Mein Sohn – II (Nº 10 #oneaday)

Mein Sohn Teil II – oder?

Eine Fortsetzung zu diesem Post.

Nun, wir schrieben uns dann doch noch ein paar SMS hin und her. Es ist (noch) nicht ganz beendet.

Klar, ich hätte ihm schreiben können. Aber ich glaubte, auch diese Familie sei umgezogen und ich hätte keine Adresse.

Die Vorgeschichte? Im Januar 2003 bin ich nach einiger Zeit der Wochenendbeziehung geflohen. Ja, ich hab alles (fast alles) dortgelassen und mich nach einiger Zeit überhaupt nicht mehr gemeldet.

Ich wurde aus meiner Wohnung hier im Ort sogar von Amts wegen abgemeldet – so weit zog ich mich vom Leben zurück.

Ich hätte Kontakt halten oder aufnehmen können. Heute weiß ich, daß ich dazu wirklich nicht in der Lage war.

Aber: Heute bin ich auch schon über ein Jahr in einer Therapie, mit der ich meine Depressionen angehe. Ich habe mindestens von 2002 bis 2009 mit Derpessionen gelebt (wie an meinen Texten auch feststellbar ist).

Nun, in der langfristigen Planung in dieser Therapie war auch ein (weiterer) Besuch in dem Ort vorgesehen, aus dem ich damals verschwand. Noch im ersten Halbjahr 2011. Ich hatte schon mit der Suche nach meinem Sohn begonnen …

Er ist mir also jetzt zuvorgekommen. Das macht mich stolz auf ihn. Und ich hab wieder etwas, wofür ich mich wohl schämen sollte. Daß ich – mal wieder – "versagt" habe.

Aber wer, wenn nicht er, darf mir diesen Vorwurf machen? Frauenrechtlerinnen? Mein Therapeut? Die Leser hier? Meine Mutter, die das immer tat? Nein, nur er. Und er hat ihn nicht gemacht.

Es geht also weiter. Ich weiß sogar schon, wie – aber ich verrate es hier nicht. Noch nicht.

Der Verfasser des Blogs schleicht aufatmend davon und dankt für’s Lesen.

010 / 365 – One post a day

Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Kommentare zu Mein Sohn – II (Nº 10 #oneaday)

  1. Jacky Cash sagt:

    Hallo Emil,

    ich hab mal ein einen guten Spruch gehört:

    „Bereue nie, was gestern war,
    denn Leben ist heute in Dir
    und Du erschaffst Dein Morgen.“

    Das soll nicht heißen, keine Verantwortung zu übernehmen.
    Aber für mich heißt es, dass wir eigentlich nur einen Fehler machen können:

    Aufgeben.

    Solange es Kommunikation gibt, gibt es Hoffnung.

    Die schwersten Zeiten hatte ich dann, wenn ich MIR nicht vergeben habe.

    Wir sind alle Menschen, wir machen alle Fehler… vielleicht, weil wir Emotionen haben, aber genau das macht uns auch menschlich, unsere Emotionen – und die Fähigkeit, diese Emotionen auch ab und an verstehen und verbessern zu können.

    Was in der Vergangenheit war, kann ich nicht rückgängig machen, aber ich kann das Ein oder Andere HEUTE richtig machen.

    Was morgen ist? Wer weiß.

    Morgen ist ein neues Heute und die neue Chance, Fehler zu machen – oder ein paar Dinge richtig zu machen.

    Herzliche Grüße,
    Jacky

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  3. Follygirl sagt:

    Ich denke Du solltest aufhören Dir Vorwürfe zu machen. Vielleicht kommt Ihr wieder in eine entspannte, freundliche Beziehung? Vielleicht ist die Zeit dafür jetzt oder morgen…? Kann mir denken, das es alles nicht leicht ist.
    Liebe Grüße, Petra

  4. Scheitern ist nichts schlimmes. Wer scheitert, hat immerhin was versucht, woran er dann gescheitert ist. Wer Angst vorm Scheitern hat versucht doch von vornherein gar nichts. Nach dem Scheitern das Scheitern einfach auf den Scheiterhaufen werfen, ja nicht schämen, weil davon wird’s auch nicht gut, und weitermachen, weiterscheitern. Irgendwann klappt’s dann meistens. Irgendwas auf jeden Fall.

    Hier was zu Selbstvorwürfen: http://asemwald.wordpress.com/2009/01/09/vor-die-hunde-geworfen/

  5. nextkabinett sagt:

    Ich freu mich einfach nur für Dich.

    LG,
    R.

  6. Pingback: Mein Sohn III (#oneaday No. 23) | Gedacht | Geschrieben | Erlebt | Gesehen

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