Heute bin ich das wirklich nicht, und ich denke: Na und?
Mir scheint, daß mir bevortsteht bzw. ich geade erlebe, was ich jetzt länger nicht hatte: Ein Schlafwochenende.
Schon gestern lag ich ziemlich viel auf meiner Schlafstatt – es ging mir nicht sehr gut, meine Wege beschränkten sich zumeist auf die Strecke ins Bad und zurück. Trotzdem hatte ich einiges geschafft, ging mein Leben seinen durchaus gewohnten Gang. Heute war ich wach von Sechs bis halb Acht, von Zwölf bis kurz nach Zwei und dann ab halb Sechs wieder. Die restlich Zeit schlief ich. Und so richtig munter war ich zwischendurch nie.
Auch jetzt noch ist Müdigkeit in mir, sowohl von der ausschlafbaren als auch von der unausschlafbaren Art. Für die eine geb ich mir Zeit bis Montag – ob ich die andere angesichts der „Welt”-Lage je wieder loswerden kann, bezweifle ich. Doch ich werde mich von ihr nicht hineinziehen lassen ins Loch der Depression, ganz sicher nicht. Also gönne ich mir die Pause, die Auszeit, den Schlaf … Ich bin deswegen noch nicht einmal besorgt oder gar unruhig.
Bleibt die Frage, ob ich auf diese Art und Weise etwas „verpasse”. Einen Waldbrand? Irgendwelche realitätsfernen Äußerungen von Personen, die regelmäßig Kreide holen waren in Physik? Hierzustadt soll es heute eine Störung im Straßenbahnbetrieb gegeben haben; na und? Die habe ich (erfolgreich?) verschlafen. Ja, schon gestern blieb vieles liegen von dem, das ich erledigen wollte, und heute sogar alles. Na und? Erledige ich es eben nach dem Ausschlafen …
Gerade in diesem Moment, da ich das hier in der Kladde notiere, stelle ich mir mehrere sonderbare Fragen. Weil ich (plötzlich?) nicht mehr in Aufregung gerate darüber, daß ich etwas nicht geschafft habe, etwas in meinem Leben sowieso überhaupt nicht mehr schaffen werde. Wie zum Beispiel das Scannen der vielen Fotos, die ich nur als Negativ oder Abzug besitze. (Ganz nebenbei auch: Wer wird die jemals übernehmen, erben, wertschätzen?) Oder all die Bücher, die bei mir stehen und die ich wahrscheinlich wirklich nicht alle werde lesen können. Heute denke oft: Na und? Früher wäre ich da mit ziemlicher Sicherheit panisch geworden, in eine Art Aktionismus verfallen. Aber heute, so müde, wie ich heute bin: Na und?
Ja, auch zum Denken bin ich heute zu müde, zum Ausdenken von Geschichten, zum Schreiben. Ich habe die Zeit überwiegend schlafend genutzt und jetzt, so halb Sieben herum, diesen Text verfaßt. Und ihn gleich abgeschrieben. Und jetzt stelle ich ein, daß der Beitrag um 19.45 Uhr veröffentlicht wird. Und leg mich wieder hin. Vielleicht lasse ich mich leise vom TV-Programm berieseln. Und wenn ich irgendwann ausgeschlafen wachwerde: Na und?
Erinnerung des Tages:
Welches Tages?
Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.
P.S.: Zufrieden machten mich am 14.08.2026 der Schlaf, die Träume (die wenigen, von denen ich noch Fetzen weiß), die Stille bisher.
© 2026 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


Fühle ich so dermaßen.
Und die Hitze kommt noch dazu … Bäääääh!
Genauso.