Über die Schwierigkeit, bestimmte (vulgäre) Worte zu nutzen.
Das ist jetzt mehr Text geworden, als ich dachte. Insgesamt 32 Seiten im Format DIN A5 hab ich heute geschrieben und abgetippt und das ist nur eine einzige phantasierte Geschichte. Am Anfang tat ich mich schwer damit, das gestehen ich, schämte mich sogar während des Schreibens. Sicherlich war ich deswegen auch rotgeworden. Denn solche – diese! – Worte zu benutzen, das erlaube ich mir im wirklichen Leben nicht, und auch hören möchte ich sie da nicht. Aber zu dieser Art von Träumen, zu dieser Art der Phantasien gehören sie wohl dazu. Ob ich irgendwann über diese Scham hinwegkommen kann, ob ich vielleicht irgendwann mit einem andern Menschen diese spezielle Art von Sprache üben kann?
Nun, ich habe keine Ahnung, ob mir gelungen ist, was ich mit dem Text vorhatte. Ob ich mich als schreibende Person hineinversetzen konnte in eine ganz andere Person, ob ich einen ganz anderen Blick abzubilden vermochte, ganz andere Bedürfnisse und Gelüste einigermaßen korrekt zu beschreiben und zu entwickeln schaffte. Daß für eventuelle Leser nicht nur sinnloses Zeug zusammenhanglos aneinandergereiht wurde. Deshalb gebe ich den ausgedruckten Text nachher meinem besten Freund; er ist wirklich Freund und weder Affaire noch Liebhaber. Ich denke, als Mann interessiert er sich schon für das, was auf diesen 32 Seiten zu lesen ist. Ich schätze seine Ehrlichkeit, die in so ziemlich allen Lebenslagen nicht wackelt. Außerdem können er und ich sowieso über alles reden.
Und damit er sich noch heute daranmacht, diesen Text zu lesen und mir sein Urteil darüber mitzuteilen, habe ich eine kleine Überraschung für ihn dazugepackt. Denn: Immer wieder sagt er, daß er neugierig ist und auch mich einmal nackt sehen will (wenn ich ihn besuche, zieht er sich meist nichts an, ich weiß also, wie er nackt aussieht, und im Grunde genommen habe ich auch echt nichts dagegen, daß er mich nackt sehen würde, ich wollte das bisher nur nicht einfach so ganz anlaßlos). Und so habe ich meiner ersten pornogafischen Erzählung ein Aktfoto von mir beigelegt und ein Bild von meiner frisch rasierten M… – mensch, ist das schwer, eines dieser Worte zu schreiben – ein Bild von meiner frisch rasierten P… – nein, ich habe genügend deutsche Worte dafür in der Erzählung benutzt – ein Bild von meiner frisch rasierten Fotze. Ganz unten auf der letzten Seite habe ich handschriftlich dazugeschrieben: Bei deinem nächsten Besuch bei mir werden wir beide nackt sein.
Erinnerung des Tages:
Bei Temperaturen wie heute fuhren wir als Jugendliche sehr oft an den Filzteich (Schneeberg), und dort ging es immer auf den Damm hinter dem Turm.
Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.
P.S.: Am 21. Juni 2025 war ich zufrieden mit dem Ausschlafen, mit der Ruhe, in der ich meinen Gedanken nachhängen konnte, mit einigen kleinen Phantasien.
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(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

