2025 – 177: Vision

Wenn ich gewußt hätte, was ich noch erleben muß.

 

Wir malten uns unsere Zukunft aus in fröhlichen, friedlichen Farben. Das Leben sollte für alle leichter, unbeschwerter werden in der Zeit, die vor uns lag.

(Den gestrigen Tag betreffend.) Hitze und Wind, Unwetterwarnungen. Beschädigte Anlagen zur Aufarbeitung radioaktiver Rohstoffe. Zerstörte Wohnhäuser und ganze Straßen­züge in Schutt und Asche. Nur eine Familie (von vielen in ähnlicher Situation) muß 4.000.000.000 € (vier Milliarden) Erbschaftssteuern zahlen. Eine Vielzahl von Drohnen wird im Krieg eingesetzt. Wassermangel in vielen Gegenden. Heftigste Regenfälle und Überflutungen, immer öfter. Bürgergeld wird abgeschafft bzw. in etwas anderes Billigeres und Unsichereres umgewandelt. Preissteigerungen allüber­all. Veruntreuung zieht keine Strafe nach sich. Braune Scheiße soll vom Grundgesetz geschützt sein. Die Versorgung der Menschen muß unbedingt zur Erwirtschaftung von Gewinnen führen. Um den Klimawandel aufzuhalten (oder gar umzukehren), ist es definitiv zu spät – also muß gar nichts mehr getan werden diesbezüglich.

Soso. Und da soll ich noch irgendeine Art von Zuversicht, guter Laune usw. usf. haben können?

 

Doch, ich bemühe mich darum, nicht zu resignieren. Ich schaffe mir Momente, in denen ich eine kleine persönliche Zufriedenheit all dem Mist entgegensetzen kann (siehe gestern). Und Liebe ist auch. Daran klammere ich mich fest. Hoffnung? Ich weiß nicht; auf alle Fälle bitte keine Verzweiflung. Das scheint der Lauf der Welt zur Zeit. So wurde er von uns allerdings nicht erwartet. Das Vorhersehen solcher Umstände ist zum Glück leider nicht möglich.

 

Heute weggegeben bzw. entsorgt:
Eine alte Küchenwage und ein Brotkasten waren nach etwa 30 min im Haus schon wieder weg.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 26. Juni 2025 war ich zufrieden mit den ersten Bildern mit der neuen Kamera (eini­ger­maßen zufrieden, es braucht einige Übung), mit der Sichtung eines Teichhühnchens mit Küken, mit einigen weggegebenen/weggeworfenen Dingen.


© 2025 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
Dieser Beitrag wurde unter 2025, Erlebtes, One Post a Day abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen für den Permalink.

3 Kommentare zu 2025 – 177: Vision

  1. Der Emil sagt:

    Im Endstadium einer unheilbaren Krankheit …

    Ich hab den Scheiß so satt, so satt …

  2. Gudrun sagt:

    Manchmal komme ich mir vor, wie im schlechtesten Hollywood-Film aller Zeiten. Nur geht der auch mal zu Ende, das was geschieht nicht so schnell. Ich muss wissen, was passiert und so mache ich Morgen- und Abend-Presseschau, auch bei CNN. Ich habe große Angst um meine Familie am anderen Ende der Welt. Alles wird immer direkter, offensichtlicher, schlimmer, hier wie da.
    „… Momente, in denen ich eine kleine persönliche Zufriedenheit all dem Mist entgegensetzen kann.“ Ja. Das sollten wir immer wieder versuchen.

  3. Pingback: Aus der Nachbarschaft – Geschichten und Meer

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert