Der Anschein aber trügt.
Nichts. Kein Wort, kein Bild, keine einzige Erinnerung an einen der Träume. Das ist ungewöhnlich, passiert mir sonst nicht kaum. Denn irgendwas bleibt immer, wenigstens ein Gefühl – aber heute ist da nichts. Wenn ich es umdeuteln müßte, könnte ich sagen: Den heutigen Tag beginne ich unbelastet. Zumindest unbelastet von Überresten meiner Träume. Allerdings ist das falsch, diese Aussage ist falsch, fühlt sich zumindest falsch an, denn: Ich bin heute belastet vom Fehlen. Vom Fehlen dessen, was mir allmorgendlich zumindest einen Anstoß zum Denken, zum Träumen, zum Phantasieren und Fabulieren gibt. Und so stelle ich fest, daß Nichts auch schwerer wiegen kann als jegliche andere Last …
Gestern weggegeben bzw. entsorgt:
Eine verschlissene Jacke, eine schon lange kaputte Hose, auf Streichholzlänge gespitzte Blei- und Buntstifte warf ich in den Müll.
Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.
P.S.: Zufrieden machten mich am 09.01.2026 die aussortierten Dinge, etwa 40 gescannte Zettel, die verwundene Enttäuschung.
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(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

