Nähen oder nicht? (Nº 38 #oneaday)

Mein Sonntagsausflug

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Merke: Wenn ich es eilig habe, sollte ich nicht noch schnell irgendwas mit einem Teppichmesser basteln.

Um 17.30 Uhr wollte ich mich am anderen Ende der Stadt mit einer Bekannten treffen, um einen PC mit Zubehör von ihr zu einem anderen Bekannten zu bringen. Ich hatte am Nachmittag zuhause gebastelt und war etwas knapp mit der Zeit. Aber diesen einen Schnitt noch, den schaff ich, dann bin ich sowieso fertig.

Nur der eine Schnitt noch. Aber der ging gründlich daneben. Nämlich in meinen linken Daumen. Erst, als rote Tropfen in großer Menge auf dem Tisch landeten, hab ich es wirklich bemerkt.

Küchenrolle. Pflaster und Elastik-Binde zusammensuchen. Pflaster drauf. Binde sehr straff drüberwickeln, damit nicht alles durchblutet. Mit einer Hand fertig anziehen. Das geht zwar, aber es dauert ewig.

Mit Bus und Straßenbahn war ich dann unterwegs ins "Bergmannstrost" hier in Halle (Saale), dort gibt es eine gute Handchirurgie und Notaufnahme. Vielleicht ist der Besuch überflüssig, aber seit ich meine Therapie mache, bin ich da etwas vorsichtiger, vielleicht sogar überängstlich.

Per Telefon habe ich unterwegs dann alles noch abgesagt bzw. umgeregelt, so daß der PC seinen Bestimmungsort trotz meiner Abwesenheit erreichte. Natürlich war meine beste Freundin nicht davon abzubringen, mir ins Krankenhaus zu folgen.

Der Doktor war goldig und ließ mir die Wahl zwischen Nähen mit 3 Stichen oder diesen neumodischen Klammerpflastern. Ich wählte natürlich nicht das Nähen. Wenn ich schon Eintritt bezahlte, möcht ich dann auch das Sanftere. Der Arzt meinte dazu, daß ich ja jetzt den Eintritt für beliebig viele Besuche in der Notaufnahme im Februar und März bezahlt hätte.

Dann wollte er noch einen Arztbrief fertigmachen. «Sie können inzwischen rausgehen zu ihrer Frau.» Ich lachte: «Wir sind kein Paar. Werden nur immer dafür gehalten. Aber wir sind beste Freundinnen.» «Freundinnen?» «Ja, innen bin ich wohl weiblich, ich seh nur außen so aus.» Der Arzt schrieb, stutzte, drehte sich zu mir und sagte schmunzelnd: «Ich bin allerdings Handchirurg. Nicht, daß sie denken …»

Losprustend bekam ich dann nur noch heraus, daß ich mich in meinem Körper echt wohlfühle. Danach nahm ich den Brief und konnte wieder gehen.

Tja, es war trotz des unschönen Anlasses ein lustiger Sonntagsausflug.

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

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© 2011 – Der Emil

038 / 365 – One post a day

Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Kommentare zu Nähen oder nicht? (Nº 38 #oneaday)

  1. Angie sagt:

    Autsch, aber dann alles lustig mitgenommen, finde ich gut. Daumen, na das macht ja am PC nicht soviel aus *grins*!
    Liebe Grüße und schnelle Heilung
    Angie

  2. provinzler sagt:

    Gute Besserung für den Daumen!

  3. Follygirl sagt:

    Na… da wünsche ich auf jeden Fall gute Besserung…
    Liebe Grüße, Petra

  4. Schnecksche sagt:

    Das hast Du wieder einmal wunderschön erzählt. Und mal ehrlich ….. solche Sachen passieren doch nur DIR! *lach*

    • der_emil sagt:

      Jaja, jeder hat so sein Speizialgebiet. 2008 war ich zuletzt in dieser Notaufnahme, 2009 war ich in eine anderen, 2010 hab ich ausgesetzt – hoffentlich muß ich das dieses Jahr nicht nachholen …

  5. twixraider sagt:

    Klarer Fall von Wurstfingeraufschnitt… nicht in den Mund stecken!

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