Wenn ein Tag nicht wirklich zu beginnen scheint.
Schlecht geschlafen hab ich sowieso, war viel zu oft wach. Ab Fünf etwa dämmerte ich nur noch vor mich hin, mit sonderbaren (luziden) Träumen. In einem zogen mich, der ich auf einem Handwagen saß, einige Nutrias über eine Straße mit ziemlich dichtem Verkehr: Nach jedem Unfall startete das Wagnis erneut, mit immer anderen Fahrzeugen auf der Straße. Halb Acht schaltete ich meine Kaffeemaschine ein. Kurz nach Neun holte ich ihn mir an den Tisch, da war ich grad aus einem Tiefschlaf erwacht.
Watte im Kopf oder sehr, sehr dichter Nebel. Es brauchte einige Zeit, mich zu sortieren. Aber wenn ich sonst mindestens zwei Stunden brauche, um zu einem Gefühl des Alltagslebens zu kommen, dauerte es heute nur wenige Minuten. Grund: Ein Ferngespräch (Kennt ihr das Wort noch, nutzt ihr es noch?), ein sehr erwünschtes. Aber nach dem zog sich mein Geist wieder zurück für eine Stunde.
Ich laß ihm die Ruhe, die er braucht. Hab nur schnell notiert, was mir auffiel. Werde jetzt wieder zurücksinken in den Nebel und mir die notwendige Zeit gewähren …
Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.
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(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

