231.2026: Sammlerei

Da werde ich wohl ein größeres Nebenprojekt beginnen.

 

Ich begann schon vor Jahren, Erinnerungen an mein Leben in eine besondere Kladde zu schreiben. Bis vor kurzem waren kaum zehn Seiten beschrieben. Die fiel mir heute in die Hände – und ja, ich las, was da steht. Und schüttelte mehrmals mit dem Kopf: So geht das nicht. Da war nämlich … Ich hatte wirklich Schwierigkeiten, all die Fetzen in ihre zeitliche Reihenfolge zu bringen.

Und nun habe ich eine Idee. Idealerweise hätte ich dazu gern zwei oder drei Ordner im Format DIN A5 und entsprechende Registertrennblätter. Hab ich nicht, aber A5-Blätter lassen sich ja auch in Ordnern des Formates DIN A4 abheften. Zunächst sind da etwa 70 Seiten, für jedes Jahr eine (vielleicht reicht für die ersten drei oder vier Jahre auch eine, mal sehen). Und dann für jedes Jahrzehnt ein weiterer Ordner? Oder eben auch nur Hefter … Und dann sammle ich. Überschriften, Sätze, Bilder, Dialoge, einfach alles, an das ich mich erinnern kann. Vielleicht fange ich dann irgendwann an, mein Leben in eine Geschichte zu verwandeln, in etwas Erzählenswertes, das unterhalten kann. Doch zuvor muß ich eben sammeln, alles sammeln, was noch da ist. Als Erinnerung in meinem Denkicht, als vorhandene Erinnerungsstücke, Notizen, Fotos, mit denen ich Vergessenes und Verdrängtes hervorholen kann.

Puh.

Nein, das Ziel (jedenfalls zur Zeit) ist weder ein Roman noch eine Autobiografie. Ich will sammeln um des Sammelns Willen. Ich möchte mich nicht mit meinen Notizen an meine Vergangenheit kleben, nicht mich in sie zurückziehen. Aber einiges heraus­finden, wieder wissen (und nicht nur vermuten). Außerdem habe ich mich beherrscht und nicht sofort hektisch Ordner und Hefter und Papier hergerichtet; ein wenig möchte ich die Idee noch reifen lassen. Oder nach einiger Zeit feststellen, daß ich es doch für nicht sooooo notwendig für mich erachte. Ich weiß es nicht.

Die besondere Kladde habe ich wieder im Schrank vor mir versteckt …

 

Erinnerung des Tages:
Viel zu viele, um sie hier aufzulisten, und es ist heute zu schwer, eine bestimmte auszusuchen, um sie hier zu nennen.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden machten mich am 28.09.2026 erledigte Nacharbeiten, besorgte Notwendigkeiten, die Beschäftigung mit meiner Vergangenheit (trotz vieler bitterer Momente darin).


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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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