sagt:

      Oh – herzlich willkommen bei mir zu Hause!

      Ramadan ist ja noch einen Tick härter als das „christlich angehauchte“ Fasten …

      Ich glaube, ich bin wieder nicht dabei.

  7. ja, man kann natürlich auch versuchen sieben Wochen ohne Fasten auszukommen. je nachdem, was dahinter steht ^^

    na, im Ernst, ich verzichte schon auf so viel. also sowieso das ganze Jahr über. oft verzichte ich auf tv. oke. 2 Weißbier am Abend seh ich auch schon als Fasten. seitdem ich nur noch 2 trink, is mein Bierbauch auch weniger.

    auf Sex verzichte ich auch schon seit einiger Zeit. essen tu ich meistens nur noch in der Kantine von der Zeitung hier. aber besseres Essen kann ich mir nicht mehr leisten.

    ich denk mal, Leut, die schon was haben, können mit gutem Beispiel besser vorangehen.

    ah Hannemann, geh du voran! Du hast die größten Stiefel an, dass dich das Tier nicht beißen kann.

    • der_emil sagt:

      DAS ist eine gute Idee: 7 Wochen auf das Fasten zu verzichten, und das ganze ALG II verprassen …

      • ja, so hat das auch regional glaubsch mit den verrückten Tagen angefangen. wo die Elenden und Beherrschten mal kurze Zeit machen konnten, wonach ihnen wirklich der Sinn steht. danach mussten sie aber wieder zurück ins Glied und ihre Arbeit verrichten. Die Herrschenden taten derweil bußfertig und versuchten 7 Wochen ohne Laster auszukommen.

  8. Die Hellwache sagt:

    … ich „faste“ dieses Jahr! Und ja, es ist wirklich ein Verzicht, 7 Wochen keine Schokolade, ich bin „schokosüchtig“ … ! Eigentlich wollte ich auch noch zusätzlich 7 W. offline gehen … aber wie soll ich dann diverse Blogs lesen ^^?! LG, ob mit oder ohne gefastete Wochen …

  9. fudelchen sagt:

    Ehrlich…ich habe noch nie gefastet.
    Ich esse, rauche, trinke Tee und sitze am PC und dann sind die sieben Wochen um…viellecht habe ich auf irgendetwas verzichtet, dann aber unbewußt…sorry 😉

  10. frizztext sagt:

    Restaurant, Autofahren, Alkohol
    die drei Sachen schaff ich, völlig zu vergessen –
    und mich regelrecht erleichtert zu fühlen …

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