Diesmal aber ganz ohne Leiche im Keller.
Das Knie. Das linke Knie. Es kündigt sehr zuverlässig an, wenn ein Wetterumschwung bevorsteht. Das tut es seit Jahren, seit sie – verbotenerweise – als Backfisch mit einem Mofa erste Fahrversuche machte und dabei stürzte. Sie durfte ja nichtmal mit dem Fahrrad über das elterliche Anwesen fahren, doch auch das tat sie, wenn auch nur selten und heimlich hinter den Stallungen und der Scheune. Von jenem Sturz waren nur ein paar kleine Kratzer geblieben, glaubte sie. Bis irgendwann viel später diese sonderbaren, ziehenden Schmerzen begannen, zuerst unerklärlich, dann stellte sie das zeitliche Zusammentreffen mit den Wetterveränderungen fest. Gegen die unangenehme Wetterfühligkeit gibt es kein Medikament, noch immer nicht …
Schlimmer aber noch als das ist etwas, unter dem sie bei Hitze wirklich dauerhaft leidet: Diese Ekligkeit des dauerhaften Schwitzens. Immer dann, wenn es nichts mehr gibt, daß sie sich vom Leib reißen kann, und es trotzdem viel zu warm und dazu noch viel zu schwül ist. An manchen Tagen ist es so schlimm, daß sie sich nur im Keller aufhält. Und ja, dann tut er ihr auch etwas leid, wenn er so oft die Treppe herab- und wieder hinaufsteigen muß, immer dann, wenn sie etwas benötigt.
Seit Montag allerdings funktioniert das viel besser als noch kurz zuvor. Er kann sich jetzt nicht mehr herausreden mit „Ich habe leider nichts gehört.” Denn jetzt hat sie zwei solche kleinen Funkgeräte gekauft (Im Internet! Was für ein Abenteuer!), wie sie sie hier und da irgendwo gesehen hat. Eines hat er ständig bei sich zu haben, eines liegt vor ihr auf dem kleinen Tisch. Tante Erdmute nimmt es zur Hand und bittet ihn, ihr eine weitere Limonade in den Keller zu bringen. Und ehe er damit ankommt, muß sie die Bluse wieder zuknöpfen.
Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.
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(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


Letzter Satz, da sagt die Erotik schnell noch was!
Ohne die wäre es doch nicht wirklich Tante Erdmute, oder?