Das war heute hoffentlich ein erfolgreicher erster Schritt.
Da kaufte ich mir eine Kamera, und seither habe ich mit ihr noch keine 50 Bilder aufgenommen. Mir fehlt etwas. Das Fotografieren auch, aber ohne Motivation und ohne einen Blick fürs Motiv (die fehlen mir beide) trage ich die Kamera viel zu oft unbenutzt mir mir herum.
Heute wollte ich das einmal mehr ändern. Also war ich nach dem notwendigen Einkauf von Drei bis Sechs in der Stadt unterwegs. Fast so wie früher. Bin extra losgegangen, um wenigstens drei Bilder zu machen (also drei verschiedene Motive zu finden). Hatte die Kamera in der Hoodie-Tasche, griffbereit. Ich holte sie sogar oft heraus – aber das, was hätte ein Motiv sein können, war dann doch nur langweilig. Ist das nicht bescheuert? Ich fuhr hierhin und dahin, schaute mir dieses und jenes an – und fand mal wieder nichts, das ich ablichten wollte. Wie kann das sein? Wo ist all das hin, was mich vor Jahren noch immer wieder Interessantes sehen und fotografieren lies? Hat sich meine Welt so weit verändert, daß in ihr nichts Festhaltenswertes mehr findet? Wo ist mein Blick dafür geblieben? — Allerdings ließ ich mich nicht entmutigen. Und sieh da, es wurden doch noch 15 Fotos, die ich machte. Und um die kümmere ich mich morgen.
Am Fairteiler war ich heute auch. Wenn ich Bananen essen würde, gerne essen würde, hätte ich mich heute damit eindecken können. Allein: Bananen sind ganz sicher nicht meine Lieblingsfrüchte. Ein paar Clementinen, eine Pampelmuse, ein Bund Radieschen und zwei Äpfel werden meinen Vitaminbedarf decken. Und in das Öffentliche Bücherregal gleich daneben stellte ich heute fünf Bücher. Hätte es nicht wirklich heftig zu regnen begonnen, wäre ich wohl auch noch über den Marktplatz geschlendert (da war was, zusätzlich zum Silbersalz-Festival, aber ich weiß nicht was). Vielleicht wären dort noch ein paar Bilder entstanden, und vielleicht entstehen dort morgen einige. Irgendwie muß ich mich wieder daran gewöhnen, mit der Kamera hinzusehen, denn das fehlt mir und ich will genau das wieder können.
Heute weggegeben bzw. entsorgt:
Fünf Bücher gab ich heute ins Öffentliche Bücherregal.
Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.
P.S.: Am 1. November 2025 war ich zufrieden mit dem Unterwegssein, mit wenigen (aber gemachten) Fotos, mit Salat satt.
© 2025 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


@deremil
Das freut mich so richtig, dass zu lesen.
💚
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Es war – bis auf das Wetter nachher – auch erfreulich, ein wenig jedenfalls.
@deremil
👍
"mit der Kamera hinzusehen"… das fängt bei mir meistens etwas früher an, also ohne Kamera. Allerdings wird dann auch öfters das eine oder andere Motiv verworfen, weil es durch die Kamera dann doch nicht so gut, wie anfangs gedacht, rüber kommt.
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Mit den Augen hinsehen funktioniert, da werden ja Texte draus. Aber mit dem Fotoapparat ist das für lange Zeit anders gewesen …
Ich fotografiere sehr gerne und meine Motivklingel meldete sich recht oft. Allerdings gehöre ich nicht zu den Menschen, die für Insta&Co. unterwegs waren, obwohl ich einige Fotos auch auf Insta gepostet habe. Erinnerst du dich an den Blogger André Bitter aus Bilefeld? Er zeigt fast täglich Fotos, solche, für die man ein Auge haben muss, also nichts, wofür Massen an Menschen anreisen, Fotos aus dem Alltag. Und dann gibt es noch Klaus Wohlmann. Von einer guten Freundin habe ich das Fotobuch „Roadrunner – unterwegs in der Stadt“ geschenkt bekommen. Ein tolles Projekt! Sicher gibt es im Netz Infos dazu. Ich denke ja immer wieder, dass es das Alltägliche ist, das, was wir leicht übersehen, eben weil es alltäglich erscheint, was letztlich als Foto einzigartig wirkt. Und dann ist da noch die Sache mit der Fotobearbeitung, der ich etwas kontrovers gegenüber stehe. Ja, wenn ich etwas offensichtlich verfälschen will. Oder einen schiefen Horizont geraderücken möchte (obwohl auch das Schiefe einen Reiz haben kann), eine Signatur hinzufüge oder einen Rahmen. Ich denke, die Motive werden dich finden!
Meine Motivklingel ist wohl kaputt. Und ja, die kleinen Alltäglichkeiten möcht ich wieder sehen und fotografieren können.
(Fotos bearbeiten? Neeeeee, nicht wirklich – außer Beschnitt.)