Ich bin über meinen Schatten gesprungen.
Es stimmt, das war schon ein richtiger Tick von mir, ein echter Spleen. Ich habe alle möglichen Plastedosen mit dicht schließendem Deckel immer sorgfältig gereinigt, abgewaschen also, und dann aufgehoben. Das ist so eine Sache, die mit den viereckigen Behältern für „Frische Rahmbutter” in der DDR begann. In die konnte man ja alles mögliche einsortieren, in denen wurde vieles gesammelt. Vor Jahren wurde die Produktion des Streichfetts (mittlerweile unter dem Namen „Frische Sahnige”) dann eingestellt. Ich habe noch zwei der Schachteln, in denen Kleinkram (den ich wohl auch wegschmeißen kann) gesammelt ist.
Meine Aufheberei endete damit längst noch nicht: Weiterhin reinigte und sammelte ich alle mäglichen Plasteschachteln. Und immer wieder habe ich eine ganze Anzahl dieser Schachteln entsorgt. Selbst von den Senf- (Bautzner) oder Joghurteimern trennte ich mich immer wieder, aber von denen behalte ich immer drei oder vier, in denen ich Suppen u. a. einfriere. Nur diese kleinen Becher (immer nur die mit dicht schließendem Deckel) von Salaten und auch immer wieder viereckige Margarineschachteln … Uff. Mittlerweile habe ich mir tatsächlich für Lebensmittel geeignete Vorratsdosen in ausreichender Anzahl zugelegt. Die gesammelten brauche ich also wirklich nicht mehr.
Heute bin ich am Vormittag über meinen Schatten gesprungen. Ich habe alle auffindbaren Plasteschachteln zusammengesucht. Und sie in die Gelbe Tonne gebracht. Es braucht bestimmt einige Zeit, ehe ich auch damit aufhöre, die Dosen und Becher abzuwaschen. Die dürfen ja löffelrein entsorgt werden. Aber ich befürchte, eine so langjährige Routine wird etwas Entwöhnungszeit brauchen. Vorerst habe ich meinen Haushalt weitgehend entschachtelt.
Heute weggegeben bzw. entsorgt:
Steht schon da oben: Ich habe eine ganze Menge Plasteschachteln weggeworfen.
Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.
P.S.: Am 2. Juni 2025 war ich zufrieden mit dem Linseneintopf, mit dem Unterwegssein in der Stadt, mit dem Entschachteln.
© 2025 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


@deremil Ich bin auch so. Und Gläser. Vorm Umzug hab ich aber viel entsorgt, insbesondere meine Flaschensammlumg. 🫣
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Die Flaschen sind schon voriges? vorletztes? Jahr weggekommen. Ich habe viele Gläser voller Gewürze und Tee im Küchenschrank …
@deremil Ha, du auch? Gläser sind bei mir allgegenwärtig, leer und voll. Keine Ahnung, was das bei mir ist. Ich mag das Material.
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Dicht verschließbar, wiederverwendbar, fallen sowieso immer wieder an – und ja, ich hab auch ein Faible für Blechdosen …
@deremil Blechdosen hab ich auch. So diese alten, mit Prägedruck … mag ich auch sehr.
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Mir geht es da genauso! 🙂
Eine Zeit lang habe ich gerne von einem bestimmten Imbiss asiatisches Essen bestellt. Da war das Essen in so wahnsinnig praktischen (mikrowellen- und spülmaschinengeigneten) Plastikgefäßen dass ich die immer gesammelt habe, bis der Stapel zu groß wurde.
Da habe ich alles in den gelben Sack gesteckt.
Ich hab gelernt, daß Verwendbares nicht weggeschmissen wird. Tja, diese Zeiten sind wohl vorbei …